Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
606
Keine grundsätzlichen Reformen in Sicht

Keine EU-Wahl in Italien

Italiens Wahlen sind keine Gefahr für die EU. Zwar könnten EU-skeptische Parteien eine Mehrheit bekommen, aber weder ein Austritt aus dem Euro oder einer aus der Union steht auf der Tagesordnung.

Die Anti-EU-Rhetorik im italienischen Parlamentswahlkampf ist vollständig abgeebbt. Sie wurde abgelöst von einer innenpolitischen Diskussion über Migration und Kriminalität. Ein Euro- oder gar EU-Austritt steht damit nach dem 4. März nicht mehr auf der Tagesordnung.

Die Regierung wird die Wahl voraussichtlich nicht gewinnen. Glaubt man den Umfragen, wird die Fünf-Sterne-Protestbewegung mit knapp 30% stärkste Partei. Knapp dahinter könnte die rechts-Mitte-Gruppierung aus Lega Nord und Berlusconis Forza Italia landen. Erst dann kommt die regierende Sozialdemokratische Partei von Paolo Gentiloni mit weniger als 25% zum Zuge.

Schwierige Regierungsbildung

In Rom wird es dann auf jeden Fall eine schwierige Regierungsbildung geben. Dabei werden Splittergruppen von Links oder Rechts mitwirken. Ergebnis wird weitgehend Stillstand sein. Denn nach der Regierungsbildung wird es keine zusätzlichen Maßnahmen geben, um das Land strukturell weiter voranzubringen.

Italien wird das Geschenk der Niedrigzinsen weiterhin voll auskosten. Die 900 Mrd. Euro faulen Kredite der Banken drücken nicht sonderlich. Schließlich werden sie seit Jahren nicht bedient, die Gläubiger wissen, dass sie allenfalls Prozentbruchteilchen erhalten werden. Probleme gibt allenfalls mit der Verbuchung, weil die angedachte Bad Bank die Staatsschulden nicht erhöhen soll.

Unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum

Das Wirtschaftswachstum Italiens ist mit 1,7% noch unterdurchschnittlich. Dafür hat das Land aber in den vergangenen Jahren seine Exportstärke wiedergewonnen. Nach Deutschland erzielte Italien als achtgrößte Außenhandelsmacht der Welt den höchsten Exportüberschuss in der EU. Beim Export in Drittländer (wie z. B. China) ist es deutlich erfolgreicher als Frankreich, ganz zu schweigen von Großbritannien.

Fazit: Italiens Wahlausgang wird die Wirtschaft nicht lähmen, aber auch kaum beflügeln. Die Niedrigzinspolititik bremst die Reformbemühungen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Japanischer Yen mit starkem Wochenverlauf

Beflügelnde Tendenzen

In Japan freute man sich in der vergangenen Woche gleich über eine Vielzahl von Gute-Laune-Nachrichten. Das stärkte den Yen sowohl zum Euro als auch zum Dollar.
  • Fuchs plus
  • Aufnahmeverfahren der "Klimaschutz-Unternehmen" startet in die nächste Runde

Ein attraktives Öko-Netzwerk

Networking ist wichtig, gerade im B2B-Geschäft. Für Unternehmen in den Bereichen Klima- und Umweltschutz gibt es dafür eine interessante Initiative mit hochkarätigen Schirmherren.
  • Fuchs plus
  • Industriemetall im Höhenflug

Bei Platin stockt das Angebot

Platin wird für seine katalytischen Eigenschaften geschätzt. Es beschleunigt chemische Reaktionen und hilft, die Ausbeute zu steigern, beispielsweise bei der Herstellung von Salpetersäure, einem wichtigen Ausgangsmaterial für die Herstellung von Düngemitteln. Kein Wunder, dass ein Angebotsrückgang Folgen hat. Industrie wie Anleger sollten das beachten.
Neueste Artikel
  • Im Fokus: DAX-Aufsteiger

Von 30 auf 40 bis September 2021

Im Fokus: DAX-Aufsteiger. Copyright: Pixabay
Der DAX wächst - um 10 Mitglieder auf insgesamt 40 Unternehmen. Im September 2021 rücken die Aufsteiger in den Index nach. Auswirkungen auf die Aktienkurse wird die Anpassung schon vorher haben. Daraus ergeben sich Chancen für Anleger.
  • Fuchs plus
  • Mietminderung wegen Lärm vom Nachbargrundstück

Bauarbeiten: Behinderung durch Baustelle hat Folgen

Immer wieder kommt es in gewerblichen Mietverhältnissen vor, dass sich Ladenlokalinhaber durch Einflüsse Dritter beeinträchtigt fühlen und deshalb den Mietzins mindern. Solche Dreiecksverhältnisse sind immer schwierig. Denn oft ist ungeklärt, ob der Vermieter sich die Mietausfälle vom Dritten zurückholen kann. Ist in diesem Fall die Minderung überhaupt zulässig?
  • Fuchs plus
  • Ein nicht mehr ganz so hässliches Rosinchen

Ludwigshafen – Chancen in der Chemiestadt

Ludwigshafen. Copyright: Pixabay
Ludwigshafen hat einen Ruf als hässliche Stadt. Das hat sie vor allem dem BASF-Hauptwerk "mittendrin" zu verdanken. Aber seit den neunziger Jahren ist die Stadt grüner und lebendiger geworden. Seit einigen Jahren schon gibt es einen stetigen Zuzug, der sogar über dem Schnitt westdeutscher Städte liegt.
Zum Seitenanfang