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Neubesetzung des Kommissionspräsidenten und Zentralbankpräsidenten

Zwei Posten für den Euro

Das englische Wort für Tauschhandel heißt Barter. Ein solches Geschäft ist Brüssel nicht fremd. Die "Ware" sind die Posten des Kommissionspräsidenten und des EZB-Präsidenten. Der Deal könnte in den nächsten Tagen und Wochen stattfinden. © PictureAlliance
In Brüssel werden in diesen Tagen und Wochen gleich zwei (Vor-)Entscheidungen fallen: Wer neuer EU-Kommissionspräsident wird und wohl auch gleich mit, wer im Herbst künftig den Job des Zentralbankpräsidenten übernimmt. Hier sind zwei überzeugende Namen im Gespräch. Den Euro ließe das nicht unberührt.

Zwei Personalien könnten dem Euro in den kommenden Tagen und Wochen Auftrieb geben. Ihre Namen lauten: Jens Weidmann und Margarethe Vestager. Ihre Chancen auf die Posten des Zentralbankpräsidenten und der Kommissionspräsidentin stehen im Brüsseler Machtpoker nicht schlecht. Denn, wenn zwei sich streiten –insbesondere Deutschland und Frankreich – freut sich bekanntlich der Dritte.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron möchte offiziell gern den Brexit-Verhandler Michel Barnier auf dem Stuhl des Kommissionspräsidenten sehen. Angela Merkel hält offiziell an Manfred Weber fest. Ein Franzose, ein Deutscher, welch Zufall. Beide sind nur (noch) Zählkandidaten. Kommt Weber nicht durch, dann ist die dänische Wettbewerbskommissarin Vestager aus dem liberalen Lager die „geborene" Alternative. Dann hätte sich Frankreichs Präsident gegen das EU-Parlament und die Kanzlerin durchgesetzt. Das schreit nach Kompensation. Und die trägt den Namen Weidmann.

Das Signal an die Bürger ist negativ. Das Signal an die Märkte positiv.

Die Sache hat noch mehr als einen Haken. Das würde alles nicht dem jungen Konzept des „Spitzenkandidaten" für Europa entsprechen, der vom Parlament bestimmt wird. Und ob die erneute Entmachtung des Parlaments ein gutes Zeichen an Europas Bürger wäre, sei dahingestellt. Aber nach wie vor haben die Ratschefs das letzte Wort.

Fazit: Mit diesem Ausgang beim Brüsseler Postengeschacher hätte die Kommission eine treibende Kraft an der Spitze. Und auf dem Chefsessel der EZB säße ein friedlicher Falke. Die Märkte dürften das goutieren. Der Euro hat politisches Aufwärtspotenzial.

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