Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1382
Chinas Wirtschaft

Der Horizont verdüstert sich

China legt noch immer beruhigende Wachstumszahlen vor. Doch wer hinter die Kulissen der Wirtschaft schaut, traut ihnen immer weniger.
China steht vor großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt das Bild anhaltender Stagnation, wenn nicht Talfahrt. Mit entsprechenden Konsequenzen für die Weltwirtschaft. Die jüngst eilig veröffentlichte BIP-Wachstumsrate von 6,9% für 2015 entspricht den Vorgaben der Führung, aber nicht der Realität. Das erfahren wir aus gut informierten Quellen. In den Traditionsbranchen im Norden (Shangxi, Innere Mongolei) wachsen bei Kohle und Stahl immense Überkapazitäten. Landesweit sitzen auch große Teile der Bauwirtschaft und des Maschinenbaus auf dem Trockenen. Selbst in der IT-Industrie mehren sich die Sturmzeichen: Die Marktkapitalisierung des großen, im September 2014 an die Börse gebrachten Internet-Händlers Alibaba ist in 16 Monaten um 44% eingebrochen. Noch verteilen sich die steigenden Arbeitslosenzahlen – dank Wanderarbeit – im großen Raum. Aber die Unzufriedenheit wächst. Der „chinesische Pakt“ – Staatsgehorsam gegen Wohlstand – ist brüchig geworden. Stark behindert wird eine Gegenbewegung durch die anhaltende Kapitalflucht in- und ausländischer Investoren. Sie wird ihrerseits vom nur mühsam aufgehaltenen Börsencrash befeuert. Der Staatseingriff machte klar, wie rasch sich der Wechsel vom Markt zur rigorosen Intervention vollzieht. Zur gleichen Zeit zieht die politische Führung korrupte Kader bis in die obersten Ränge zur Rechenschaft. Doch damit kippt die Führung unter Xi Jinping tonnenweise Sand ins ehedem gut geölte Wirtschaftsgetriebe aus Macht, Gelegenheit und Korruption. Überall wächst seitdem die Angst vor selbständigen, raschen Entscheidungen – weil die verdächtig machen könnten. China trödelt plötzlich. Limitiert wird Chinas Erholung auch durch die noch immer umfang- und einflussreiche Staatswirtschaft. Ebenso ineffizient wie korrupt, kostet sie den Staat immense Subsidien. Xi`s Versuche, sie zu verringern, sind nicht nur an Beschäftigungsängsten gescheitert, sondern auch an einer expliziten Kursänderung der Partei: Heimische Unternehmen sollen zu Champions aufgebaut und ausländische zurückgedrängt werden. Nationalismus allerorten. Einflussreiche Gruppen, darunter auch das von Reformplänen bedrohte Militär, sind längst unzufrieden mit der Führung unter Xi.

Fazit: Börsen lügen nicht – der Kursabsturz war wohl begründet. Hält die Stagnation an und weitet sich die Beschäftigungskrise aus, sind auch politische Turbulenzen möglich. Xi hat sich mit der zur Säuberung geweiteten Antikorruptionskampagne viele (einflussreiche) Feinde gemacht, die auf eine Gelegenheit warten, sich zu revanchieren.

Meist gelesene Artikel
  • Trusted Wealth Manager 2024 – Vertrauenswürdige Vermögensverwalter

Die meisten Vermögensverwalter in Deutschland verdienen Vertrauen

Trusted Wealth Manager 2024. © Verlag FUCHSBRIEFE
Wer ist als Vermögensmanager vertrauenswürdig? Die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wertet wie im immer zum Jahresbeginn ihr laufendes Monitoring «Trusted Wealth Manager» aus. Und da gibt es 2024 viel Positives zu berichten!
  • Fuchs plus
  • EU plant neue Russland-Sanktionen

Weiterleitungsklauseln sind ein Risiko für Exporteure

Die EU plant nach dem Tod von Alexey Nawalny offenbar neue Sanktionen gegen Russland - dabei sind viele Unternehmen noch nicht einmal auf die Folgen der Sanktionen des vorigen Pakets vorbereitet. Am 18. Dezember hatte die EU ihr 12 Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Diese Strafmaßnahmen wurden nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit verabschiedet und halten viele negative Überraschungen bereit - sogar für Unternehmen, die gar nicht direkte Geschäfte mit Russland machen.
  • Fuchs plus
  • Immoblien-Besteuerung in der 10-Jahresfrist

Fallstricke und Feinheiten bei der Eigennutzung

Mit Immobilien lassen sich erheblich Steuern sparen - wenn die Eigentümer alles richtig machen. Drei Urteile des Bundesfinanzhofes (BFH) zeigen aber, dass es viele spitze Stolpersteine gibt, die schnell einen Unterschieb über etliche Tausend Euro machen können. FUCHSBRIEFE geben Ihnen Orientierung und zeigen, worauf Sie im Detail achten müssen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Wilder Bullen-Run am Krypto-Markt

Bitcoin auf dem Weg zum Allzeithoch

Die Kryptowährungen erleben einen wilden Bullen-Run. Allein am Mittwoch schoss der Bitcoin-Kurs (BTC) um über 9% nach oben. Die Kryptowährung ist mit Höchstgeschwindigkeit zum Allzeithoch bei 67.000 US-Dollar unterwegs. FUCHS-Devisen Krypto-Analyst Jannis Grunewald prognostiziert die weitere Entwicklung.
  • Fuchs plus
  • Hot Stock: SynBiotic SE

Cannabis-Aktie mit Kursexplosion

Die Cannabis-Legalisierung hat die Kurse von Hanf-Aktien in Wallung gebracht. Eine dieser Aktien ist SynBiotic. Der Kurs der Aktie sprang um satte 75% an, nachdem das Gesetz beschlossen wurde. Kurz darauf sackte die Notierung wieder in sich zusammen. Ist das nun eine gute Kaufgelegenheit?
  • Fuchs plus
  • Kreditversicherer Atradius warnt

Zahlungsmoral in der Lebensmittelbranche sinkt

In der Lebensmittelbranche sinkt die Zahlungsmoral. Die Zahl der Unternehmen, die verspätet oder gar nicht mehr zahlen, steigt in diversen Segmenten der Branche signifikant an. Darauf hat der international tätige Kreditversicherer Atradius hingewiesen.
Zum Seitenanfang