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Chinas Wirtschaft

Der Horizont verdüstert sich

Xi Jinping - wohin? | © Getty
China legt noch immer beruhigende Wachstumszahlen vor. Doch wer hinter die Kulissen der Wirtschaft schaut, traut ihnen immer weniger.
China steht vor großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt das Bild anhaltender Stagnation, wenn nicht Talfahrt. Mit entsprechenden Konsequenzen für die Weltwirtschaft. Die jüngst eilig veröffentlichte BIP-Wachstumsrate von 6,9% für 2015 entspricht den Vorgaben der Führung, aber nicht der Realität. Das erfahren wir aus gut informierten Quellen. In den Traditionsbranchen im Norden (Shangxi, Innere Mongolei) wachsen bei Kohle und Stahl immense Überkapazitäten. Landesweit sitzen auch große Teile der Bauwirtschaft und des Maschinenbaus auf dem Trockenen. Selbst in der IT-Industrie mehren sich die Sturmzeichen: Die Marktkapitalisierung des großen, im September 2014 an die Börse gebrachten Internet-Händlers Alibaba ist in 16 Monaten um 44% eingebrochen. Noch verteilen sich die steigenden Arbeitslosenzahlen – dank Wanderarbeit – im großen Raum. Aber die Unzufriedenheit wächst. Der „chinesische Pakt“ – Staatsgehorsam gegen Wohlstand – ist brüchig geworden. Stark behindert wird eine Gegenbewegung durch die anhaltende Kapitalflucht in- und ausländischer Investoren. Sie wird ihrerseits vom nur mühsam aufgehaltenen Börsencrash befeuert. Der Staatseingriff machte klar, wie rasch sich der Wechsel vom Markt zur rigorosen Intervention vollzieht. Zur gleichen Zeit zieht die politische Führung korrupte Kader bis in die obersten Ränge zur Rechenschaft. Doch damit kippt die Führung unter Xi Jinping tonnenweise Sand ins ehedem gut geölte Wirtschaftsgetriebe aus Macht, Gelegenheit und Korruption. Überall wächst seitdem die Angst vor selbständigen, raschen Entscheidungen – weil die verdächtig machen könnten. China trödelt plötzlich. Limitiert wird Chinas Erholung auch durch die noch immer umfang- und einflussreiche Staatswirtschaft. Ebenso ineffizient wie korrupt, kostet sie den Staat immense Subsidien. Xi`s Versuche, sie zu verringern, sind nicht nur an Beschäftigungsängsten gescheitert, sondern auch an einer expliziten Kursänderung der Partei: Heimische Unternehmen sollen zu Champions aufgebaut und ausländische zurückgedrängt werden. Nationalismus allerorten. Einflussreiche Gruppen, darunter auch das von Reformplänen bedrohte Militär, sind längst unzufrieden mit der Führung unter Xi.

Fazit: Börsen lügen nicht – der Kursabsturz war wohl begründet. Hält die Stagnation an und weitet sich die Beschäftigungskrise aus, sind auch politische Turbulenzen möglich. Xi hat sich mit der zur Säuberung geweiteten Antikorruptionskampagne viele (einflussreiche) Feinde gemacht, die auf eine Gelegenheit warten, sich zu revanchieren.

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