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Auch Verlader sind betroffen

Sind Transport-Mindestpreise sinnvoll?

Dumping auf dem Transportmarkt wird in Deutschland und Österreich lautstark beklagt. Die Frage: Können gedeckelte Mindestpreise für Entspannung sorgen? Fakt ist: Auftraggeber und Auftragnehmer müssen sich auch an die eigene Nase fassen.

Im Transportgewerbe wird über Mindestpreise nachgedacht. Denn vielen kleinen und mittelständischen Transport- und Logistikdienstleistern steht das Wasser bis zum Hals. Transport-KMU sind zwar harten Preisdruck gewohnt. Selbst in krisenfreien Zeiten wird um den letzten Cent mit dem Kunden gefeilscht. Eine Marge zwischen 3-5% gilt schon lange als guter Gewinn.

Corona und Preisdumping durch meist ausländische Fuhrunternehmer bringen die heimische Branche aber langsam an ihre Grenzen. Und das wird sich auch auf die großen Dienstleister (wie DHL) auswirken. Denn die sind im Netzwerk auf die meist kleinen Flotten Anderer angewiesen. Fallen immer mehr Glieder aus der Kette, bekommen auch Verlader – Einkäufer, Disponenten, Importeure/Exporteure – Probleme: weniger Kapazität, höhere Preise, abnehmende Qualität und Termintreue.

Lage in Österreich

In Österreich fordern bereits Wirtschaftskammer und Gewerkschaft ein Gesetz gegen Preisdumping im Straßengüterverkehr. Gemeinsamer Feind: ausländische „Frächter“ und die in Österreich agierenden mehrheitlich ausländischen Onlinehändler.

Vorwurf: Versender übten derartigen Druck auf Transporteure und Fahrer aus, dass diese in die Rechtslosigkeit trieben. Das führe dann zu Lohn- und Sozialdumping. Man wünscht sich darum eine Bundesagentur für Güterverkehrskontrollen auf der Straße. Sie soll alle Kontrollaktivitäten und Behörden bündeln.

Preisvorgaben? Auch keine Lösung

Die Einführung von Preisvorgaben im Straßengüterverkehr ist keine Lösung. Das meinen die Experten der Transportplattform Timocom (Erkrath) im Gespräch mit FUCHSBRIEFE. Unabhängig davon, wie ein Mindestpreis festzulegen sei und welche Institution (national, europäisch) diesen Deckel (EU-)rechtlich durchsetzen müsste, könnten die Anbieter dann nur mit zusätzlichen Benefits bei (neuen) Auftraggebern punkten. Das wären etwa: moderne Zugmaschinen und Auflieger, nachhaltiger Transport mit umweltfreundlichen LNG- oder Wasserstoff-LKW, spannende Trackingfunktionen etc. Das aber können viele kleinere Transporteure nicht bieten bzw. finanzieren. Sie würden dann aus dem Markt verschwinden.

Die wohl einzige Lösung scheint laut Timocom derzeit das strikte Verfolgen der Einhaltung von entsprechenden EU-Richtlinien. Also zu Kabotage-Regelungen, Sozialvorschriften, Mindestlohngesetzen. Einkäufer könnten schon aus eigenen Interesse faire Preise anbieten, damit Transportunternehmen kostendeckend arbeiten können. Frachtführer und Transportunternehmen sollten im Gegenzug keine Angebote unterhalb der Einstandskosten anbieten, um die Preisspirale nicht weiter zu befeuern.

Fazit: Preisdumping lässt sich kaum mit (EU-)Recht bekämpfen. 2014 ist Italien gescheitert: Preise im Güterkraftverkehr hätten danach nicht unter dem Mindestbetriebskosten liegen dürfen ... Verstoß gegen Unionsrecht.

Empfehlung: Die Eigenverantwortung von Auftraggebern und Auftragnehmern ist gefragt. Ansonsten wird der Markt zukünftig durch weniger Kapazitäten (Insolvenzen!) unweigerlich höhere Preise nach sich ziehen. Damit ist leider zu rechnen.

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