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Pandemie-Stützen fallen weg

Zahlungsmoral verschlechtert sich

© gerenme / iStock / Thinkstock
Immer mehr Unternehmen beschweren sich (wieder) über die sinkende Zahlungsmoral ihrer Partner. Bislang ist das "nur" Zurück zu der Normalität, die vor der Corona-Krise herrschte. Daraus könnte aber ein Problem für KMU werden.

Die Zahlungsdisziplin nähert sich wieder dem Vor-Corona-Niveau an. Das ist keine gute Nachricht, denn der Anteil der säumigen Kunden steigt wieder an. Das zeigt eine Erhebung des Kreditversicherers Coface. 76% der befragten Unternehmen gaben an, dass sie es in den zurückliegenden zwölf Monaten mit säumigen Kunden zu tun hatten. 2022 waren es nur 65%, 2021 nur 59%.

Vor Corona berichteten 82% der Unternehmen von säumigen Kunden. Hintergrund für die vergleichsweise gute Zahlungsmoral in der Krise: Während der Pandemie sicherten staatliche Stützen die Liquidität der Betriebe. „Jetzt, da fast alle COVID-19 bezogenen Unterstützungsmaßnahmen ausgelaufen sind und die Auswirkungen der Energiesubventionen abgeflacht sind, haben wir wieder annähernd Vorkrisenniveau erreicht“, so Coface-Volkswirtin Christiane von Berg.

Automobilindustrie hat die säumigsten Kunden

Den größten Ärger haben derzeit Unternehmen in der Automobilindustrie. Hier berichten immerhin 88% von Zahlungsverzögerungen. Auch der Transport-Sektor (85%) und die IKT- und Verpackungsbranche (beide je 80%) liegen über dem Gesamtdurchschnitt. Unterdurchschnittliche Beschwerden gibt es im Textilsektor (58%), bei der Holz-Wirtschaft (67%) und im Finanzbereich (68%).

Der Liquiditätsbedarf und die Unsicherheit in Unternehmen scheint hoch zu sein. Denn die Zahlungsfristen werden immer weiter herabgesetzt. Ein gewisser Teil der aktuell säumigen Kunden wird darum auch auf die Fristverkürzung zurückgehen. Über die Hälfte der Unternehmen fordert sein Geld inzwischen innerhalb von 30 Tagen. Besonders der Bausektor (20 Tage) möchte schnell an sein Geld kommen. Lieferanten-Kredite hätten eine durchschnittliche Laufzeit von 32 Tagen. Das sind die niedrigsten Werte seit 2017. 

International gemischtes Bild

International verzeichnet Coface ein gemischtes Bild bei der Zahlungsmoral. So berichteten 57% der Unternehmen, die in der Asien-Pazifik-Region tätig sind, von Zahlungsverzögerungen. Ein Jahr zuvor waren es noch 61%. Allerdings wurde bei Kunden, die überziehen, ein deutlich längerer Verzug registriert. Viele unpünktlichere Zahlungen stellte Coface auch für Polen fest (FB vom 26.01.2023).

Fazit: Die Verschlechterung der Zahlungsdisziplin ist noch eine Normalisierung. Die Herabsetzung der Fristen zeigt aber, dass mehr Unternehmen grundsätzlich besorgt sind und Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Kommunizieren Sie eng und frühzeitig und behalten Sie die Insolvenzentwicklung im Blick.
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