Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
3548
Kostengünstige CO2-freie Produktionsmethode in USA entwickelt

Stahlindustrie setzt mit Wasserstoff aufs falsche Pferd

Stahlindustrie setzt mit Wasserstoff aufs falsche Pferd. Copyright: Pixabay
Die deutsche Stahlindustrie setzt bei den erforderlichen CO2-Einsparungen stark auf Wasserstoff. In Projekte zur CO2-freien Stahlerzeugung wurden bisher knapp dreistellige Millionenbeträge investiert. In den nächsten Jahren werden einige Milliarden hinzukommen. Aber ein in den USA entwickeltes, neues Verfahren zur Rohstahlproduktion zwingt zum Umdenken.

Die deutsche Stahlindustrie setzt bei der CO2-freien Stahlerzeugung mit Wasserstoff auf das falsche Pferd. Eine neue Technik ist wesentlich günstiger. Sie kommt ohne Wasserstoff aus, schafft es aber dennoch, die Emissionen fast komplett einzusparen.

Das US-Startup Boston Metal hat die Elektrostahlproduktion optimiert. Mit einer speziellen Elektrode kann dabei der Sauerstoff aus dem Eisenerz abgetrennt werden. So wird Stahl ohne CO2-Emissionen und ohne Wasserstoff oder Kohle produziert. Das Startup konnte in kleinerem Maßstab schon nachweisen, dass es funktioniert. Bis 2024 soll die erste große Anlage errichtet werden. Bosten Metal will die Anlagentechnik für Stahlhersteller weltweit anbieten. Der damit in Deutschland erzeugte Stahl wird etwa 5% teurer als aktuell.

Neue Technik ist wesentlich günstiger

Stahl, der mit Wasserstoff hergestellt wird, ist dagegen um mindestens 30% teurer als bisher. Die großen deutschen Stahlhersteller arbeiten an Projekten, bei denen viel Wasserstoff benötigt wird. Salzgitter arbeitet im Projekt Salcos daran, Stahl mit Wasserstoff statt Kohle zu erzeugen, ThyssenKrupp mit Crabon2Chem an einer Weiternutzung des CO2 aus herkömmlicher Stahlproduktion, wofür aber auch viel Wasserstoff nötig ist. Weil Wasserstoff im Transportsektor gut genutzt werden kann (besonders Schiffe und Flugzeuge, evtl auch Lkw und Züge), wird eine starke Nachfrage mit entsprechend hohen Preisen herrschen. 

Schon knapp 100 Mio. Euro investiert

Derzeit haben die deutschen Stahlriesen je etwas unter 100 Mio. Euro in ihre Projekte investiert. Die großen Investitionen kommen in den nächsten Jahren. Salzgitter rechnet mit drei Milliarden Euro, um die CO2-Emissionen seiner Stahlproduktion bis 2050 nahe null zu bringen, ThyssenKrupp sogar mit zehn Milliarden Euro.


Fazit: Die neue Verfahrenstechnik ist wesentlich günstiger als die Stahlerzeugung mit Wasserstoff. Die deutschen Stahlhersteller sollten schnell umsatteln, um den Anschluss an den Markt nicht zu verpassen.

Hier: FUCHSBRIEFE abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Besser als die Benchmark im Performance-Projekt VII

DRH Vermögensverwaltung: Selbstbewusst zum Erfolg

© Diego Thomazini / Getty Images / iStock
Müssten wir die Anlagestrategie der DRH Vermögensverwaltung in einem Wort zusammenfassen, es hieße ”offensiv”. Im Performance-Projekt VII legt der Vermögensverwalter für den Kunden ein sehr chancenorientiertes Portfolio auf. Das geht gleichzeitig mit hohen Risiken einher, die die Sachsen aber geschickt abfedern.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2023: Prisma Investment GmbH in der Ausschreibung

Prisma Investment findet sechs Seiten ausreichend als Vorschlag für die Wilhelm Weidemann Jugendstiftung

© Collage Verlage FUCHSBRIEFE, Grafik: envato elements
Sind sechs Seiten ein Anlagevorschlag? Und wenn ja, wie mag der aussehen? Die Prisma Investment GmbH beteiligt sich jedenfalls mit einer solch extrem kurzen Ausarbeitung selbstbewusst am Wettbewerb um die neue Verwaltung des Stiftungskapitals der Wilhelm Weidemann Jugendstiftung. Aber kann der Frankfurter Vermögensverwalter damit die Stifter beeindrucken?
  • Fuchs plus
  • Erste Anlage zur kommerziellen Nutzung von CO2 entsteht

Heidelberg Materials und Linde verarbeiten CO2-Emissionen weiter

Kohlenstoffdioxid-Tank. © romaset / stock.adobe.com
Heidelberg Materials und Linde werden ab 2025 erstmals eine Anlage im Industriemaßstab bauen, die CO2 abscheiden und weiterverarbeiten kann. Das wird auch Anknüpfungspunkte zur Erforschung weiterer Nutzungsmöglichkeiten eröffnen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • FUCHS-Depot vom 06. Juni 2023

Neues Allzeithoch im FUCHS-Depot im Juni 2023

© KanawatTH / Getty Images / iStock
Das FUCHS-Depot hat ein neues Allzeithoch erreicht und wir nutzen den aktuellen Rücklauf der Kurse, um weitere Aktien einzusammeln.
  • Fuchs plus
  • Große Wasserstoffprojekte werden gebaut

Durchbruch zur industriellen Herstellung von grünem Wasserstoff

Wasserstoff © picture alliance / Zoonar | Alexander Limbach
In den kommenden drei Jahren wird der Durchbruch zur industriellen Herstellung von grünem Wasserstoffs kommen. Denn für einige große und viele kleinere Projekte ist die Finanzierung abgeschlossen. Etliche Projekte hatten sogar schon Baubeginn.
  • Fuchs plus
  • Alternative für Patentschutz und Streitregelung in Europa

Das neue Einheitspatent tritt in Kraft

Das europäische Patentrecht wird neu geordnet. Unternehmen, die regelmäßig europäische Patente anmelden oder europäische Patentanmeldungen im Patent-Portfolio halten, sollten sorgfältig eruieren, ob für sie das neue Europäische Einheitspatent sinnvoll ist.
Zum Seitenanfang