Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1703
Europas politische Strategie mit vehementer Schieflage

Die Rentner sind das Volk

Zwei Ereignisse fallen zusammen: Die Vorstellung des Programms der neuen EU-Kommission durch Ursula von der Leyen und die Verteidigung des Bundeshaushalts im Bundestag. Beide Ereignisse zeigen: Europas Politik ist in gewaltiger Schieflage. Das Geld wird ausgegeben, aber nicht verdient, kommentiert FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber.

Wie haben sie doch der designierten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Respekt gezollt. Klimarettung und Soziales stehen oben auf der Agenda der neuen EU-Kommission. Und dann noch zur Hälfte Frauen und zur Hälfte Männer im Kabinett. Toll. Diese politischen Errungenschaften mögen viele begeistern, mich irritieren sie.
Ich wünsche mir politische Gremien, in denen Kompetenz an erster Stelle steht, nicht Quoten. Und wo Ausgabenprogramme für Klima und Soziales ein wirtschaftliches Gegengewicht haben. Das aber fehlt.

Geringes Interesse an der Vollendung des europäischen Binnenmarktes

Von der Leyen scheint der unvollendete Binnenmarkt nicht sonderlich zu interessieren. Sie erwähnt ihn in ihrer Antrittsrede bestenfalls als Randnotiz. Dabei wäre er die dringende Voraussetzung, dass Europa seine Wolkenkuckucksheime bei Klima und Soziales finanzieren kann. Wenn man nicht längst eingeplant hat, dass die Notenbank das übernimmt.

Vor allem die Dienstleistungsfreiheit steht noch immer nur auf dem Papier. Dienstleistungen machen inzwischen drei Viertel des EU-BIPs aus. Frankreich aber sperrt sich gegeneine weitere Öffnung. Und in Paris sitzt von der Leyens Königinnenmacher Emmanuel Macron auf dem Thron. Derselbe Macron will immer neue Ausgabenprogramme für Europa. Wer finanziert sie?

Europa: Spitze bei der Rente

Dafür entlässt Frankreich seine Rentner faktisch weiter mit 60 in die Rente. Frankreichs Rentner erhalten im Durchschnitt 61% des vorherigen Einkommens vor Steuern, Italiener 83%. Insgesamt gibt Frankreich fast 14% des BIP für Renten aus, Italien 16%, Deutschland 10%. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 8%. Italien hat zudem gerade ein Grundeinkommen eingeführt. Da will Deutschland nicht zurückstehen. Vizekanzler und Möchte-Gern-SPD-Chef Olaf Scholz feiert einen Haushalt, in dem die Sozialausgaben stärker steigen als die Investitionen.

Kein Wunder. Polit-Ökonomie können sie alle. Wer hat SPD und CDU im Bund, in Brandenburg und Sachsen vor allem gewählt? Die über 60Jährigen. Und je älter der Mensch, desto eher geht er wählen. Die Rentner sind also jetzt das Volk. Zumindest für SPD und CDU. Und ihre Pendants der vermeintlichen gesellschaftlichen Mitte in den Nachbarländern.

Epilog

Es gab schon andere reiche Länder, die sich für großzügige Sozialmaßnahmen haben feiern lassen. Sie sind jetzt pleite. Argentinien lässt gerade wieder grüßen. Ich grüße Sie auch, sagt Ihr

Unterschrift Ralf Vielhaber

Meist gelesene Artikel
  • Trusted Wealth Manager 2024 – Vertrauenswürdige Vermögensverwalter

Die meisten Vermögensverwalter in Deutschland verdienen Vertrauen

Trusted Wealth Manager 2024. © Verlag FUCHSBRIEFE
Wer ist als Vermögensmanager vertrauenswürdig? Die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wertet wie im immer zum Jahresbeginn ihr laufendes Monitoring «Trusted Wealth Manager» aus. Und da gibt es 2024 viel Positives zu berichten!
  • Fuchs plus
  • EU plant neue Russland-Sanktionen

Weiterleitungsklauseln sind ein Risiko für Exporteure

Die EU plant nach dem Tod von Alexey Nawalny offenbar neue Sanktionen gegen Russland - dabei sind viele Unternehmen noch nicht einmal auf die Folgen der Sanktionen des vorigen Pakets vorbereitet. Am 18. Dezember hatte die EU ihr 12 Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Diese Strafmaßnahmen wurden nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit verabschiedet und halten viele negative Überraschungen bereit - sogar für Unternehmen, die gar nicht direkte Geschäfte mit Russland machen.
  • Fuchs plus
  • Immoblien-Besteuerung in der 10-Jahresfrist

Fallstricke und Feinheiten bei der Eigennutzung

Mit Immobilien lassen sich erheblich Steuern sparen - wenn die Eigentümer alles richtig machen. Drei Urteile des Bundesfinanzhofes (BFH) zeigen aber, dass es viele spitze Stolpersteine gibt, die schnell einen Unterschieb über etliche Tausend Euro machen können. FUCHSBRIEFE geben Ihnen Orientierung und zeigen, worauf Sie im Detail achten müssen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Wilder Bullen-Run am Krypto-Markt

Bitcoin auf dem Weg zum Allzeithoch

Die Kryptowährungen erleben einen wilden Bullen-Run. Allein am Mittwoch schoss der Bitcoin-Kurs (BTC) um über 9% nach oben. Die Kryptowährung ist mit Höchstgeschwindigkeit zum Allzeithoch bei 67.000 US-Dollar unterwegs. FUCHS-Devisen Krypto-Analyst Jannis Grunewald prognostiziert die weitere Entwicklung.
  • Fuchs plus
  • Hot Stock: SynBiotic SE

Cannabis-Aktie mit Kursexplosion

Die Cannabis-Legalisierung hat die Kurse von Hanf-Aktien in Wallung gebracht. Eine dieser Aktien ist SynBiotic. Der Kurs der Aktie sprang um satte 75% an, nachdem das Gesetz beschlossen wurde. Kurz darauf sackte die Notierung wieder in sich zusammen. Ist das nun eine gute Kaufgelegenheit?
  • Fuchs plus
  • Kreditversicherer Atradius warnt

Zahlungsmoral in der Lebensmittelbranche sinkt

In der Lebensmittelbranche sinkt die Zahlungsmoral. Die Zahl der Unternehmen, die verspätet oder gar nicht mehr zahlen, steigt in diversen Segmenten der Branche signifikant an. Darauf hat der international tätige Kreditversicherer Atradius hingewiesen.
Zum Seitenanfang