Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
3383
Erfolgreicher Abschluss wahrscheinlich

EU und Indien verhandeln intensiv über Freihandelsabkommen

Menschen in Indien an einer Busstation © IDREES MOHAMMED / EPA / picture alliance
Die Europäische Union verhandelt mit dem Wachstums-Champion und bevölkerungsreichsten Land der Erde über ein Freihandelsabkommen. Der Versuch, ein solches Abkommen mit Indien zu schließen, wurde schon einmal unternommen. Er scheiterte aber 2013 an zu große Differenzen. Diesmal dürften sich beide Seiten einigen, hören FUCHSBRIEFE aus Verhandlungskreisen.

Die EU und Indien sind auf einem guten Weg, ein Freihandelsabkommen abzuschließen. Die Chancen, dass es im zweiten Anlauf gelingt, ein solches Abkommen auszuhandeln, stehen gut. Das sagen Insider gegenüber FUCHSBRIEFE. 2013 scheiterte ein erster Anlauf noch aufgrund großer handelspolitischer Differenzen. 

Beide Seiten haben inzwischen ein starkes Interesse, ein Freihandelsabkommen abzuschließen und bisherige Hürden zu überwinden. Auf höchster Ebene wurde uns versichert, dass es der indischen Seite mit seinem Engagement für den Abschluss eines ehrgeizigen und umfassenden Abkommens sehr ernst sei. Denn der geopolitische Kontext habe sich massiv verändert. Dadurch würden auch für Indien neue Notwendigkeiten für Kooperationen entstehen.

Verhandlungen über 2023 hinaus

Die Verhandlungen werden aber noch andauern. Ein zeitplangemäßer Abschluss bis Ende 2023 sei zunehmend unrealistisch, so unsere Quelle. Zwar würden beide Seiten intensiv am Abkommen arbeiten. Dennoch sei noch kein Kapitel abgeschlossen. Insgesamt stünden die Verhandlungsteilnehmer noch am Anfang. Differenzen gibt es bei Marktzugangsangeboten für Waren, Dienstleistungen und Investitionen sowie für das öffentliche Beschaffungswesen. Erhöhte Aufmerksamkeit wird auch dem Kapitel Handel und nachhaltige Entwicklung gewidmet.

Neues Gremium soll regelmäßige Treffen organisieren

Es gibt aber bereits konkrete Fortschritte. Am Montag (06.02.) wurde der Euro-Indische Handels- und Technologierat (TTC) gegründet. Er sorgt für eine weitere Institutionalisierung der Beziehungen zwischen Europa und Indien. Der TTC wird Ministertreffen zwischen der EU und Indien koordinieren und vorbereiten, die mindestens einmal im Jahr stattfinden sollen. Das erste Treffen ist für Frühjahr 2023 geplant.

Für deutsche Unternehmen ist ein Freihandelsabkommen mit Indien mit großen Chancen verbunden (FB vom 16.01.2023). Die schnell wachsende Volkswirtschaft braucht Maschinen, Chemikalien, Automatisierungstechnik und Elektronik. Auch im Infrastrukturausbau (Straßen, Energieversorgung) gibt es reichlich Potenzial für Aufträge. Nicht zuletzt ist Indien ein gigantischer Absatzmarkt für Konsumprodukte. Gleichzeitig ist das Arbeitskräftepotenzial groß, das Ausbildungsniveau steigt und die Lohnkosten sind vergleichsweise niedrig. Die Geschäftsrisiken in Indien sind rückläufig, wie die neue Bewertung des Kreditversicherers Coface (Hochstufung von C auf B) zeigt.

Fazit: Ein erfolgreicher Abschluss der Freihandelsverhandlungen mit Indien wird vielen Unternehmen neue Geschäftschancen eröffnen. Es lohnt sich, frühzeitig auf den Sub-Kontinent zu fokussieren und Geschäftsmöglichkeiten auszuloten.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Elektronischer Fahrzeugschein für Unternehmen: Einfach per i-Kfz-App und QR-Code

Elektronischen Fahrzeugschein nutzen

Unternehmen können ab sofort den elektronischen Fahrzeugbrief nutzen. Das ist für viele eine Erleichterung.
  • Fuchs plus
  • OLG-Entscheidung: Unverbindliche E-Mail-Anfragen führen nicht zu Buchungsverträgen

Dienstreise: Anfrage ist noch kein Vertrag

Eine Zimmeranfrage per E-Mail stellt noch keinen verbindlichen Beherbergungsvertrag dar. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt/M entschieden.
  • CDU in der selbstgewählten politischen Isolation

Gefesselt auf der Brandmauer

Die CDU steckt in der strategischen Sackgasse fest. Trotz Wahlerfolg in Baden-Württemberg fehlt der Union ein politisches Druckmittel, da sie jede Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt. Diesen selbstmörderischen Kurs wird die Union mit Merz nicht mehr lange aushalten, meint FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Stefan Ziermann.
Zum Seitenanfang