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Die Insel hat sich im internationalen Handelspoker überschätzt

Trump takes control in Britain

Die Brexiteers lockten mit einer Austrittsdividende, die sie nach dem Austritt aus der EU in einer besseren Verhandlungsposition Londons sahen. Doch die ersten „Erfolge" von Handelsminister Liam Fox zeigen: damit ist es nicht so weit her.

Die Realität holt die Brexit-Briten schneller ein, als ihnen lieb sein kann. Ihre Verhandlungsmacht reicht nicht weit über die Insel hinaus. Handelsminister Liam Fox, einer der führenden Köpfe der Brexiteer-Fraktion, versprach, die 40 wichtigsten Handelsverträge der EU mit Drittstaaten durch bilaterale Verträge für das Vereinigte Königreich bis zum Austritt am 29. März zu ersetzen. Geschafft hat er davon ganze vier: mit den „Wirtschaftsgroßmächten" Schweiz, Chile und den Färöer sowie einer Handelsorganisation südostafrikanischer Staaten.

Ursache für diesen Flop: UK hat als Markt mit 66 Mio. Einwohnern deutlich weniger Verhandlungsmacht als die EU mit ihrem Binnenmarkt. Für Südkorea oder Japan, Australien oder Neuseeland steht daher außer Frage, dass sie ihren Vertrag mit der EU nicht einfach 1:1 auf Großbritannien übertragen. Und ein Papier des US-Handelsbeauftragten zeigt, was die Briten von den USA zu erwarten haben: Demnach bestehen die USA nicht nur darauf, dass UK im neuen Handelsabkommen die US-Standards für Lebensmittel akzeptiert; sie verlangen auch eine Art Veto-Recht der USA gegen Handelsverträge der Briten mit Dritten wie China oder der EU. Statt „take back control" hieße es „Trump takes control".

Fazit: Wie immer der Vertragspoker mit der EU ausgeht, im internationalen Handel wird UK zum Absteiger.

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