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Widersprüchliche Signale aus dem Führungsgremium der Fed

Die US-Notenbank stochert im Nebel

Die Fed hat die Zinsen gesenkt. Copyright: Picture Alliance
Zins runter, Zins halten, Zins rauf. Das Führungsgremium der US-Notenbank weiß nicht, was zu tun ist. Die Unsicherheit ist so groß wie selten zuvor.

Der US-Zins ist zunehmend das Produkt eines (faulen) geldpolitischen Kompromisses. Das FOMC hat mit 7:3 Stimmen die nächste Zinssenkung beschlossen. Der US-Leitzins sinkt auf 1,75% bis 2% als Ziel für die FED-Funds. Der Blick auf die Prognosen („dots") zeigt das volle Ausmaß des Dissenses zwischen den Mitgliedern: Ein Drittel erwartet eine weitere Zinssenkung. Ein weiteres Drittel sieht keine Änderung. Und das verbleibende Drittel sieht die Zinssenkung als Fehler, der bis Jahresende durch eine Erhöhung korrigiert wird.

Die Währungshüter stochern mit der Stange im Nebel. Sie suchen einen gangbaren Weg, der sowohl den widersprüchlichen Konjunkturdaten als auch den politischen Risiken gerecht wird. Erkennbar sind die Beschäftigungsverluste durch den Exportrückgang im Gefolge der Handelskonflikte. Damit wächst das Handelsdefizit (statt zu sinken). Gleichzeitig haben als Nachklang der zuvor guten globalen Konjunktur die Einkommen aus dem Auslandsvermögen zugelegt. Das findet jedoch durch die von Trump angeheizten Konflikte ein Ende.

Die Schere geht auseinander

Das Defizit der Leistungsbilanz wird also wachsen. Denn dem schwachen Export steht wiederum eine robuste Inlandsnachfrage gegenüber. Die Umsätze der Einzelhändler legen weiter zu. Zuletzt stiegen sie um 0,4% (jeweils zum Vormonat) und damit stärker als erwartet (Konsens 0,2%). Auch die Industrieproduktion erholt sich mit einem Zuwachs von 0,6% nach -0,1% im Vormonat. Die Preise ziehen mittlerweile an. Die Kernrate entfernt sich mit 2,4% langsam nach oben hin vom Ziel.

Eine Lockerung lässt sich von einer robusten Konjunktur und anziehenden Preisen her schlecht begründen. Offenbar spielten der politische Druck und die nur noch beschränkte Autonomie der Notenbank eine Rolle.

Fazit: Kurzfristig wird der Dollar als sicherer Hafen im Kontext der geopolitischen Spannungen gestützt. Er bleibt aufgrund der Rendite-Vorteile attraktiv.

Empfehlung: Interessant zumindest als Beimischung im Bond-Portfolio ist etwa die brasilianische Dollar-Anleihe mit Laufzeit Januar 2021 (US 105 756 BS8 3), die rund 2,3% Rendite bietet.

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