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An einem Kryptogeld führt im Zeitalter von Industrie 4.0 kein Weg vorbei

Europas Politik sollte Libra als Chance erkennen

Libra geht in eine kritische Phase über. Copyright: Pixabay
Ob Libra oder E-Euro: An einem Kryptogeld auf Blockchain-Basis führt im Zeitalter von Industrie 4.0 kein Weg vorbei. Denn mit Kryptogeld verbindet sich viel mehr als die reine Zahlfunktion. Europas Politik könnte erneut eine große Chance verpassen.

Das Projekt Libra kommt in eine kritische Phase. Es steht unter starkem Beschuss durch die Politik. Und wichtige Partner aus dem Konsortium (Visa, Paypal, Mastercard, ebay, Stripe) springen ab. Doch die Idee des „Weltgeldes" besteht fort. Es wird ein Wettlauf zwischen Privat (Libra) und Staaten. Denn an einem digitalen Blockchain-Geld führt kein Weg vorbei. Es ist für das
Funktionieren einer digitalisierten Industrie 4.0 unerlässlich.

Libra hat zwei Möglichkeiten, legal auf den Markt zu gehen:

  •  Als Giralgeld (Kontoguthaben): Dann wäre Libra eine Forderung auf z. B. Euro, Dollar oder Yen, die nur teilweise gedeckt ist (Die durch die EZB festgelegte Mindestreservepflicht auf Euro-Giralgeld in der EU beträgt 1% auf den Euro).
  • Als aktiv oder passiv gemanagter Fonds: Dieser wäre so liquide, dass er nicht nur wie ein ETF (Exchange Traded Fund) täglich an den Börsen gehandelt, sondern auch als Zahlungsmittel im Alltag eingesetzt werden könnte. Das Vermögen des Fonds ist dabei als Sondervermögen der Fondsanteilseigner – die Halter von Libra – voll im Fonds hinterlegt.

Libra würde als Geldmarktfonds auf den Markt kommen. Spekuliert wird über eine Gewichtung von 50% US-Dollar, 18% Euro, 14% Yen, 11% Britisches Pfund sowie 7% Singapur-Dollar. Libra wäre in der geplanten Form nicht geeignet, den Euro zu
ersetzen. Aber Libra wäre zu 18% mit Euro hinterlegt. Das wäre mehr als die EU mit 16,29% am globalen BIP ausmacht. Damit würde Libra die globale Nachfrage nach Euro eher anfachen als abschwächen.

Die Libra Association kann keine Geldpolitik betreiben. Sie kann nicht, wie einst die Zentralbanken der Staaten dies getan haben, die Deckung ihres Geldes (etwa durch Gold) entgegen der ursprünglich geschlossenen Verträge aufheben und eine eigene Währungspolitik betreiben. Dies wäre bei Staaten anders. Sie können die Rechtsordnung ändern.

Ob der E-Euro eine Alternative zu Libra sein kann, ist fraglich. Denn es geht nicht nur um Geld. Es geht auch um leichte Bedienbarkeit, Geschäftskonzepte, Schnittstellen zu anderen IT-Systemen und die Beschäftigung von talentierteren Entwicklern mit Einstiegsjahresgehältern von teilweise 200.000 US-Dollar und mehr. Ob staatliche Betriebe dies leisten können (und sollten), ist mehr als fraglich.

Fazit: Libra ließe sich als legaler Bestandteil in unsere Währungsordnung integrieren. Libra nach Europa (Schweiz) zu holen, stellt die einmalige Chance dar, ihr europäische Datenschutz- und Rechtsstandards einzuprägen (Compliance by Design).

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