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Deutschland zieht die Eurozone runter

Haus ohne Dach

Das exportabhängige Deutschland mausert sich in der Eurozone zum Problem. Die diffuse weltpolitische Lage richtet hier besonderen Schaden an. Kurzfristig hat der Euro jedoch Rückenwind.

Die Wirtschaft der Eurozone wird vom exportabhängigen Deutschland ausgebremst. Der Rückgang des globalen Handels schlägt hier voll durch. Das zeigen die jüngsten Daten zur Industrieproduktion. Das deutsche Minus von 1,9% trägt maßgeblich zu den -0,4% (jeweils Monatsvergleich) für die Eurozone insgesamt bei. Die stärker zum Inland orientierten Länder Frankreich und Spanien erzielen dagegen teils sogar beachtliche Zuwächse.

Die Aussichten der Eurozone sind daher nicht annähernd so besorgniserregend, wie es aus deutscher Sicht erscheint. Deutschland hat ein hausgemachtes Problem durch die unausgewogene Struktur der Nachfrage. Mehr Binnennachfrage durch Einkommenspolitik oder besser noch ein beherzter Schub bei den Investitionen in unsere Infrastruktur würde dem Standort D und der ganzen Eurozone neuen Schwung geben. Zugleich würde Deutschland damit wieder in die eigene Zukunft investieren statt in die Zukunft der Handelspartner. Die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse sind von dieser Seite her ein Signal der Schwäche. Das überträgt sich auch auf den Euro.

Diese wirtschaftliche Schwäche wird durch die politische verschärft. Die drückt sich in der Reformunfähigkeit aus. Ob man die monetäre Integration in der EU als zu weit gehend oder die fiskalische als zu schwach einschätzt, ist dabei zweitrangig. Es kommt darauf an sie in einem schlüssigen Konzept zu harmonisieren. Das geschieht aber nicht und macht die Eurozone als ganzes und damit auch jeden einzelnen Mitgliedsstaat anfällig für Krisen.

Fazit: Der Euro erlebt zwar derzeit ein kleines Zwischenhoch aufgrund der neu eingepreisten US-Zinsaussichten. Der Rückenwind wird aber nicht lange anhalten.

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