Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1559
Deutschland zieht die Eurozone runter

Haus ohne Dach

Das exportabhängige Deutschland mausert sich in der Eurozone zum Problem. Die diffuse weltpolitische Lage richtet hier besonderen Schaden an. Kurzfristig hat der Euro jedoch Rückenwind.

Die Wirtschaft der Eurozone wird vom exportabhängigen Deutschland ausgebremst. Der Rückgang des globalen Handels schlägt hier voll durch. Das zeigen die jüngsten Daten zur Industrieproduktion. Das deutsche Minus von 1,9% trägt maßgeblich zu den -0,4% (jeweils Monatsvergleich) für die Eurozone insgesamt bei. Die stärker zum Inland orientierten Länder Frankreich und Spanien erzielen dagegen teils sogar beachtliche Zuwächse.

Die Aussichten der Eurozone sind daher nicht annähernd so besorgniserregend, wie es aus deutscher Sicht erscheint. Deutschland hat ein hausgemachtes Problem durch die unausgewogene Struktur der Nachfrage. Mehr Binnennachfrage durch Einkommenspolitik oder besser noch ein beherzter Schub bei den Investitionen in unsere Infrastruktur würde dem Standort D und der ganzen Eurozone neuen Schwung geben. Zugleich würde Deutschland damit wieder in die eigene Zukunft investieren statt in die Zukunft der Handelspartner. Die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse sind von dieser Seite her ein Signal der Schwäche. Das überträgt sich auch auf den Euro.

Diese wirtschaftliche Schwäche wird durch die politische verschärft. Die drückt sich in der Reformunfähigkeit aus. Ob man die monetäre Integration in der EU als zu weit gehend oder die fiskalische als zu schwach einschätzt, ist dabei zweitrangig. Es kommt darauf an sie in einem schlüssigen Konzept zu harmonisieren. Das geschieht aber nicht und macht die Eurozone als ganzes und damit auch jeden einzelnen Mitgliedsstaat anfällig für Krisen.

Fazit: Der Euro erlebt zwar derzeit ein kleines Zwischenhoch aufgrund der neu eingepreisten US-Zinsaussichten. Der Rückenwind wird aber nicht lange anhalten.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Dekarbonisierung: Andere Standorte attraktiver als Deutschland

Skandinavien bei Dekarbonisierung weit vorn

Obwohl die deutsche Regierung die ganze Wirtschaft auf Klimaneutralität trimmen will - wie die EU - bietet Deutschland keine guten Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierungsstrategie. Das zeigt eine Umfrage von EY unter Unternehmen. Andere Standorte sind attraktiver.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Geldpolitik bringt Euro-Kurs weiter unter Druck

Zinsschritt der Fed wird immer unwahrscheinlicher

Der Markt spiegelt derzeit nur eine Wahrscheinlichkeit von 20% für eine Zinssenkung im Juni wider. Die Frage in den kommenden Wochen wird sein, ob die Fed überhaupt zwei Zinssenkungen durchführen kann.
  • Fuchs plus
  • Trendwende in China wird greifbar

CNY macht Druck auf EUR

Die Wirtschaftsdaten in China sind durchwachsen. Aber die Währung hat eine klare Richtung eingeschlagen. Der Yuan macht zunehmend Druck auf den Euro. Aktuelle Daten aus dem Reich der Mitte machen eine größere Bewegung des CNY wahrscheinlich.
  • Fuchs plus
  • Taiwans Wirtschaft läuft rund

Wachstum und Inflation ziehen an

Der weltweite Technologiewettlauf ist voll entbrannt. Vor allem mit ihrer Halbleiterkompetenz haben sich Unternehmen wie TSMC ihren Ruf aufgebaut und hohe Wettbewerbshürden etabliert. Das Exportpowerhouse Taiwan bietet für Investoren im Tech-Sektor spannende Möglichkeiten an deren Erfolg und der starken Devise zu partizipieren.
Zum Seitenanfang