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Tschechiens Notenbank auf Hold

Inflation sendet erste Entspannungssignale

Tschechische Krone. (c) cnb.cz
Während die deutsche Inflationsrate weiter steigt, scheint sich in Tschechien langsam die Trendwende einzustellen. Die Notenbank sieht sich daher in der Lage, ihre Zinserhöhungen zu pausieren. Daraus ergeben sich Chancen für Anleger.

Anders als die EZB, die Fed oder die Bank of England schaltet Tschechiens Notenbank bei den Zinsen wieder in den "Halten-Modus". Im jüngsten Zinsentscheid im August beließ die Notenbank den Leitzins bei 7%. Ebenso wird für die Septembersitzung eine Nullrunde erwartet ohne die Veränderung des aktuellen Leitzinslevels. 

Die Krone zeigt sich ungeachtet der steigenden Zinsdifferenz zum Euro stabil und notiert bei Werten um 24,50. Entscheidend ist hier die weitere Entwicklung des Gaspreises. Beruhigt sich der Preis und steigt nicht stürmisch weiter, dürfte das der Krone nützen. Der langfristige Aufwertungstrend der Krone ist weiter intakt.

Erste Beruhigungssignale bei der Inflationsrate

Dass Tschechiens Geldhüter auf die Bremse treten, liegt an den Beruhigungssignalen bei der Teuerungsrate. Ein vorsichtiges Zeichen setzt die Entwicklung der Produzentenpreise. Im August sind diese um 0,1% im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Auch die Inflationsrate kam im August das erste Mal seit 14 Monaten etwas zurück und liegt nun mit 17,2% unter den Erwartungen in Höhe von 17,6% und unter dem Vormonatswert von 17,5%.

Die Inflation drückt dennoch auf die Stimmung. So fiel die Zuversicht unter den Verbrauchern im September auf den niedrigsten Stand seit August 1999. Die Aussicht auf steigende Arbeitslosigkeit und Preise drücken die Kaufabsichten für große Anschaffungen in den Keller. Dies spiegelt sich auch in der Stimmung der Unternehmen wider, die seit Juni im Sinkflug ist und auf den niedrigsten Stand seit 18 Monaten liegt. Neben dem Kostendruck aus Vorprodukten und Rohstoffen, sind es die anziehenden Löhne, die den Produzenten Sorgen bereiten.

Wachstum verlangsamt sich

Eine Wachstumsverlangsamung ist unausweichlich. Selbst bei einem erwarteten nominalen Lohnwachstum von immerhin 7%, schneidet der Verbraucher in Anbetracht der hohen Geldentwertung schlecht ab. Kein Wunder, dass sich die Menschen mit Anschaffungen zurückhalten und sich nur auf das Notwendige beschränken. Bereits im zweiten Quartal hat sich die Konjunktur abgeschwächt. Das ist auch für das dritte Quartal zu erwarten.

Dennoch attraktives Renditeumfeld

Zinsjäger finden im tschechischen Tages- und Festgeld hohe Erträge. Der Renditeunterschied zu den zehnjährigen Staatsanleihen beziffert sich trotz des jüngsten starken Renditeanstiegs beim Bund immer noch auf gut 300 Basispunkte, an dem der Anleger mit der Staatsanleihe mit einer Laufzeit bis 04. Dezember 2036 (WKN A0G27E) partizipieren kann. Die Rendite des mit Aa3 bewerteten Papiers beziffert sich auf knapp 5,2%. 

Wer höhere Risiken nicht scheut, findet interessante Dividendenrenditen bei den Blue-Chips der Prager Aktienbörse. Ein lukrativer Titel ist die Aktie von Philip Morris (WKN 887834) mit einem KGV von knapp 11 und einer Dividendenrendite von 8,4%. Im Energiebereich ist CEZ (WKN 887832) in Osteuropa führend. Die Aktie markierte seit unserer jüngsten  Empfehlung (FD vom 04.03.2022) ein Hoch bei mehr als 49 Euro und setzt aktuell zu einer Konsolidierung an. Das ist eine neue Kaufgelegenheit. Bei einer moderaten Bewertung mit dem 9,3-fachen Gewinn liegt die Dividendenrendite bei beachtlichen 8%.

Fazit: Anleger, die in Tschechien investieren, sind optimistisch was die weitere Lage in Osteuropa (Ukraine) und auf den Gasmärkten angeht. Wer eine pessimistische Prognose vertritt, nimmt bei Tschechien-Anlagen besser Abstand.
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