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Zinsanstieg bringt Dollar in Fahrt

Wie schätzen die Banken die Währungsentwicklungen ein? Copyright: Pexels
Die US-Zinsentwicklung steht im Mittelpunkt der Prognose-Anpassungen der von uns nach ihrer Markteinschätzung befragten Banken. Denn der Renditeanstieg bringt viel Kapital auf den Finanzmärkten in Schwung. Das wirkt zurück auf die Währungen.

Die LBBW hat die Zinserwartungen für die 10-jährigen Treasuries von 1,25% auf 1,75% auf in 3 Monaten und von 1,50% auf 1,75% in 12 Monaten verändert. Die Begründung dafür: Die US-Fed hat eine höhere Toleranz im Hinblick auf steigende US-Renditen signalisiert. Sie wird den Zinsanstieg somit nicht früh bremsen, den Zinsen also Spielraum nach oben lassen.

Ähnlich sieht Berenberg die Lage. Die Prognoseänderungen gehen zwar zu einem kleinen Teil darauf zurück, dass das Haus die Zahlen dem Zeitverlauf anpass, weil "wir einen Monat weiter sind und uns sozusagen auf der Kurve nach vorn bewegen". Zu einem größeren Teil nimmt das Haus aber "echte" Änderungen vor. So ist die US-Notenbank laut Berenberg eher bereit als die EZB, einen Anstieg (eine Normalisierung der Zinsen) zu akzeptieren. Infolge dessen weitet sich der Zinsvorsprung zugunsten der USA aus. Berenberg hebt deshalb sowohl die Zinsprognose als auch – insbesondere auf 3 Monate – die Prognose für EUR|USD an.

US-Zinsen rauf, Dollar hinterher

Auch Pictet sieht den Euro unter Druck, führt dafür aber noch andere Gründe als nur die Zinsen an. Das Haus hat kurzfristige Bedenken hinsichtlich des Tempos der Einführung von Impfstoffen und strengerer Sperrmaßnahmen im Euroraum. Diese verlangsamen die Rückkehr in die Normalität und verursachen zyklischen Gegenwind für den Euro. Zudem dürfte der vom US-Kongress genehmigte Fiskalpaket in den nächsten Monaten den US-Dollar stützen. Das allerdings - so Pictet - wird den längerfristigen Abwärtstrend des US-Dollars nicht umkehren werden. Auch die anhaltende Erholung der Weltwirtschaft wird auf Dauer nur auf eine begrenzte Nachfrage nach sicheren Häfen wie den US-Dollar hindeuten. Schließlich bleiben die großen Zwillingsdefizite der USA (Fiskal- und Leistungsbilanz) und die fundamentale Überbewertung des Dollars negative langfristige Faktoren für diese Währung.

Mit Blick auf Japan bemerkt Pictet, dass der Anstieg der langfristigen Nominalzinsen weltweit den niedrig verzinsten japanischen Yen belastet. Die Bank hält das weitere Abwärtspotenzial des Yen allerdings für begrenzt, jedenfalls so lange, wie der US-Notenbank die Zinsen nicht davongaloppieren. Ein starker Anstieg der Renditen könnten den eher defensiven Yen sogar stützen, weil ein steiler Renditeanstieg den globalen Risikoappetit beeinträchtigen würde.

Fazit: Die Banken richten sich auf einen weiteren Zinsanstieg in den USA ein. Entsprechend gehen sie von einem Kursgewinn des Greenback aus, der den Euro unter anhaltenden Druck bringt.

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