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Auch ein hinausgezögerter Brexit hat wirtschaftliche Konsequenzen

Der Schaden ist vollbracht

Vor allem auf dem Kontinent ist die Erleichterung groß, dass sich das britische Parlament gegen den harten Brexit, den EU-Austritt ohne Vertrag, entschieden hat. Doch für die Briten ist damit wenig gewonnen. Und schon gar nicht für das britische Pfund.

Theresa May und das Vereinigte Königreich haben in dieser Woche das Schlimmste, den harten Brexit, vorläufig vermieden. Dennoch sind bereits bleibende Schäden erkennbar. Weitere werden hinzukommen, je länger die Ungewissheit andauert. Dauerhafte Verluste für Großbritannien entstehen durch die Verlagerungen von Unternehmen, Personal und Kapital vor allem der Finanzbranche aus London auf den Kontinent.

Diese kostenträchtigen Aktionen müssen sich bezahlt machen. Deshalb gilt: Unternehmen und auch Personal, die nach Dublin, Frankfurt oder Paris abwandern, kommen nicht zurück. Selbst wenn Großbritannien am Ende in der EU bleiben sollte.

Ein zweiter Umzug zurück nach London würde nur doppelte Kosten verursachen. Stattdessen wird das Geschäft jetzt diesen Verlagerungen folgen müssen. Denn die bereits getätigten Ausgaben müssen wieder „hereingeholt" werden. Bislang haben 275 Finanzunternehmen Personal, Kapital oder ganze Unternehmen auf den Kontinent verlagert. Der Kapitalabfluss hat nach den vorliegenden Berichten und Schätzungen einen dreistelligen Milliardenbetrag erreicht.

Fazit: Der gestiegene Pfundkurs hat keine reale Basis. Er beruht auf dem Seufzer, dass der harte Brexit erst mal vermieden wurde. Doch die UK-Wirtschaft ist geschwächt. Der Schaden ist bereits angerichtet.

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