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Viele Staaten wollen ihre Konjunkturprognosen mit Hilfe von Big Data revolutionieren

Wirtschaftsprognose 4.0

Viele Satelliten umkreisen bereits die Erde, um mithilfe von Sensoren und Kameras Daten zu sammeln. Copyright: Picture Alliance
Das Geschäft der Konjunkturprognostiker wirkt mehr und mehr steinzeitlich. Sie klauben Daten aus zahllosen Statistiken unterschiedlicher Qualität und mühen sich dann, ein Gesamtbild zu erstellen. Satellitenbeobachtung und Hochleistungssoftware sollen den Job künftig besser machen.

Die Digitalisierung wird die Wirtschaftsstatistik und ihre -prognosen revolutionieren. Das US-amerikanische Massachusetts Institute of Technology (MIT) und das chinesische Militär erproben bereits intensiv die neuen Möglichkeiten der digitalen Vernetzung bei der Vorhersage von Konjunkturzyklen. Kanada und Großbritannien arbeiten ebenfalls mit Hochdruck daran.

Eines der zentralen Hilfsmittel sind die vielen Satelliten, die die Erde umkreisen. Ihre Hochleistungskameras und -sensoren sollen wesentliche Teile der künftigen wirtschaftsstatistischen Datensammlungen beisteuern. Sie können die Ölstände oberirdischer Öltanks messen oder die Emissionen von Stahlwerken melden, um so ohne Zeitverlust deren Output errechnen zu können. Auch der Hafenbetrieb mit seinen Be- und Entladungen lässt sich über Satelliten beobachten und auswerten. In China gibt es bereits ein Satelliten-Netz, das insgesamt rund 6.000 Industrieunternehmen auf einer Fläche von 500.000 Quadratkilometern observiert und die gewonnenen Daten meldet.

Totale Vernetzung

Hinzu kommen die „Segnungen" der Digitalwirtschaft. Wenn alles mit allem vernetzt ist und Daten liefert, sollen diese natürlich auch der Wirtschaftsstatistik zugänglich gemacht werden. Hohe Relevanz soll vor allem die Analyse der Zahlungsströme im Online- und Einzelhandel bekommen. In China ist das für den Staat kein Problem, in Deutschland wird der Datenschutz manchen Riegel vorschieben.

Der Mensch als – oftmals fehlender – Wirtschaftsprognostiker bekommt ernsthafte Konkurrenz. Die genannten Länder entwickeln Hochleistungssoftware, die die einzelnen Daten zu einem Gesamtbild zusammenfügt und die Datenreihen selbständig analysiert. Kanada gibt inzwischen auf monatlicher Basis Zahlen zum BIP und seiner Veränderung heraus.

Software ersetzt Menschen

Das Vertrauen in die Software(potenziale) ist derzeit groß. Es herrscht die Ansicht vor, dass es schlimmer als beim Wirtschaftseinbruch während der Finanzkrise nicht laufen kann, als die Prognostik viel zu spät und mit hohen Fehlermargen den Einbruch erkannte.

Zahlreiche Wirtschaftszweige wollen speziell für ihr Geschäft ebenfalls von Big-Wirtschafts-Data profitieren. Voran Energie, Transport und Verkehr und die Versicherer. Letztere wollen Tarife und Risikoprofile ihrer Kunden auf diese Weise weiter verfeinern.

Fazit: Dass die Datenmengen und veränderten Beobachtungsmethoden auch sogleich die Qualität der Vorhersagen verbessern helfen, ist gut möglich. Das könnte allerdings auch Effekte wie sich selbst erfüllende Prophezeiungen in der Wirtschaft verstärken.

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