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Flugzeughersteller in der Krise

Suche nach neuen Geschäftsfeldern

Die Flugzeuge der Flugzeughersteller bleiben wohl erstmal am Boden. Copyright: Pixabay
Kaum eine Branche ist von Corona so stark negativ betroffen wie die Luftfahrt. Weil die Airlines leiden, kommen auch die Hersteller von Verkehrsflugzeugen massiv unter Druck. Bei der Luftfahrtmesse in Farnborough diskutierte die Branche Auswege.

Die Corona-Krise verändert die Machtverhältnisse in der Luftfahrtbranche. Die Flugzeughersteller und mit ihnen die Hersteller von Triebwerken sowie sämtliche Zulieferer sind zu einem steilen Sinkflug gezwungen. Eine Flugfläche, auf der dieser Sturzflug sicher abgefangen wird, ist noch nicht ausgemacht. 

Das zeigt sich auf einer der größten und wichtigsten Luftfahrtmessen in Farnborough, die morgen (Freitag) zu Ende geht. Noch im Frühjahr diesen Jahres gab es keinerlei Zweifel, dass der Event die größte und erfolgreichste Luftfahrtmesse des Jahres wird. Über Nacht änderte das Corona-Virus dann alles. Die Messe fand zwar statt, aber natürlich nicht als riesiges Branchentreffen, sondern als virtuelle Veranstaltung - mit kleineren direkten Begegnungen in London.    

Suche nach neuen Kunden

Die Branchenriesen - Airbus und Boeing - suchen händeringend nach neuen Käufern. Denn mit den Airlines wird das Geschäft immer schwieriger. Das zeigt die Entwicklung der Orders. Beide durchlaufen ein katastrophales Jahr. Einerseits bremst Corona das Geschäft massiv. Beim US-Unternehmen Boeing kommen noch selbst verschuldete technische Probleme (Max-Modell) hinzu.

In der ersten Jahreshälfte 2020 lieferten die beiden großen Produzenten nur 266 neue Flugzeuge aus. Im Vorjahresszeitraum waren es 628 Jets gewesen. Bei Airbus fiel die Auslieferung von 389 auf 196 Flugzeuge, bei Boeing von 239 auf 70. Neue Aufträge erhielt Airbus für 298 Jets (bei zugleich 67 Stornierungen). Bei Boeing hageln noch die technischen Probleme zusätzlich mit rein. Das Unternehmen musste im Saldo 323 Stornierungen hinnehmen. Damit verringerte sich der gemeinsame Auftragsbestand der beiden Marktführer zur Jahresmitte gegenüber dem Jahresbeginn um 25 auf noch 12.816 Flugzeuge. 

Leasing-Unternehmen gewinnen an Macht

Immer wichtiger werden für die Hersteller die Leasing-Gesellschaften. Denn inzwischen befindet sich die Hälfte aller verkauften Jets direkt oder indirekt im Besitz von Leasingunternehmen. Direkt, weil die Gesellschaften unmittelbar von den Produzenten gekauft haben. Indirekt, weil in akuten Finanznöten steckende Fluggesellschaften ihre Jets an Leasingunternehmen verkaufen und sofort zurück mieten (sale and lease back). 

In Farnborough war auch ein staatlicher Rettungsfonds für die Branche im Gespräch. Die Idee würde Airlines und vor allem den Herstellern helfen. Im Kern geht es um ein staatlich finanziertes Kaufprogramm für Flugzeuge. Dabei sollen alte und "durstige" Flieger von einem staatlichen Fonds von den Airlines gekauft und anschließend verschrottet werden. Die Fluggesellschaften könnten dann mit dem Verkaufserlös neue spritsparende Jets ordern. Das Modell, dass sich an den Autokaufprämien orientiert, soll die Flugzeugnachfrage ankurbeln. Und das Geld dafür - sicher etliche Milliarden - könnten mit dem Argument des "new green deal" ausgegeben werden, so die Argumentation von Brancheninsidern, weil es dem Klimaschutz helfe. Ein Kompromiss zeichnet sich in dieser Frage aber bisher noch nicht einmal am Horizont ab. 
Fazit: Die Flugzeughersteller und deren Zulieferer müssen sich auf eine lange Durststrecke einstellen. Die globale Nachfrage nach Jets wird über Jahre mau bleiben. Airlines werden weniger Jets ordern und versuchen, Kosten zu senken. Das können Leasinggesellschaften nur zum Teil auffangen. Die Diskussionen über direkte oder indirekte staatliche Branchenhilfen dürfte gerade erst begonnen haben.
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