Bitte registrieren Sie sich neu, um alle nicht kostenpflichtigen Inhalte auf fuchsrichter.de einsehen zu können.
030-288 817-20
0,00 €
2414
Weberbank Actiengesellschaft, Stiftungsmanagement 2021, Qualifizierung

Hier wird Klartext geredet

Wie schlägt sich die Weberbank im Markttest Stiftung? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Mit den Anlageideen der Weberbank bekommt die Deutsche Kinderhospiz Stiftung ein Werk, dass man schon nach wenigen Minuten beiseite legen könnte. Wie das gemeint ist? Weiterlesen lohnt sich!

Die Weberbank liefert einen Anlagevorschlag ab, der gleich auf den ersten drei Seiten eigentlich alles klärt. In einer Zusammenfassung gibt er Kurz-Antworten auf fast alle Anforderungen, die die Stiftung in ihrer Ausschreibung stellt. Als Stiftungsvorstand und interessierter Laie ist es äußerst angenehm und entspannend, wenn man schon nach fünf Minuten lesen in etwa weiß, worum es in den kommenden rund 35 Seiten geht.

Und dass den Vorschlag offenbar Menschen verfasst haben, die zum einen für Klarheit sind und zum anderen Rücksicht auf die Bedürfnisse der Leser nehmen. Doch genug der Vorschusslorbeeren. In aller gebotenen Kürze stellt der Vorschlag die Anforderungen der Stiftung zusammen und stellt die Weberbank kurz vor.

Aktien sind Kernelement

Die 1949 gegründete Privatbank bezeichnet sich selbst als ausgezeichneten Vermögensverwalter für institutionelle Kunden mit konservativer Anlagephilosophie, die Werterhalt garantiert und dennoch alle Chancen angemessen nutzt. Interessant ist die Tatsache, dass sie der UN-Initiative PRI (Principles for Responsible Investment), um so Transparenz, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu demonstrieren.

Die Empfehlung sieht eine Aufteilung des Vermögens von zwei Millionen Euro in 20 Prozent Anleihen, 20 Prozent Immobilien und maximal 60 Prozent Aktien vor, wobei der Aktienanteil als Kernelement bezeichnet wird. Dieser soll international, dividenden- und ausschüttungsorientiert sein.

Internationalität ist wichtig

Aktien, wird sogleich erklärt, würden in den kommenden zehn Jahren aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen die wichtigste Ertragsquelle in der Kapitalanlage sein. Die Internationalität in der Anlage sei wichtig, um weltweite Chancen zu sichern. Nur so sei Kapitalerhalt realistisch.

Als zweites wichtiges Standbein wird das Immobilieninvestment bezeichnet, das stabilisierend wirkt, da es sich unabhängig vom Auf und Ab des Kapitalmarktes bewegt. Auch hier soll breit regional gestreut werden. Der Rentenanteil soll schwerpunktmäßig aus europäischen Unternehmensanleihen zusammengesetzt sein, ergänzt um Rentenersatzstrategien, Schwellenländer- und Wandelanleihen.

Herzerfrischend verständlich

Kompakt geht es weiter: Aus dieser Strategie, ist zu lesen, kann ein Gesamtertrag nach Kosten von 4,56 Prozent p.a. und ein ordentlicher Ertrag von 2,5 Prozent abgeleitet werden. Aufs Gesamtportfolio bezogen würden somit jährlich 50.000 Euro an Ausschüttungen für den Stiftungszweck zur Verfügung stehen. Zudem sei mit dem genannten Ertrag von 4,56 Prozent ein realer Kapitalerhalt des Stiftungsvermögens langfristig möglich. So kurz und herzerfrischend und vor allem verständlich kann ein Anlagevorschlag sein!

Danach wird der Stiftung eine Vermögensverwaltung ans Herz gelegt, bei der die Verantwortung für konkrete Anlageentscheidungen - unter Berücksichtigung der vereinbarten Strategie - an professionelle Vermögensverwalter abgegeben wird. Dank Reporting ist jederzeit Überblick gewährleistet. Das entspricht ganz dem Anliegen, das mit der möglichen Vergabe verbunden wird.

Weitere Dienstleistungen

Interessant ist ein anderer Aspekt, den die Weberbank anspricht: Sie bietet an, den vorhandenen Wertpapierbestand der Stiftung in Höhe von 800.000 Euro zu bewerten und in den Investmentprozess zu integrieren. Auch die freie Liquidität, so wird versprochen, soll marktorientiert neu investiert werden. An zusätzlichen Dienstleistungen für Stiftungen erwähnt sie u.a. regelmäßig stattfindende Anlageausschusssitzungen sowie die Vernetzung mit möglichen Spendern.

Und schließlich enthält die Zusammenfassung auch ein pauschales Kostenangebot über 0,58 Prozent für 2020, danach von 0,60 Prozent. Eigentlich könnte man sich an dieser Stelle zufrieden zurücklehnen und über einen wirklich knackigen Vorschlag freuen. Aber natürlich soll der ausführliche Teil nicht unterschlagen werden.

Manches ist zu ausführlich

Darin erfährt der Leser des Anlagevorschlags Details über die Bank wie den Beratungsansatz für Kunden, die Leitlinien des Portfoliomanagements und den Investmentprozess. So ist Interessantes über ein spezielles Scoring-Modell zu erfahren, mit deren Hilfe aktuelle Daten zu einer Gesamtbewertung für jede Region zusammengeführt werden, die für die mittel- bis langfristige Allokation entscheidend ist.

Ein wenig zu ausführlich wird der Investmentprozess und das Scoring in Bezug auf die verschiedenen Anlageinstrumente durchdekliniert, was die Geduld ziemlich strapaziert. Es geht ja eigentlich nur darum, dass man die Grundzüge versteht, nicht dass man es selbst machen kann. Hier wäre Straffung hilfreich gewesen.

Vorschläge für Anlagerichtlinie

Wichtig: Es werden einige Änderungen der Anlagerichtlinie vorgestellt. So wird eine Erhöhung des Aktienanteils auf maximal 60 Prozent (bisher maximal 40 Prozent), eine Absenkung des Rentenanteils auf mindestens 20 Prozent (bisher mindestens 60 Prozent) sowie die Aufnahme von maximal 20 Prozent Immobilien (bis 0) als zusätzliches stabilisierendes Element vorgeschlagen. Letzteres wurde bereits mit der Stiftung abgesprochen und genehmigt. Sehr anschaulich wirkt, dass die Änderungen direkt in Rot in die Anlagerichtlinie hineingeschrieben wird.

Auf den nächsten Seiten des Vorschlages geht die Bank näher auf das Investment ein. Unter anderem ist der interessante Fakt zu erfahren, dass bei dem vorgeschlagenen Aktienanteil von 60 Prozent mit einer Dividendenrendite von 2,80 Prozent zu rechnen ist, was gegenwärtig einer Ausschüttung von 32.160 Euro entspräche. Anhand dieser Zahlen wird so richtig deutlich, wie wichtig Aktien sind. Das ist wirklich beeindruckend aufbereitet - klar und einfach.

Details zu Nachhaltigkeit und Rendite

Ab Seite 27 geht es um das gewünschte Nachhaltigkeitsprofil der Anlage. Gut zu wissen, dass der größte Teil des Portfolios in Unternehmen investiert werden wird, die sorgsam mit der Umwelt umgehen und sie nicht unnötig belasten. Zudem werden die Geschäftsfelder vorgestellt, in die nicht investiert wird, sowie die internationalen Normen, auf deren Einhaltung geachtet wird.

Ausführlich und verständlich erklärt der Vorschlag, wie die Bank zu den weiter vorn genannten 4,56 Prozent Gesamtertrag und 2,50 ordentlicher Ertrag nach Kosten kommt, und zwar für jede einzelne Anlageklasse. Auch ein Vergleichsmandat, das je zur Hälfte aus Aktien und Renten besteht, wird herangezogen, um die prognostizierten Ergebnisse herzuleiten. Wobei die Aufteilung nicht wirklich der entspricht, die der Stiftung vorgeschlagen wird. Wie auch immer: Dieses Vergleichsmandat erbrachte in den letzten zehn Jahren eine durchschnittliche Rendite von 4,31 Prozent p.a., was sehr ordentlich erscheint.

Übersetzung fehlt

Zum Schluss begibt sich der Vorschlag noch auf einen kleinen steuerlichen Exkurs. Es ist zu erfahren, dass bei dem vorliegenden Anlagevorschlag inländische Dividendenerträge in Höhe von 7.700 Euro zu erwarten seien, womit man unterhalb der gesetzlich festgelegten Schwelle von 20.000 Euro liegt - und also offenbar nicht mit Steuern zu rechnen ist. Die Erklärungen dazu besteht allerdings aus der Wiedergabe von Gesetzestexten, was ziemlich verwirrend ist. Eine plausible und laienverständliche “Übersetzung” wäre hier mehr zielführend gewesen.

  
Services im Rahmen der Stiftungseinrichtung
Unterstützung gibt es
...während des Anerkennungsverfahrens bei Behörden
... bei der Auswahl des Stiftungszweckes
... bei der Konzeption einer Stiftungslösung
... bei der Ausarbeitung einer Stiftungssatzung
mit den Mitarbeitern der Bank. Bei Bedarf greift sie auf externe Spezialisten zurück.
Services im Rahmen der Stiftungsbetreuung
Unterstützung bietet die Weberbank
...bei der Koordinierung von Bankverbindungen
...beim Fundraising
...bei Strategiegesprächen
... Unterstützung bei Änderungen im Stiftungs- und Steuerrecht
mit den Mitarbeitern der Bank. Bei Bedarf greift sie auf externe Spezialisten zurück.
Services im Rahmen der Stiftungsverwaltung
Unterstützung leistet die Weberbank bei
... Rechnungslegung
... Jahresabschluss
... Förderverwaltung
mit eigenen Mitarbeitern. Bei Bedarf greift sie auf externe Spezialisten zurück.
Mitarbeit in Stiftungsgremien
Auf Kundenwunsch arbeitet die Weberbank mit eigenen Mitarbeitern in Gremien der Stiftungen mit.
Unterstützung der Geschäftsführung der Stiftung
Auf Kundenwunsch unterstützt die Weberbank mit eigenen Mitarbeitern die Geschäftsführung von Stiftungen.
Angebot von Treuhandstiftungen
Ja, mit eigener Treuhänderin. Die rechtsfähige gemeinnützige Weberbank-Stiftung steht als Treuhänderin für nicht rechtsfähige Stiftungen zur Verfügung. Das bankeigene Family Office bietet als Dienstleistung Stifter-Service an. Dieser umfasst Errichtung, Begleitung und Verwaltung von unselbständigen Stiftungen; laufende Überwachung durch den Beirat sowie Vermögensanlage zur Erhaltung des Stiftungsvermögens und Erfüllung des Stiftungszwecks. Das Angebot wird stark nachgefragt, insbesondere vor dem Hintergrund der Nachfolgeplanung sowie Testamentsvollstreckung.
Weitere Services für Stiftungen
1. Finanzsekretariat: Stiftungsoffice zur Entlastung bei administrativen Tätigkeiten
2. Stifter-Service: Unselbstständige Stiftungen unter dem Dach der Weberbank Stiftung
3. passgenaue Vernetzung von vermögenden Privatkunden und Stiftungen zur Spendengenerierung
4. Kompetenzzentrum für Immobilien
5. Kooperation u.a. mit Gutes Stiften GmbH, Berlin
6. Absicherung der Einlagen durch das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe
Seit wann verfügt Ihr Haus über Stiftungskompetenz?
Seit 2003. Seitdem konzentriert sich die Weberbank auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter zu Stiftungsmanagern und -beratern.
Wie viele fremde Stiftungen betreuen Sie?
Bundesweit betreut die Weberbank über 250 rechtsfähige Stiftungen sowie Kirchen, Ordensgemeinschaften, Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege, Verbände, Sicherungsvermögen, Treuhandstiftungen usw. Das betreute Stiftungsvermögen beträgt 1,15 Milliarden Euro.
Haben Sie eine eigene Stiftung?
Ja. Im Jahre 1999 gründete die Weberbank - aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens - die Weberbank-Stiftung, die sich vormals Fördergesellschaft der Weberbank gGmbH nannte. Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sind die Förderung verschiedenster Projekte aus gemeinnützigen Bereichen wie Bildung, Jugend, Kinder sowie Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie Sport.
Mit welchen Stiftungsaufsichtsbehörden hatten Sie bereits zu tun und kennen deren ggf. spezifische Anforderungen?
Aufgrund des Firmensitzes pflegt die Weberbank eine enge Zusammenarbeit mit der Stiftungsaufsicht Berlin, angesiedelt bei der Senatsverwaltung für Justiz, sowie mit der Stiftungsbehörde des Landes Brandenburg in Potsdam (Ministerium des Innern). Darüber hinaus pflegt das Bankhaus gute Kontakte mit allen Stiftungsaufsichten in den jeweiligen Landeshauptstädten.
In welchen Niederlassungen haben Sie Ansprechpartner mit Stiftungskompetenz?
Die Weberbank betreut von ihrem Standort im Mutterhaus Berlin aus bundesweit Stiftungen mit insgesamt zehn Mitarbeitern.

Adresse

Weberbank Actiengesellschaft

Hohenzollerndamm 134

14199 Berlin

 Website: www.weberbank.de

 

Ansprechpartner

Robby Pietschmann

Leitender Direktor Institutionelle Kunden

Hohenzollerndamm 134

14199 Berlin

030 397 98 588

robby.pietschmann@weberbank.de

 

Oliver Lübbe

Direktor Institutionelle Kunden

Hohenzollerndamm 134

14199 Berlin

030 397 98 580

oliver.luebbe@weberbank.de

Der Vorschlag der Weberbank sieht wie eine rundum gelungene Sache aus. Er ist verständlich, vollständig und übersichtlich aufbereitet. Besonders hilfreich ist die vorweggenommene Zusammenfassung am Beginn der Ausarbeitung, dank derer der Leser gleich im Bilde ist. Zwischendrin könnte das eine oder andere gestrafft und zusammengefasst werden, da verlieren die Autoren des Vorschlages manchmal den Blick auf das nur laienhaften Verständnis des Lesers.

Insgesamt: Top. Das dürfte für die Teilnahme an der Endrunde locker reichen.

Mehr erfahren zum Stiftungsmanager-Rating

  • FUCHS Ratings aktuell
  • Mehr erfahren zum Rating Stiftungsmanager 2021
  • Worum es beim Stiftungsmanager-Rating 2021 geht
  • Wie wir werten
  • Bisher erschienene Reporte zum Thema finden Sie in unserem Shop
  • Weitere Artikel finden Sie in den Rating News
  • Sie haben Anmerkungen zu diesem Thema? Kontaktieren Sie unsere Redaktion jetzt über redaktion@fuchsbriefe.de – wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 34

Unsere internationalen Aktien fürs Leben

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Nach den deutschen Dauerläufern stellen Pferdchen und Fuchs in der 34. Folge des Geldtipp-Podcasts die internationalen Aktien vor, die langfristig in ein ausgewogenes Depot gehören. Sie diskutieren, wie sich die Auswahlkriterien für ausländische und für heimische Titel unterscheiden.
  • Was sind die Fuchsbriefe? - In 2 Minuten erklärt

Fuchsbriefe Scribblevideo mehr als 213.000 Mal gesehen

© Verlag FUCHSBRIEFE
Hammer: Unser Scribble-Erklärvideo zum Fuchsbrief wurde inzwischen mehr als 200.000-mal angeschaut – genau waren es am 29. Februar 213.318 Abrufe. Hochgeladen hatten wir den gezeichneten Film vor 8 Monaten. Somit ergeben sich 26665 Abrufe pro Monat oder 889 pro Tag. Darauf sind wir stolz! Der Film wurde gezeichnet vom Team um Carsten Müller und dauert 02:21 Minuten. Worum geht es?
  • Trusted Wealth Manager 2024 – Vertrauenswürdige Vermögensverwalter

Die meisten Vermögensverwalter in Deutschland verdienen Vertrauen

Trusted Wealth Manager 2024. © Verlag FUCHSBRIEFE
Wer ist als Vermögensmanager vertrauenswürdig? Die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wertet wie im immer zum Jahresbeginn ihr laufendes Monitoring «Trusted Wealth Manager» aus. Und da gibt es 2024 viel Positives zu berichten!
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Climate Action 100+ hat große Investoren verloren

US-Investoren verabschieden sich von ESG-Anlagen

Drei große US-Investoren haben ESG-Investments den Rücken gekehrt. BlackRock, StateStreet und JP Morgen haben sich aus der Investment-Initiative Climat Action 100+ verabschiedet. Der Exodus der institutionellen Anleger hält damit an. FUCHSBRIEFE analysieren, was hinter der Abkehr steht.
  • Fuchs plus
  • Abwasser-Krimi in Teslas Gigafactory

Subventionen für E-Autos schaffen gigantische Überkapazitäten

Die hohen staatlichen Subventionen für E-Autos führen zu erheblichen Marktverzerrungen. So lässt BYD in China seine eigenen Autos zu, damit sie als verkauft gelten. Außerdem will das Unternehmen massiv auf dem europäischen Markt expandieren. Zugleich türmen sich die Probleme bei Tesla in Grünheide. Einerseits verschifft das Unternehmen seine Überproduktion an E-Autos nach Asien, andererseits entwickelt sich ein Abwasser-Krimi in der Gigafactory.
  • Fuchs plus
  • Unternehmensfinanzierung auf dem Hochplateau

Stabile Zinsen, hohe Kredithürden

Für Unternehmen wird es in den kommenden Monaten schwierig bleiben, Finanzierungen zu beschaffen. Zwar geht die Inflation weiter zurück, die Zinsen aber bleiben stabil. Auf der anderen Seite stellen die Banken weiter hohe Kredithürden auf.
Zum Seitenanfang