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Innovationen aus dem Nahen Osten

Geschäftsmodell erneuerbare Energien

Not macht erfinderisch: die arabischen Länder werden durch den Verfall des Ölpreises umso mehr gefordert Innovationen zu liefern. Copyright: Pixabay
Die Länder des Nahen Ostens sind angestrengt auf der Suche nach einem neuen Geschäftsmodell. Denn die Preise für Öl und Gas sind eingebrochen. Ob sie die alten Höhen nochmals erreichen, ist unsicher. Investitionen in Wissenschaft, Tourismus, vor allen Dingen aber in einen anderen Sektor sollen die Wirtschaft diversifizieren.

Die stark gefallenen Öl- und Gaspreise bringen die Staaten des Nahen Ostens unter Druck, ihre Wirtschaft schneller und stärker zu diversifizieren. Die Wirtschaft Saudi-Arabiens, Kuwaits und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist noch immer wesentlich vom Export fossiler Energien abhängig. Der Versucht, die Wirtschaften besser zu diversifizieren ist nicht neu. Aber der Druck ist nun nochmals stark gewachsen. Denn mit den stetig sinkenden Kosten für erneuerbare Energien und den hohen Investitionen in diese durch die Konjunkturprogramme der Industrieländer wachsen im Nahen Osten die Zweifel, dass hohe Preise für Öl und Gas wieder dauerhaft erreicht werden können.

Investitionen in Wissenschaft

Investitionen in die Wissenschaft sind schon länger Teil des Diversifikations-Programms im Nahen Osten. Das zeigt der Start der Marssonde der Vereinigten Emirate. Die am Montagmorgen von Japan aus gestartete Sonde „Amal“ soll die Mars-Atmosphäre zwei Jahre lang erforschen. Die vor knapp zehn Jahren eröffnete König-Abdullah-Universität für Wissenschaft und Technologie (KAUST) in Thuwal (Saudi-Arabien) erreicht inzwischen Spitzenpositionen bei den Zitationsindizes. Die Investitionen für die neue Universität lagen bei über 12 Mrd. USD.

Kulturtourismus als Ziel

Weiteres wichtiges Ziel für Investitionen ist der Tourismus. 2017 wurde der Louvre Abu Dhabi eröffnet. Er soll zusammen mit dem am selben Ort geplanten Guggenheim-Museum ausländische Touristen anziehen. Aktuell will Saudi-Arabien die antike Ruinenstadt Al Ula zu einem Touristenzentrum ausbauen. Das soll jährlich über 1,5 Mio. Besucher anziehen. Das der Tourismus von der Corona-Krise noch stärker betroffen ist als die Energiewirtschaft, lenkt den Fokus nun auch auf einen weiteren Bereich.

Renaissance für Solarwärmekraftwerke

Erneuerbare Energien erreichen im Nahen Osten sehr niedrige Erzeugungskosten. Denn die Sonneneinstrahlung bietet hervorragende Bedingungen dafür. Dubai will deshalb 2022 mit Noor Energy 1 das größte Solarwärmekraftwerk der Welt mit 700 MW Leistung eröffnen. Bei dieser Technik werden mit Parabolspiegel spezielle Öle oder Salzmischungen auf mehrere hundert Grad Celsius erhitzt und die Wärme in Dampfturbinen zur Energieerzeugung genutzt. Im Jahr 2030 sollen 25% der Energie in Dubai aus alternativen Quellen stammen. Kuwait baut vor allem seine Photovoltaikkapazitäten aus. Bis 2026 sollen 3 GW an Erzeugungskapazität hinzukommen.

Saudi-Arabien will an Wasserstoffwirtschaft teilhaben

Saudi-Arabien setzt dagegen auf die Wasserstoff-Wirtschaft. Das Land plant das weltweit größte Projekt in diesem Bereich. Für 4,4 Mrd. Euro soll in Neom eine Anlage zur Erzeugung von 650 t grünen Wasserstoff am Tag entstehen. Dieser soll dort zu Ammoniak weiterverarbeitet werden, der weltweit exportiert werden kann (FB vom 20.2.2020). Die Elektrolyse-Anlage soll ThyssenKrupp bauen. Betreiber werden der US-Konzern Air Products und die saudische ACWA-Power sein. Bereits 2025 soll die Anlage in Betrieb gehen.

Fazit: Der Nahe Osten baut seine Wirtschaft um. Mittelfristig werden besonders die Investitionen in erneuerbare Energien zunehmen, weil sie auch in der Corona-Krise attraktiv sind. Deutschen Unternehmen bieten sich hier strategisch Geschäftschancen.

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