Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2240
Staat hat in der Krise den Markt ausgeschaltet

Insolvenzen steigen auf Normalmaß an

Insolvenz durch Corona © Eibner-Pressefoto / Fleig / picture alliance
Die Insolvenzzahlen steigen wieder, aber das ist nicht der Beginn einer großen Insolvenzwelle. Denn in den vergangenen Jahren hat der Staat den Markt ausgeschaltet und die Insolvenzzahlen massiv verzerrt. FUCHSBRIEFE ordnen die neuesten Pleite-Zahlen ein.

Die Unternehmensinsolvenzen steigen, nähern sich damit aber nur wieder Ihrem Normalniveau an. Ein Anstieg der Insolvenzen um z.B. 25% ist daher kein Grund, in Panik zu geraten. Ein Blick auf die langfristigen Entwicklungen rückt die Perspektive gerade. 

Im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2019 lag die Zahl der jährlichen Insolvenzen bei 27.600. Schon das relativiert den Blick auf das Jahr 2022, in dem knapp 15.000 Insolvenzen angemeldet wurden. Das sind zwar mehr als 2021 (13.993). Im wirtschaftlich guten Jahr 2019 gingen allerdings 18.749 Unternehmen insolvent. 

Staat hat Markt in der Krise ausgeschaltet

Die Insolvenzzahlen sind gegenwärtig nach unten verzerrt. Denn der Staat hat in den Corona-Krisenjahren den Markt mit seinen Stützungsmaßnahmen ausgeschaltet. Seit 2020 gab es Corona-Hilfen (130 Mrd. Euro Konjunkturpaket), deren Löwenanteil 2021 gezahlt wurde. Weitere Hilfen wurden bis in den Sommer 2022 gezahlt. Allein durch die Überbrückungshilfe IV und die Neustarthilfen überwies der Fiskus 4,2 Mrd. Euro an Unternehmen. An die Corona-Hilfen schließen sich nun die Energiehilfen an. Diese Hilfsgelder haben auch Unternehmen am Leben erhalten, die bei einem normalen Wirtschaftsverlauf aus dem Markt ausgeschieden wären. 

Diese staatlichen Eingriffe sind so groß, dass sie inzwischen eine zuverlässige Insolvenzprognose verhindern. Zu dieser Einschätzung kommt der Kreditversicherer Coface. Darum hat Coface seine übliche Insolvenzprognose eingestellt. Sie soll erst wieder aufgenommen werden, wenn sämtliche Stützungsmaßnahmen in Deutschland und den 20 anderen Ländern eingestellt werden, die von Coface analysiert werden. Laufen die Hilfsmaßnahmen aus, dürfte es „ zu einem Anstieg der Insolvenzen kommen. Die Zahlen werden sich dann denen von 2019 angleichen", so Coface-Chefvolkswirtin Christiane von Berg zu FUCHSBRIEFE. Das würde Zuwachsraten von über 20% bei den Insolvenzen bedeuten.

Fazit: Die Zeit der großen Hilfspakete ist vorbei. Das hören wir aus dem Bundestag (FB vom 12.01.2023) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) rechnet bereits damit, dass nicht die gesamten 200 Mrd. Euro des Abwehrschirms benötigt werden. Die Zahl der Insolvenzen wird daher steigen, eventuell sogar kräftig. Wahrscheinlich pendelt sich die Zahl wieder auf dem langfristigen Niveau ein.

Hinweis: Bleiben Sie wachsam, beobachten Sie Ihre Kunden und Zulieferer. Sollte die Zahl der Insolvenzen in einzelnen Branchen massiv ansteigen, ist das ein Signal dafür, dass es doch noch zu einer größeren Pleitewelle kommt.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Flutter Entertainment ist die Glücksspiel-Nummer 1

Flutter strebt Aktiennotiz in den USA an

Steigender Gewinn ©Eisenhans - Fotolia
Der Glücksspielmarkt wächst - und Flutter Entertainment wächst noch schneller. Nun will das Unternehmen seinen Börsensitz in die USA verlegen. Das Kalkül dahinter ist klar und dürfte Aktionäre freuen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Credo Vermögensmanagement GmbH

CREDO baut Nähe zum Kunden auf

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Eule, Segelboot, Keimling und Füllhalter – mit diesen Bildmotiven begrüßt CREDO auf der Website seine Gäste. Die Eule beobachtet genau, das Segelboot manövriert durch stürmische Zeiten, der Keimling steht für gesundes Wachstum und der Füllhalter soll Unabhängigkeit symbolisieren. Nicht schlecht gelöst. CREDO bedeutet laut Website „Ich glaube". Glauben und Vertrauen seien die wertvollsten Güter, der Ursprung des Unternehmens liege in kirchlichen Mandaten. Das passt perfekt zur Stiftung Fliege.
  • Einblick in den «Trusted Wealth Manager 2024»

Wie Oberbanscheidt & Cie. Transparenz und Kundenvertrauen in Vermögensverwaltung fördert

Grafik envato elements, Redaktion Fuchsbriefe
Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Kleve zeigt sich im neuesten «Trusted Wealth Manager» offen für Transparenz und Kundenkommunikation. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft, Teile des Selbstauskunftsfragebogens zu beantworten, als Ergänzung zum laufenden Monitoring der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, was die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Kunden bildet.
Neueste Artikel
  • Taunus Sparkasse Trusted Wealth Manager auch 2024

Proaktives Beschwerdemanagement stärkt Vertrauen in die Taunus Sparkasse

© Grafik: Verlag Fuchsbriefe, envato elements
Die Taunus Sparkasse demonstriert bemerkenswerte Kundenloyalität, trotz der branchenweiten Herausforderungen im Zusammenhang mit Online-Banking- und Kreditkartenbetrug. Mit einer Weiterempfehlungsquote von satten 96 % (Vorjahr 97 %) im Bereich des Private Banking im Jahr 2023, bestätigt durch eine jährliche Kundenzufriedenheitsbefragung, unterstreicht die Bank in ihrer Selbstauskunft, ihren Erfolg bei der Pflege positiver Kundenbeziehungen.
  • Fuchs plus
  • Zinssenkung im September bleibt ungewiss

US-Inflationsdaten: Ein Hoffnungsschimmer, mehr nicht

Amerika Börse © TexBr / stock.adobe.com
In den USA könnte im (Früh-)Herbst (September) die erste Zinssenkung anstehen. Darauf deuten die Daten vom aktuellen Rand hin. FUCHS-DEVISEN haben die vorliegenden Inflationszahlen in ihrer Bestandteile zerlegt und dies mit dem Prognosemodell der Fed abgeglichen, das wir hier Anfang April vorgestellt haben.
  • Fuchs plus
  • Durchwachsene Ernte-Prognosen

Weizen-Preis strebt wieder nach oben

Weizen © Elenathewise / fotolia.com
Die Ernte-Prognosen für Weizen treiben den Preis wieder hoch. In den USA fielen sie geringer aus als erwartet. In Russland hat eine überraschende Frost-Periode die Aussaat massiv geschädigt. Wie weit kann der Weizen-Preis noch gehen?
Zum Seitenanfang