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Multiple Krisen machten 2023 zu einem schwierigen Kunst-Jahr

Internationaler Kunstmarkt ist optimistisch für 2024

Besucher des Louvre betrachten ein Bild von Emmaus von Veronese. © musée du Louvre – Nicolas Guiraud
Kunstsammler und Verkäufer mussten in den meisten Kunstsegmenten im Jahr 2023 herbe Preisrückgänge akzeptieren. Gerade im mittleren Preissegment war die Nachfrage sehr verhalten. 2024 wird besser - glaubt zumindest eine Mehrheit der Sammler.

Der Kunstmarkt blickt mit Optimismus auf das Jahr 2024. Das zeigt ein aktueller Report der Art Basel und der UBS. 78% der 2.800 befragten Sammler erwarten eine positive Entwicklung bei Kunst in den kommenden 12 Monaten. Das ist sogar etwas mehr Zuversicht als am Aktienmarkt (74%). Dabei stehen deutsche Sammler eher auf der Seite der Pessimisten (nur 65% erwarten positive Entwicklung). Der Report führt das auf die generellen Perspektiven (politisch, wirtschaftlich) für Deutschland zurück.

Ein starkes Indiz für eine Belebung des Kunstmarktes liefern Sammler aus China. 68% von ihnen planen im kommenden Jahr Kunstschätze zu erwerben. Das ist der höchste regional gemessene Wert. Auch Sammler aus Japan (63%), Italien (62%) und Brasilien (60%) fallen international mit ihren Kaufabsichten auf. Global wollen 84% der Käufer Gemälde erwerben. Skulpturen rangieren mit 48% deutlich darunter. 

Digitale Kunst mit deutlichem Umsatzrückgang

Einen deutlichen Rückgang gibt es beim Interesse für digitale Kunst (NFTs). Während vor einem Jahr noch jeder zweite Sammler solche Werke erwerben wollte, sind es heute lediglich noch 19%. Der FUCHS-Kunstexperten konstatiert, dass die Preisrückgänge je nach Künstler und Objekt bei bis zu 90% liegen. 

Dass der Kunstmarkt 2023 generell nach unten zeigte, hatte vor allem geopolitische und konjunkturelle Ursachen. Die Gemengelage aus Ukraine, Nahost, der schwelende Konflikt im südchinesischen Meer, die gestiegenen Zinsen, Inflation und Konjunkturschwäche drückten die Laune der Käufer erheblich.  

Top-Segment stabil, darunter deutliche Zurückhaltung

Die Spaltung des Marktes in das oberste Topsegment der Millionäre und Milliardäre und den Rest hat rasant an Fahrt gewonnen. Der Markt für Topobjekte ist intakt, aber die Bereitschaft, Unsummen für einen Warhol, Leonardo oder Gerhard Richter hin zu blättern, hat deutlich nachgelassen. Die Neigung von Käufern für Werke junger Künstler tief in die Taschen zu greifen hat spürbar abgenommen. Das trifft vor allem die breite Schar der Galerien.

Insbesondere die gesellschaftliche Mittelschicht (Anwälte, Mediziner und auch mittelständische Unternehmer) zogen sich besonders in Deutschland im Kunstmarkt zurück. Objekte in einer Preisspanne von 5.000 Euro bis 100.000 Euro haben es besonders schwer Käufer zu finden. Aufgefangen wurden diese Umsatzrückgänge zum Teil durch ausländische Kundschaft. Zudem verlagerten sich einige Umsätze aus dem klassischen Kunstsortiment hin zu anderen Warengruppen. Bemerkenswert ist eine deutliche Belebung des Geschäftes mit Schmuck, Juwelen und Kleinodien. Vintage Mode, Designerhandtaschen oder auch Sneaker haben deutliche Zuwächse hingelegt.  

Unser Blick auf ausgewählte Marktsegmente 2024:

Altmeister:

Die in den letzten Jahren ohnehin zusammengeschmolzene Nachfrage für Werke alter Meister hat sich stabilisiert. Gelegentlich finden wieder junge Kunden Zugang. Ein grundsätzlicher Trendwechsel ist aber noch nicht zu sehen. Auf dem aktuellen Preisniveau sind Schnäppchen möglich.

19. Jahrhundert:

Gespräche mit dem Kunsthandel belegen eine stärkere Nachfrage nach Landschaftsgemälden, insbesondere romantische Sujets kamen gut an.

20. Jahrhundert:

Für Werke der Expressionisten ging es für Top-Ware auf hohem Niveau überwiegend seitwärts. Entspannung im Preisniveau deutet sich z.B. für Nolde oder auch Schmidt-Rottluff an. Auffällig war eine deutliche Preissteigerung für Werke von Carl Hagemeister.

Nachkriegskunst/Moderne:

Die Lieblinge des Informell geraten langsam aus dem Blick der Kunstfreunde. Einige Vertreter haben mit Preisabschlägen zu kämpfen. Im Sammelgebiet Kunst der DDR kam es zu erstaunlichen Preissteigerungen. Immer mehr Zuschläge im mittleren fünfstelligen und auch sechsstelligen Bereich waren zu verzeichnen.

Ausstellungsempfehlungen

 

Potsdam, Museum Barberini

Munch. Lebenslandschaft

Bis 1. April 2024

 

Kassel, Schloss Wilhelmshöhe

Alte Meister que(e)r gelesen

bis 24. März 2024

 

München, Lenbachhaus

TURNER THREE HORIZONS

bis 10. März 2024

 

Würzburg, Museum am Dom

MAD_INTERVENTION: leaving paradise von Marco Wagner

bis 25. Februar 2024

 
Fazit: Wertorientierte Kunstfreunde nehmen bereits jetzt das ein oder andere Schnäppchen mit. Solange das gegenwärtige "Krisenniveau" besteht, wird der Preisdruck am Kunstmarkt anhalten. Sobald die Zinsen wieder sinken, geht es aber wieder in die andere Richtung. Als alternative Sachwerte etablieren sich Kunstobjekte als wichtiger Baustein in der Vermögensallokation.
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