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Nachhaltigkeit per Robo-Advisor

Nachhaltigkeit per Robo-Advisor. Copyright: Pexels
Nachhaltigkeit und Robo-Advisor sind beides wachsende Segmente in der Finanzbranche. Die Kombination – also nachhaltige Robos – tritt immer häufiger auf. Wir haben mit Stephan Schrödl von FondsConsult über den aktuellen Stand und weitere Trends gesprochen.

Nachhaltigkeit wird auch bei Robo Advisorn immer wichtiger. Unter 22 Anbietern (decken 90% des Marktvolumens 6,3 Mrd. Euro in Deutschland ab), hat das Reserarch-Unternehmen FondsConsult nur sechs ohne ein Nachhaltigkeits-Angebot ermittelt. Die allermeisten haben zu ihrem standardmäßigem Angebot eine nachhaltige Ergänzung. Als einziger betrachteter Anbieter hat vividam ein ausschließlich als nachhaltig bezeichnetes Angebot. Mit einem verwalteten Kundenvermögen von 5 Mio. Euro handelt es sich dabei um einen absoluten Nischen-Anbieter.

Robos setzen vor allem auf Ausschlüsse kritischer Branchen wie Waffen, Alkohol oder Atomkraft. Dieser Ansatz, vornehmlich mit Ausschlusskriterien zu arbeiten, gilt allerdings inzwischern als veraltet und aus Anlegersicht nur teilweise als zielführend. Vor allem bei strikter Anwendung – und zu anderem sind Robos aufgrund ihrer Algorithmen bisher auch nicht in der Lage – kann man vielen insbesondere stark diversifizierten Unternehmen nicht gerecht werden. Hier ist oftmals der Best-in-class-Ansatz vorzuziehen.

Viele Angebotsüberschneidungen

Als Datenquelle nutzt die Mehrheit der Robos das Research von MSCI. Dadurch finden sich auf der Angebotsseite viele inhaltliche Überschneidungen zwischen den Anbietern. Stephan Schrödl, Senior Analyst bei der FondsConsult Research GmbH ist sogar der Ansicht, dass das Nachhaltigkeits-Angebot von Robo-Advisorn dem Gros konventioneller Vermögensverwalter in nichts nachstehe. Das Münchner Institut erstellt jedes Jahr einen ausführlichen Robo-Advisor-Bericht.

Als Robo-Advisor werden in der Finanzwelt digitalisierte Vermögensverwaltungen bezeichnet. Dabei gibt es Anbieter, die gänzlich darauf setzen Kunden Anlagevorschläge mittels Computeralgorithmen erstellen zu lassen und solche, bei denen der Kunde ein digitales „Onboarding“ durchläuft, ein Vermögensverwalter aus Fleisch und Blut aber noch das Angebot entwirft. Die Anlagevorschläge bestehen meist ausschließlich aus kostengünstigen börsengehandelten Indexfonds (ETFs). Über den Kostenvorteil gegenüber der konventionellen Vermögensverwaltung werben die Anbieter um Kunden.

Nur geringfügiger Kostenaufschlag

Nachhaltige Strategien sind bei Robos nur unwesentlich teurer als ihre nicht-nachhaltigen Angebote. Lediglich bei drei Anbietern gab es einen Aufschlag von über 0,2 Prozentpunkten. Die allermeisten erheben keine oder nur geringfügig höhere Kosten. Die Mindestanlagesummen bleiben bei allen Anbietern von den nachhaltigen Strategien unberührt.

Die Angebotspalette nachhaltiger Robos wird zunehmen. Schon weil das Thema politisch enorm forciert wird und der Markt sein wachsendes Produktangebot auf diesem Gebiet an den Mann und die Frau bringen will. Dies wird mit einer  fortschreitenden Spezialisierung bei den Robos einhergehen. Auch Impact Investing wird verstärkt in die angebotene Produktpalette aufgenommen werden.

Fazit: Auch wenn Robos ein Standardprogramm an nachhaltigen Investments bieten können – spezialisierten Vermögensverwaltern werden sie auf diesem Gebiet mit sehr hohem Beratungsbedarf nicht das Wasser reichen können. Allerdings lässt die Beratungsqualität bei den meisten Vermögensverwaltern auf diesem Gebiet noch viel zu wünschen übrig.

Hinweis: Gesamtsieger im FondsConsult Rating 2021 ist Minveo. Punktabzug gibt es u.a. wegen des fehlenden Nachhaltigkeits-Angebot.

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