Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
3237
FASTER-Richtlinie soll 2027 in Kraft treten

EU plant einfacheres Verfahren für Quellensteuer-Erstattung

Geldstapel liegen auf einer Flagge der EU. © DesignIt / Zoonar / picture alliance
Anleger kennen das: Sie zahlen auf Dividenden und Zinsen sowohl im Ausland als auch im Inland Steuern. Die Rückerstattung dieser Doppelbesteuerung ist möglich, aber aufwendig. Die EU will das nun deutlich erleichtern.

Die Vorabbefreiungs- und Erstattungsverfahren für zu viel gezahlte Quellensteuern auf Dividenden und Zinsen sollen ab 2027 einfacher werden. Das geht aus einem Referentenentwurf der EU hervor. Demzufolge soll es für innerhalb der EU getätigte Investitionen in börsengehandelte Wertpapiere ein EU-weites Verfahren für den Quellensteuerabzug geben. Aktuell zahlen Anleger oft sowohl im Heimatland Kapitalsteuern als auch im Ausland (Quellensteuer). Diese Doppelbesteuerung kann zwar zurückgeholt werden. Das Verfahren ist aber sehr aufwendig (FB vom 15.12.2022).

Schnellere und unkompliziertere Quellensteuer-Rückerstattung

Die FASTER-Richtlinie (Faster and Safer Relief of Excess Withholding Taxes) ist Teil des Aktionsplans für eine Kapitalmarktunion. Angestrebt ist, dass spätestens 50 Tage nach der Zahlung die zu viel gezahlte Steuer wieder auf dem Konto des Anlegers sein soll. Dafür soll ein Schnellverfahren eingeführt werden. Das müssen die größten Banken der Union (ca. 200 Institute) ihren Kunden anbieten. Kleinere Banken haben zwar eine Wahlmöglichkeit, sollten diesen Service aber nach unserer Einschätzung dann ebenfalls anbieten, um keinen Wettbewerbsnachteil zu haben.

Zudem wird FASTER die Digitalisierung der Steuerverwaltung vorantreiben. Die Ansässigkeitsbescheinigung in Papierform wird durch eine digitale Bescheinigung (eTRC) ersetzt. Darüber hinaus soll es nationale Register geben. Finanzintermediäre (Banken) melden dann der Verwaltung, von wem und an wen quellensteuerpflichtige Zahlungen erfolgen. Ziel dieser Meldung ist, Missbrauch (Cum-Ex-Geschäfte) einen Riegel vorschieben.

Richtlinie grundsätzlich richtig, aber ...

Die prinzipiell anlegerfreundliche Richtlinie sei richtig. Das erklärt das Quellensteuer-Fintech Raquest im Gespräch mit Fuchsbriefe. Neben dem steigenden Digitalisierungsdruck lobt Raquest, dass die Richtlinie die Banken in die Verantwortung nimmt und Reportingstandards implementiert. Das würde zudem auch einen positiven volkswirtschaftlichen Impact haben. Durch die Digitalisierung sollen 5 Mrd. Euro eingespart werden können, so die Kommission. 

Problematisch sei aber, dass Interessenkonflikte zwischen den Mitgliedsstaaten auch mit FASTER nicht behoben werden. So sei es möglich, dass nicht alle Länder die Richtlinie schnell oder vollständig umsetzen. Auffällig sei aktuelle etwa Italiens Finanzverwaltung. Die lässt sich für Quellensteuererstattungen besonders viel Zeit. Die Vermutung ist, dass die lange Bearbeitungszeit Anleger von Anträgen abhalten soll, so dass mehr in der römischen Staatskasse bleibt. Ob sich das grundlegend mit der neuen Richtlinie ändert, bleibe abzuwarten, meint Raquest.

Fazit: Die EU-Kommission ist zuversichtlich, dass die Umsetzung der Richtlinie bis zum 01.01.2027 abgeschlossen werden kann. Die Rückerstattung zu viel gezahlter Quellensteuern wird einfacher und schneller. Vor allem Banken werden hier Handlungsbedarf haben.
Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht in KW 15 für PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

Vier Performance‑Projekte, ein Befund: Struktur schlägt Aktion

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Vier Performance‑Projekte, vier völlig unterschiedliche Anlegerwelten – und doch eine klare, datenbasierte Botschaft. Kalenderwoche 16 zeigt eindrucksvoll, dass Rendite nicht aus Bewegung entsteht, sondern aus Struktur. Während in einzelnen Projekten aktiv umgeschichtet wird und hohe Volumina fließen, bleiben andere Portfolios vollkommen ruhig – und erzielen dennoch bessere Ergebnisse. Die Zahlen aus Projekt 5, 7, 8 und 9 entlarven, was Vermögensverwaltung heute wirklich erfolgreich macht.
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 16: Rendite, Risiko und Handel

Liechtensteinische Landesbank, DGK & Co. und DRH: Diese Häuser schlagen die Benchmark in Projekt 9

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Performance-Projekt 9 (Stiftungsportfolio) zeigt in Kalenderwoche 16 ein selten klares Kräfteverhältnis. Während einige Portfolios mit hoher Umschichtungsfrequenz agieren, bleiben andere ruhig – und erzielen dennoch bessere Ergebnisse. Mehrere Vermögensverwalter übertreffen das Benchmarkdepot deutlich, ohne einen einzigen Trade auszuführen. Wer wissen will, warum Struktur derzeit mehr zählt als Aktion und welche Portfolios Risiko und Ertrag in Einklang bringen, findet hier die Antworten.
  • Wochenbericht zu Projekt VIII in KW 16: Performance, Gewinner und Verlierer

LBBW Schweiz, Zürcher Kantonalbank Österreich und Julius Bär schlagen das Benchmarkdepot

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Die Kalenderwoche 16 zeigt im Projekt 8 die stille Macht der Allokation. Ohne Umschichtungen, ohne taktische Korrekturen wirken allein Marktbewegung und Portfoliostruktur. Das Benchmarkdepot legt spürbar zu – doch mehrere Banken ziehen vorbei, andere bleiben überraschend zurück. Diese Woche offenbart, welche Fondsstrategien tragen, wo Risiko bezahlt wird und wo Vorsicht zur Renditebremse wird.
Zum Seitenanfang