Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1319
Verteidigungspolitik

Die USA und das neue Wettrüsten

Die USA stoßen eine neue militärische Technologieinitiative an. Ihre Partner werden in die Pflicht genommen.
In den USA wächst die Einsicht, dass ein neues – teures – militärisches Innovationsprogramm finanziert werden muss. Grund: Der Nimbus der USA als unangreifbare Militärmacht geht zusehends verloren. Nach dem Ende des Kalten Krieges Anfang der 1990er Jahre waren die Amerikaner die Supermacht, an die sich – nach dem Auseinanderfallen der Sowjetunion – niemand herantraute. Zu übermächtig war das militärisch-technologische Potenzial der USA zu Land, auf dem Wasser, in der Luft und im Weltraum. Der Verlust an Respekt liegt nicht nur an – gemessen am BIP – rückläufigen Militärausgaben. Er beruht auch auf der Waffenstrategie des Pentagon. In den 1950er Jahren reagierten die USA auf die konventionelle Waffenoffensive der Sowjetunion mit dem Ausbau ihrer Nuklearstreitmacht. In den 1970ern kam die Antwort auf den Ausbau des russischen Atomwaffenarsenals mit satellitengesteuerten Präzisionswaffen, die den Gegner hinter dessen eigenen Frontlinien schwer treffen konnten. Inzwischen haben andere Mächte kräftig aufgeholt. Nicht zuletzt wegen der leichteren Verfügbarkeit der Waffenkomponenten. Die USA wiederum hatten zuletzt keine bahnbrechenden militärischen Innovationen mehr aufzuweisen. Das Geld aus dem Militärhaushalt floss in die Weiterentwicklung vorhandener Systeme. China gibt seit Jahren 10% vom BIP für die Verteidigung aus, die USA nur noch knapp 3%. Das sind immer noch gewaltige 603 Mrd. Dollar pro Jahr. Aber dennoch – gemessen an der wirtschaftlichen Potenz des Landes – ist das relativ gesehen so wenig wie nie seit dem 2. Weltkrieg. Russland, Nordkorea, der Iran und die Hisbollah rüsten zugleich in einer Weise auf, die die USA nicht kalt lässt. Im Fokus der US-Technologieinitiative sind unbemannte Waffensysteme, die weitgehend autonom agieren. Sie müssen also nicht zwingend von einer – verwundbaren – Waffenbasis aus gesteuert werden. In der Luft sind dies die Drohnen. Das Konzept kann aber auch auf U-Boote übertragen werden. Zugleich basteln die USA an neuartigen Laserwaffen und elektromagnetischen Maschinengewehren auf Schienen. Diese können an der Mündung mehr als die 15fache Geschwindigkeit von konventionellen Waffen erreichen. Wichtiger Zulieferer des Pentagon sind Firmen des Silicon Valley, insbesondere für Software. Was fehlt, ist Geld. Dies wird über Einsparungen an anderer Stelle im Militärhaushalt zusammengekratzt werden müssen. Die Amerikaner werden weltweit Personal einsparen, Militärbasen schließen. Laufende Modernisierungsprogramme bei Luftwaffe und Marine dürften ebenfalls dem Rotstift zum Opfer fallen.

Fazit: Washington wird nicht zuletzt seine Verbündeten in der NATO heranziehen. Der Druck, den Anteil des Militärbudgets in den staatlichen Haushalten zu erhöhen, wird wachsen – auch auf Berlin.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Interesse an beruflichen Abschlüssen schwindet

Zahl der Ungelernten steigt

© Zina Seletskaya / stock.adobe.com
Der Ausbildungsmarkt zeigt einen tiefen Widerspruch. Es gibt eine Vielzahl nicht besetzter Ausbildungsstellen, viele Unternehmen suchen Fachkräfte - und dennoch wächst die Zahl derjenigen, die keinen Berufsabschluss haben. Aber ist das überhaupt ein Problem?
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Inflationsprognose der Fed

Inflation: Es sind die Löhne, Dummkopf

303.000 neue Jobs sind im März außerhalb der Landwirtschaft entstanden. 200.000 waren vom Markt erwartet worden. Zudem hat der Konsumentenpreisindex im März um 3,5% auf Jahresbasis zugelegt. Bei der Fed gehen deshalb die Warnsignale an. Die Fed Cleveland hat aufgedeckt, warum das so ist.
  • Fuchs plus
  • Europa schwächelt, China holt Schwung

Trendwende für den Yuan voraus

Das große Bild für den Wechselkurs von Euro und Yuan verändert sich. Die fundamentalen und geldpolitischen Faktoren in der Eurozone und in China deuten auf eine Trendwende bei EUR|CNY hin. Anleger und Unternehmer sollten das antizipieren.
  • Fuchs plus
  • Kasachstan bietet Anlegern Chancen

Kasachstan: Grüner Wasserstoff ist eine Zukunftstechnologie

Der laufende Rohstoff-Boom beschert Kasachstan sprudelnde Exporteinnahmen. Insbesondere Energieträger wie Uran, Öl und Destillate geben auch der Währung Schwung. Die Wirtschaft wächst mit mehr als 5% und der Realzins liegt bei über 5,5%. Wie können Anleger von den Chancen des Landes profitieren?
Zum Seitenanfang