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Volkswirte ziehen Konjunkturprognosen nach unten

Revidierte Prognosen noch zu optimistisch

Schild. Es geht abwärts. © bluedesign / Fotolia
Das IfW hat eine neue Konjunkturprognose bis 2027 veröffentlicht. Demnach sind die Konjunkturaussichten deutlich schlechter geworden. Vor wenigen Wochen waren sie noch wesentlich besser. Aber auch die neuen Prognosen sind noch zu optimistisch.

Die Konjunktur in Deutschland wird sich wesentlich schlechter entwickeln als von den Wirtschaftsforschungsinstituten noch vor wenigen Wochen prognostiziert. Zu dieser Erkenntnis kam gerade das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW). Für 2023 rechnen die Forscher mit einer BIP-Schrumpfung um 0,7%. Das ist im Vergleich zur Annahme von -0,1% der bisherigen Prognosen viel. Schon 2024 soll das BIP aber wieder um 1,7% wachsen und 2025 um weitere 1,6% zulegen. Dann schwächt sich das Wachstum bereits wieder auf 1% (2026) und0,8% (2027) ab.

Sinkende Arbeitsbevölkerung belastet die Konjunktur strukturell

Stärkster Faktor, der zur Wachstumsschwäche führt, ist die rückläufige Arbeitsbevölkerung. Es scheiden kontinuierlich mehr Personen aus dem Erwerbsleben aus als dazukommen. Diese Lage wird auch durch Einwanderung kaum entschärft. Zumal ein großer Teil der Einwanderung ins Sozialsystem erfolgt - und nicht in den Arbeitsmarkt. Und nach dem Einwanderungs-Peak aus der Ukraine in diesem Jahr (50% der knapp 1 Mio. Zuwanderer in das Sozialsystem), werden in den nächsten Jahren höchstens 300.000 Menschen pro Jahr nach Deutschland einwandern. 

Die Arbeitsmarktbilanz könnte sich sogar stark verschlechtern. Die Zahl der Einwanderer, insbesondere qualifizierter Fachkräfte, könnte sich ohnehin deutlich verlangsamen, wenn der Standort D an Industrie und Anziehungskraft verliert. Nicht berücksichtigt ist zudem, welchen Effekt das neue Bürgergeld und der Plan zu den freigegebenen Hinzuverdienstgrenzen für Rentner auswirken. Beides dürften den Arbeitsmarkt von unterschiedlichen Seiten her unter Druck setzen (FB vom 19.9.)

Schneller Inflations-Abschwung einkalkuliert

Von der Weltwirtschaft kommen nur schwache Impulse. Mit einem Plus von 3,4% erreicht sie 2024 das höchste Wachstum im Prognose-Zeitraum. Bis zum Ende des Jahrzehnts sinkt die Zuwachsrate dann auf 3% p.a.  Zugleich rechnet das IfW weiterhin mit einer schnell rückläufigen Inflation. 

Interessant ist der Blick auf die Inflationsprognose. 2023 soll die Inflation mit 8,7% ihren Höhepunkt erreichen. Das ist immerhin eine deutliche Anpassung und Verschiebung um ein Jahr. Bisher hatten die meisten Institute schon für kommendes Jahr mit einem spürbaren Inflationsrückgang erwartet. Dieser Inflationsrückgang wird nun weiter in die Zukunft verschoben. Aber 2024 soll die Rate dann auf 3,1% sinken, ab 2025 bei 2% p.a. liegen. 

Zu positiver Blick

Wesentliche Ursache für den prognostizierten Inflationsrückgang ist die Erwartung steil fallender Energiepreise. Hier geht das IfW von einem Ölpreis von  90 USD je Barrel aus (2024 bis 2027). Beim Gaspreis rechnet das IfW zwischen 2024 und 2027 mit einem Preis von über 100 USD/ MWh. Das ist halb so hoch wie aktuell.

Dem steht aber eine klare Erwartung spürbar steigender Löhne entgegen. Das IfW rechnet mit Effektivlohnsteigerungen von knapp 4% pro Jahr. Der durchschnittliche Stundenlohn wird dann von 30,6 Euro/h in diesem Jahr auf 37,8 Euro/h im Jahr 2027 steigen. Dem können Arbeitgeber wegen des absehbar verschärften Fachkräftemangels wenig entgegensetzen. Das ist das Fundament für eine zügig rotierende Lohn-Preis-Spirale (FB vom 19.9.).

Fazit: Die Volkswirte, hier das IfW, laufen der realen Entwicklung noch immer hinterher - und sind zu optimistisch. Die Prognose ist nicht konsistent. Zwar mögen die Energiepreise zurückgehen, sie bleiben aber hoch. Die strukturelle Ausdünnung des Arbeitsmarktes hält an, bei wachsendem Lohndruck. Das wird die hohe Inflation verstetigen, bei geringem Wachstum. Kurz: Stagflation voraus.
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