Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
3260
Exportrückgang wirkt sich kräftig aus

Schweden leidet wie Deutschland

Schwedens Wirtschaft wird weniger hart getroffen. Copyright: Pixabay
Schweden hat eine ganz andere Corona-Strategie gefahren als die meisten anderen Länder. In Schweden bleiben die meisten Geschäfte offen, die Produktion aufrecht. Umso überraschender ist der Wachstumsausblick.

Trotz seiner entspannten Corona-Strategie wird Schwedens BIP 2020 ähnlich schrumpfen wie das deutsche. Davon geht die schwedische Bank SEB aus. Zwar konnten die meisten schwedischen Fertigungssektoren die Produktion aufrechterhalten. Aber die Nachfrage in Schweden und im Ausland ist gesunken. Die Exporte würden, so die SEB-Schätzung, in diesem Jahr um 15% sinken.

In den USA, Deutschland und Schweden wird es laut SEB zu einem BIP-Rückgang von rund 6 bis 7% kommen. Sollten wichtige Teile der Wirtschaft auch in der zweiten Jahreshälfte 2020 nicht neu starten, wird das BIP für das Gesamtjahr in den OECD-Ländern um rund 12% sinken. Die Arbeitslosigkeit wird auf rund 20% steigen.

Mit Great Depression nicht zu vergleichen

Einen Vergleich mit der großen Depression der 1930er lehnen die Schweden aber konsequent ab. In Ländern wie Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich erwartet die Bank einen Rückgang des BIP um 10% oder mehr. Auch im gesamten Bereich der Schwellenländer (EM) erwartet die SEB zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg einen Rückgang des BIP.

Das Szenario der Schweden: Aufgrund der sanfteren Lockdown-Strategie Schwedens wird der Rückgang der Wirtschaft geringer sein als in anderen Ländern. Dennoch wird der diesjährige Rückgang des BIP um 6,5% der größte in der Neuzeit sein. Für 2021 erwartet die SEB ein BIP-Wachstum von 5%.

Wachsende Risiken im Bankensystem

Geschätzt sind etwa 20% des schwedischen BIP auf dem Höhepunkt der Sperrung im April „verschwunden“. Verglichen mit 30 bis 35% in Ländern wie Italien und Frankreich. Der wirtschaftliche Abschwung werde vor allem von arbeitsintensiven Dienstleistungssektoren getragen.

Eine geringe Kapazitätsauslastung wird die Investitionsausgaben behindern. Hohe Arbeitslosigkeit wird Druck auf die Immobilienpreise und den Verbrauch der privaten Haushalte ausüben. Permanente Ladenschließungen und eine Verringerung des Bedarfs an Büroflächen werden den gewerblichen Immobilienmarkt schädigen und das Risiko von Belastungen in den Bankensystemen erhöhen.

Immobiliensektor wird deutlich leiden

Die SEB erwartet, dass die Immobilienpreise in Schweden um 15% sinken. Die Wohninvestitionen werden bis Mitte 2021 um etwa 15% zurück gehen, gefolgt von einer Stabilisierung. Der private Konsum wird in diesem Jahr stark – um 5% – zurückgehen.

Fazit: Schweden wird besser aus der Krise kommen als die meisten europäischen Staaten. Gemessen an Deutschland ist der BIP-Rückgang aber ähnlich hoch. Grund ist die Exportabhängigkeit beider Länder.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • BW-Bank, TOPS 2022, Beratungsgespräch und Vorauswahl

BW-Bank gibt passende Antworten auf viele Fragen

Wie schlägt sich die BW-Bank im Markttest TOPS 2022? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
"Die Finanzwelt hat eine turbulente Zeit hinter sich – von den Kursschwankungen am Aktienmarkt im Frühjahr 2020 bis hin zum frischen Wind durch Digitalisierung und nachhaltige Geldanlagen. Wie geht es 2021 weiter?“ Diese Frage, die der Kunde auf der Website der BW-Bank liest, treibt ihn selbst um. Wie soll er sein Vermögen ohne Verluste durch weitere Turbulenzen bringen? Expertise für institutionelle Anleger hat die Bank als führender Stiftungsmanager. Doch hilft ihm das auch als Privatkunde?
  • Fuchs plus
  • Ein Korb voll nachhaltiger Titel in einem ETF

57 Energiewende-Aktien in einem Produkt

Ein Korb voll nachhaltiger Titel in einem ETF. Copyright: Picture Alliance
Nicht jeder Anleger setzt bei seiner Vermögensanlage auf Einzeltitel. Wer das Thema "Energiewende" aber dennoch in seinem Portfolio bespielen will, greift am besten zu einem ETF. Wir haben das passende Produkt!
  • Fuchs plus
  • Bitcoins in der Exchange Traded Note (ETN)

Eine bloße Forderung muss kein Nachteil sein

Bitcoins in der Exchange Traded Note (ETN). Copyright: Pexels
Bitcoin gibt es nicht nur pur, sondern auch im Mantel. Der Mantel, das kann ein ETF sein oder eine ETN. Was ist aus Anlegersicht zu bevorzugen?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Weichai wächst bei Wasserstoff

Überzeugendes Wachstum

Weichai wächst bei Wasserstoff. Copyright: Weichai Power
Obwohl es in China konjunkturell gerade "ruckelt", entwickelt sich Weichai weiter sehr gut. Das Unternehmen aus dem Reich der Mitte hat gerade sehr gute Zahlen abgeliefert. Insbesondere die Wasserstoff-Aktivitäten ziehen weiter kräftig an.
  • Fuchs plus
  • Partnerschaft mit Bosch bestätigt

Nikola Motors setzt Geschäftsplan sukzessive um

Nikola Motors setzt Geschäftsplan sukzessive um. Copyright: Nikola Motors
Bei Nikola Motors wird es gerade etwas ruhiger - und das ist gut so. Denn für das Unternehmen geht es darum, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren - und sich weniger mit dubiosen Vorwürfen von Short-Sellern zu beschäftigen. Und während es gute Meldungen zum Geschäftsverlauf gibt, erhöhen die "Shorties" ihre Positionen.
  • Fuchs plus
  • Bitcoins in der Exchange Traded Note (ETN)

Eine bloße Forderung muss kein Nachteil sein

Bitcoins in der Exchange Traded Note (ETN). Copyright: Pexels
Bitcoin gibt es nicht nur pur, sondern auch im Mantel. Der Mantel, das kann ein ETF sein oder eine ETN. Was ist aus Anlegersicht zu bevorzugen?
Zum Seitenanfang