Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1189
Börseneinschätzung vom 29. August 2019

Anfang der Weihnachtsrally

Anfang der Weihnachtsrally — Ende August?! Ja tatsächlich! Politisch sind gerade allerhand Entspannungsignale zu verzeichnen. Auch wenn die Börsen volatil sind rechnen wir damit, dass allmählich die Angst von den Aktienmärkten verschwinden wird. Nicht zuletzt, weil uns ein vermeintlicher Alarmindikator mittlerweile als Fehlsignal erscheint.

Die Aufwärtskorrektur nimmt Fahrt auf. Dow Jones und DAX haben die langfristigen Aufwärtstrends nahezu punktgenau bestätigt. Nun stehen beide Indizes vor kurzfristigen charttechnischen Hürden bei 11.850 im DAX und bei etwa 26.500 im Dow.

Politische Börsen stehen auf tönernen Füßen

Getrieben werden die Aktienbörsen erneut von politischen Nachrichten. Zu Wochenbeginn standen die Börsen durch schärfere Töne im Handelsstreit zwischen den USA und China noch massiv unter Druck. Nun rennen sie nach diversen Entspannungssignalen, die erneut in Richtung Kooperation deuten, wieder nach oben.

Das politische Getwittere bleibt aktuell der wichtigste Impulsgeber. Sie jagen die Märkte von einer in die andere Richtung. Die täglichen Kursschwankungen sind dabei durchaus beachtlich, aber nur gut von Tradern und taktisch nutzbar (z. B. mit gehebelten ETF, vlg. Fuchs-Depot).

Ist die Kurve nur schein-invers?

Das vielfach diskutierte Warnsignal der inversen US-Zinskurve ist vermutlich ein Fehlsignal. Zwar hat eine solche Zinsstruktur in der Vergangenheit ziemlich verlässlich Rezessionen angezeigt – mit einem Vorlauf von sechs bis neun Monaten. Die US-Rezession wäre damit auf Mitte/Ende 2020 terminiert, genau zu den US-Präsidentschaftswahlen.

Aber es gibt eine historische Besonderheit, die anders ist, als in früheren Situationen. Die billionenschweren Anleihenkäufe der Notenbanken verzerren die langfristigen Zinsen massiv nach unten. Über den Leitzins steuern die Geldhüter die Zinssätze am kurzen Ende der Laufzeit. Hier ist die Entwicklung normal. Im Zuge des US-Konjunkturaufschwungs hat die Fed begonnen, die Leitzinsen anzuheben. Die Zinsen am kurzen Ende sind wie üblich relativ direkt gestiegen. Am langen Ende wurden die Renditen trotz der reduzierten Anleihenkäufe aber weiter am Boden gehalten. Jedenfalls haben sie keine konjunkturell angemessene und historisch übliche Aufwärtsdynamik entwickelt.

Die Notenbanken haben das Bild verzerrt

Diese Verzerrung hält nun an. Mit Blick auf eine Konjunkturabkühlung gehen die Langfristzinsen nun zurück – allerdings von einem finanzpolitisch nach unten gedrückten Niveau. Zwar hat die Fed den Leitzins ebenfalls gesenkt, aber nur geringfügig (und aus Konjunktursicht durchaus zweifelhaft, vgl. FK vom 01.08.).

Ohne die Anleihenkäufe der Notenbanken wären die Renditen viel höher. Sie würden nun zwar sinken, aber wahrscheinlich wäre in einem unbeeinflussten Markt die Zinsstruktur heute gar nicht invers. Es ist anzunehmen, dass die Markteingriffe der Notenbanken ein Fehlsignal in der Zinskurve ausgelöst haben. Die Redewendung „Diesmal ist alles anders" ging bisher noch jedem Crash voraus. Aber einen solchen Markteingriff hat es bisher nie gegeben. Und kein Experte konnte uns bisher erklären, wo der Langfristzins ohne Anleihenkäufe der Notenbanken gelegen hätte.

Fazit: Stimmt unsere These, dann werden die Aktienbörsen weiter klettern. Dafür spricht auch, dass unter den Anlegern noch immer Angst dominiert. Die aktuelle Bestätigung der langfristigen Trends ist wie üblich volatil. Per Dezember sehen wir vermutlich gerade den Auftakt zur Weihnachtsrally.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Kernenergie

Kleinkraftwerksverbund GB-USA-F

Gelb-schwarzes Zeichen für Radioaktivität. Copyright: Pixabay
Briten, Amerikaner und Franzosen haben sich zur Gründung einer Gesellschaft zum Bau von nuklearen Kleinkraftwerken für die Stromgewinnung zusammengefunden. Das neue Unternehmen heißt Rolls-Royce Small Modular Reactor.
  • Fuchs plus
  • Taper Tantrum 2.0 berührt Schwellenländer nur auf Umwegen

Das Geld bleibt im Land

Moped-Fahrer in Indien. Copyright: Pixabay
Die Finanzmärkte haben diesmal keinen Wutanfall bekommen, als die US-Notenbank Fed ankündigte, die Märkte an eine etwas kürzere Leine zu nehmen. Das ist gut für die Schwellenländer. Auf Umwegen holt sie die US-Notenbankpolitik dann aber doch ein.
  • Fuchs plus
  • TOPS 2022: Brandschutzmauer fürs Vermögen

Globalance Bank setzt nachhaltig auf Gold

Hand hält eine grüne Erde. Symbolbild Nachhaltigkeit. Copyright: Pixabay
Die Globalance Bank ist auf das Engste mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ liiert. Verkörpert wird dieses durch ihren CEO Reto Ringger, der vor zehn Jahren die Schweizer Bank gegründet hat. Globalance greift im Unterschied zu vielen Banken auf einen eigenen Nachhaltigkeitsfilter – der sog. Footprint-Methodik – zurück. Doch das erneut sehr gute Abschneiden in diesem Jahr zeigt, dass die junge Bank ihren Kunden nicht nur „Nachhaltigkeit“ zu bieten hat.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Preisrally kommt an Hürde

Weizen-Investoren mit reicher Ernte

Verschiedene Sorten Gebäck, Brot, Croissant, Kuchen. Copyright: Pexels
Darauf einen Korn … Der Grundstoff für viele Nahrungsmittel – Weizen – wird immer teurer. Selbst bei hohen Preisen zieht die Nachfrage an. Doch jetzt übernimmt die Charttechnik das Ruder …
  • Fuchs plus
  • Die neue Virus-Mutation drückt die Kurse

Hoffnungsdämpfer aus Südafrika

Corona-Virus. Copyright: Pixabay
Erst war die wilde Virus-Variante von Corona unterwegs, dann kam Delta, jetzt ist B.1.1.529 im Anmarsch. Wir werden uns an immer neue Virusmutationen gewöhnen müssen. Die Märkte werden die Regionen mit den besten Strategien im Umgang damit auf Dauer goutieren.
  • Fuchs plus
  • Währungsgeschehen im Angesicht der Virus-Mutante

Druck auf die Rohstoffwährungen

Symbole verschiedener Währungen. Copyright: Pixabay
Kommt etwas unerwartet daher, ziehen sich die Märkte aus den Risiken zurück und suchen die sicheren Häfen auf. Das zeichnet sich gerade wieder im Angesicht der neuen Virus-Mutante ab und schlägt sich in den Wechselkursen deutlich nieder.
Zum Seitenanfang