Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
1982
Börseneinschätzung vom 06. Juni 2019

Fed verhindert Absturz

Die Bullen haben nochmal einen Anstoß bekommen. Die Bären werden hartnäckiger. Copyright: Pixabay
Die Märkte feiern das billige Geld. Doch der Schein trügt; die Bullen und Bären kämpfen miteinander. Jüngst verhinderte die Fed erst einen Kursrutsch. Anleger sollten sich nicht in die Irre leiten lassen und ihr Portfolio mit Sicherheit diversifizieren. Eine Assetklasse rückt wieder verstärkt in den Fokus.

Die US-Notenbank hat den akuten Absturz der Aktienmärkte verhindert. Der Hinweis auf mögliche Zinssenkungen durch die Fed hat die Börsen an charttechnisch extrem wichtigen Marken zur Umkehr gedreht. Sowohl Dow und DAX haben an wichtigen technischen Unterstützungen nach oben gedreht (FK vom 29.5.).

An den Märkten wird gerade die Aussicht auf neues billiges Geld gefeiert. Alles, was zinssensitiv ist, reagiert entsprechend. Die Aktienbörsen steigen steil an. Auch der Euro ist kräftig angesprungen. Treiber ist, dass der Dollar seine Perspektive für den aktuellen Zinsvorsprung verliert und dieser sogar wieder sinken dürfte.

Gold und Silber ziehen an

Auch die Notierungen der Edelmetalle sind angesprungen. Erstens laufen ihre Preise gegensätzlich zum Greenback. Schwächelt der, sind Gold und Silber eine Anlagealternative. Zweitens werden die unverzinsten Anlagen Gold und Silber relativ attraktiver, wenn die Zinsen sinken. Drittens bieten Gold und Silber eine Absicherung, wenn es an den Börsen kräftig abwärts gehen sollte.

Kritisch sind die Signale von konjunktursensitiven Indikatoren. So geben die Ölpreise weiter nach. Hier wird insbesondere eine global sinkende Nachfrage bei zugleich konstantem Angebot eingepreist. Das Angebot könnte aber sogar noch zulegen. Das passiert dann, wenn die Ölförderländer wieder in die Spirale aus sinkenden Erlösen (wegen sinkender Preise) und hohen Ausgaben für ihre Sozialhaushalte rutschen. Ein steiler Sturz nach unten wie in den Jahren 2015/2016 ist dann nicht ausgeschlossen.

Irreleitende Zins-Signale

Bei den US-Anleihen hat sich der Zinsabstand zwischen kurzen und langen Laufzeiten zwar wieder vergrößert. Das als Entspannungssignal zu lesen, halten wir aber für einen Trugschluss. Denn die Spreadausweitung geht auf stark gefallene Kurzfristzinsen zurück. Die sanken binnen Tagen um 40 Basispunkte von 2,20% auf 1,80% (Fed-Zinssenkungen eingepreist). Am konjunktursensitiven langen Ende ging es ebenfalls kräftig abwärts, nur nicht ganz so stark von 2,40% auf 2,10%.

Zum Aufatmen ist es also eindeutig zu früh. Der Terminmarkt preist für die kommenden 12 Monate immerhin drei Zinsschritte der Fed nach unten ein. Das ist ein klares Rezessions-Szenario und kann nicht spurlos an den Aktienmärkten vorbeigehen. Für dieses Konjunkturszenario sind die Aktienbewertungen fundamental vielfach zu hoch. Richten Sie Ihr Augenmerk daher klar auf den Umsatz und die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Zyklische Werte sind riskanter als nicht zyklische.

Die Konjunktur kann sich zwar berappeln. Aber das dürfte angesichts der Risiken (Handelsstreit, Iran, Italien) dauern. Viel schneller dürfte die Anpassung der Erwartungen an die Realität über die Märkte laufen, indem die Aktienkurse kräftig sinken.

Fazit: Die Märkte feiern das billige Geld. Fundamentale Value-Anleger lassen Sie sich davon nicht in die Irre führen. Die Märkte haben deutlich mehr Fallhöhe als Potenzial nach oben. Investieren Sie nur neu in Werte, die wenig konjunktursensitiv sind und langfristig gute Dividenden bieten. Sichern Sie Positionen ab, diversifizieren Sie in Gold und Silber.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Höhe der Mahngebühr richtet sich nur nach dem Aufwand

BGH begrenzt Mahngebühren

Wer seine Rechnung zu spät bezahlt, wird zur Kasse gebeten. Aber wie hoch dürfen die Mahngebühren eigentlich sein, die ein Unternehmen berechnet?
  • Fuchs plus
  • Innovation aus dem Fraunhofer-Labor

Essbare Autositze

Das Fraunhofer ICT-Institut in Pfinztal hat ein hochfestes Bioplastik entwickelt, das eine Festigkeit wie Polyamid aufweist, aber günstiger ist. Der Verbundwerkstoff besteht aus einem Kunststoff und darin eingebettete Fasern, die beide aus PLA bestehen...
  • Fuchs plus
  • Die SPD zerstört die Reste an Glaubwürdigkeit der Parteien

Großer Flurschaden

GroKo forever – auch unter dem neuen Führungsduo Esken/Walter-Borjans. Nun will keiner vom sofortigen oder baldigen Ausstieg aus der Regierungskoalition gesprochen haben. Das neuen Spitzenduo der SPD schießt gerade nicht nur sich selber ins Knie.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • BW-Bank - Baden-Württembergische Bank, TOPS 2020: Beratungsgespräch

Gut, aber ein wenig glanzlos

Die BW-Bank erbringt in der Gesamtbetrachtung eine gute Beratungsleistung.
Die Baden-Württembergische Bank (BW-Bank) wird 1977 gegründet und gehört zur Landesbank Baden-Württemberg mit Hauptsitz in Stuttgart. Wir kontaktieren die Filiale in Karlsruhe und führen auch dort zwei Beratungsgespräche. Sie wirbt auf ihrer Website damit, dass es vom Institut für Vermögensaufbau zum wiederholten Mal mit Bestnoten bedacht wurde. Das macht neugierig.
  • Fuchs plus
  • Umsatzsteuer-Vorsteuerabzug erhalten

Rechnungen richtig korrigieren

2016 sprach der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein unternehmerfreundliches Urteil zum nachträglichen Vorsteuerabzug. Auch wenn eine Rechnung erst später korrigiert wird, kann er demnach vom Zeitpunkt der Rechnungsausstellung in Anspruch genommen werden. Ein paar Punkte müssen Unternehmer dennoch beachten. Sonst wird's teuer.
  • Wie hoch dürfen die „Kollateralschäden“ des freiheitlichen Rechtsstaates sein?

Leidkultur

In München hält der Verfassungsgerichtshof das Bayerische Integrationsgesetz in Teilen für verfassungswidrig. In Augsburg wird kurz darauf ein Feuerwehrmann von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erschlagen. Beides hängt – nicht nur zeitlich – eng miteinander zusammen, findet Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber.
Zum Seitenanfang