Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2294
Einfaches Gutachten reicht

Altes Gemäuer, höhere Abschreibungsquote

Modellhaus aus Keramik steht auf einem Kaufvertrag. © Nuthawut Somsuk / Getty Images / iStock
Sie kaufen eine ältere Immobilie? Dann prüfen Sie, ob für diese eine höhere Abschreibungsquote in Betracht kommt. Haben Sie ein Gutachten, dass eine Nutzungszeit unter 50 Jahren bescheinigt, können Sie diesen Vorteil nutzen, so das Finanzgericht (FG) Münster.
Immobilien sind in der Regel über 50 Jahre hinweg zu 2% jährlich steuerlich abzuschreiben. Mit jedem Eigentümerwechsel beginnt diese Nutzungsdauer einer Immobilie (die nach 1924 entstand) erneut. Ein Gutachten kann aber eine kürzere Nutzungszeit und damit eine höhere prozentuale Abschreibung begründen. 

Das Finanzgericht (FG) Münster entschied jetzt, dass dafür kein aufwendiges und teures Bausubstanzgutachten nötig ist. Für das Gericht ist jede „Darlegungsmethode“ oder Gutachten akzeptabel, wenn auf den technischen Verschleiß, die wirtschaftliche Entwertung und die rechtliche Nutzungsbeschränkungen eingegangen wird. Hilfreich sei auch eine Inaugenscheinnahme des Gebäudes. 

Abschreibung von 3,3% statt 2% rechtens

Im zu entscheidenden Fall hatte der Kläger im Rahmen einer Zwangsversteigerung ein Grundstück mit einem im Jahr 1955 errichteten Gebäude ersteigert. Das Amtsgericht hatte im Zwangsversteigerungsverfahren ein Sachverständigengutachten zur Ermittlung des Grundstückswerts auf den Stichtag in Auftrag gegeben. 

Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige machte in seinem Gutachten u.a. Angaben zum Modernisierungsstand und zu erforderlichen Instandsetzungsarbeiten und zu einer Restnutzungsdauer des Gebäudes von 30 Jahren. Dem Gutachten legte er die Regelungen der zum Stichtag gültigen Wertermittlungsverordnung (WertV) zugrunde. 

Der neue Eigentümer setzte daraufhin in seinen Einkommensteuererklärungen eine jährliche Abschreibung des Gebäudes von 3,33% statt der üblichen zwei Prozent als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung an. Das Finanzamt berücksichtigte lediglich den geringeren Abschreibungssatz. Das FG korrigierte die Entscheidung des Finanzamts zugunsten des Steuerzahlers.

Fazit: Kaufen Sie eine Bestandimmobilie, kann es sich lohnen, ein Gutachten über die Restnutzungsdauer erstellen zu lassen. Liegt diese unter 50 Jahren, profitieren Sie von einer höheren Abschreibungsquote.

Urteil: FG Münster, Az.: 1 K 1741/18 E

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsmanager 2024: Die Top 10

Auf dem Siegertreppchen wird es eng

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Fünf Anbieter von insgesamt 35 Ausschreibungsteilnehmern schaffen es in diesem Jahr auf das Siegertreppchen und sichern sich eine „Goldmedaille“ für eine sehr gute Gesamtleistung. Zwei weitere Häuser holen Silber für gute Leistungen und drei dürfen sich mit Bronze für ein Befriedigendes Gesamturteil schmücken. Sie alle hatten es aufgrund der Güte ihrer Anlagekonzepte in die Endrunde der Ausschreibung für die Stiftung Fliege geschafft.
  • Editorial Stiftungsvermögen 2024: Weitreichende Folgen

Die Auswahl des Vermögensverwalters nicht dem Zufall überlassen

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Die Wahl des Vermögensverwalters kann das Schicksal einer Stiftung bestimmen. Viele Stiftungen besitzen nicht das nötige Finanzwissen im eigenen Kuratorium, was fatale Folgen haben kann. Regelmäßige Kontrollen und kompetente Beratung sind unerlässlich, um nicht Opfer von fatalen Anlagestrategien zu werden. Erfahren Sie, welche verheerenden Fehler vermieden werden können und wie eine Stiftung die richtige Wahl trifft – bevor es zu spät ist.
  • Brutaler Messerangriff in Mannheim: Gefahr für unser Recht auf friedliche Demonstrationen

Wie wir selbst die Grundwerte unserer Gesellschaft untergraben

Fuchsbriefe-Herausgeber Ralf Vielhaber. © Foto: Verlag Fuchsbriefe
In Mannheim wurde am Wochenende auf brutale Weise und ohne Vorwarnung ein Redner bei einer Demonstration mit einem Messer niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Auch ein Polizist wurde lebensgefährlich attackiert. Er erlag am Wochenende seinen Verletzungen. Doch die Medien relativieren die Tat und lenken vom Kern einer wichtigen Debatte ab, meint Fuchsbriefe-Herausgeber Ralf Vielhaber.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Notenbank in Ungarn muss umsteuern

Forint bekommt Rückenwind

In Ungarn läuft es rund. Die Notenbank reduzierte zum achten Mal in Folge den Leitzins (7,25%). Im Oktober vergangenen Jahres lag dieser noch bei 13%. Für die nächste Zinsentscheidung am 18. Juni erwartet der Markt erneut einen Rückgang um 50 Basispunkt. Daraus entstehen Anlagechancen.
  • Fuchs plus
  • US-Notenbank schiebt Zinsschritte weiter hinaus

Fed schiebt Dollar an

Der Dollar bekommt neuen Rückenwind von den Notenbanken. Denn mit dem Zinsschritt der EZB nach unten und dem Abwarten der US-Notenbank hat sich die Zinsdifferenz zugunsten des US-Dollar vergrößert. Der wird auch in den kommenden Monaten so erhalten bleiben.
  • Fuchs plus
  • Trump und China beflügeln die Kryptowährungen

Institutionelle kaufen Kryptos

Bitcoin (BTC) und Kryptowährungen wie Ethereum (ETH) und Solana (SOL) stehen vor einer potenziell explosiven zweiten Jahreshälfte. Großanleger investieren Milliarden in digitale Anlageprodukte. Sowohl in den USA, dem umsatzstärksten Krypto-Markt, als auch in China zeichnet sich ein Stimmungswechsel ab.
Zum Seitenanfang