Brasiliens Agrar-Subventionen sind Signal an die EU
Die brasilianische Regierung fördert mit gigantischen Summen ihre Landwirtschaft. Die soll vor allem nachhaltiger werden. Dahinter steckt nicht nur das ökologische Gewissen der linken Regierung, sondern auch handelspolitisches Kalkül.
Brasilien Regierung erhöht ihre Agrarsubventionen deutlich auf 364 Mrd. Real (69 Mrd. Euro, +27% ggü. Vorjahr). Dieser "Plano Safra 2023/2024" (Ernteplan) sei die bislang größte Investitionssumme für nachhaltige Landwirtschaft in der Geschichte Brasiliens, so Präsident Lula da Silva. Hinzukommt noch ein separates Programm für kleine Betriebe in Höhe von 75 Mrd. Real (14 Mrd. Euro).
Mit den Geldern sollen vor allem ökologisch nachhaltige Projekte gefördert werden. Die Agrar-Ankündigung erfolgt gut einen Monat nach Bekanntgabe der Waldschutz-Pläne (FB vom 08.06.2023). Beide Maßnahmen sehen wir auch als Handreichung an die EU, mit der das Mercosur-Freihandelsabkommen greifbarer wird.
Fazit: Brasiliens Nachhaltigkeitspläne sollen die Umweltschutz-Befürchtungen der EU besänftigen und machen so den Abschluss der Mercosur-Freihandelsverhandlungen wahrscheinlicher.