Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2481
Der Schweizer Franken ist die teuerste Währung der Welt

Der Euro bietet viel Spekulations-Potenzial

Der Euro gehört derzeit zu den teuersten Währungen der Welt. Nur Schweizer Franken, Norwegische Krone und der Uruguayische Peso sind – gemessen an ihrer Kaufkraft – noch stärker. Das zeigt ein Blick auf den „Big-Mac-Index“ des Economist. Der 1986 aufgesetzte Index zieht die Preise für einen „Big Mac“ heran, um die Kaufkraftparitäten zu vergleichen.

Etliche Währungen haben zum Teil hohes Aufwertungspotenzial gegenüber dem Euro – und bieten somit Chancen. Am größten sind die im Taiwan-Dollar, der fast 60% zum Euro unterbewertet ist. Doch es gibt noch weitere interessante, regelmäßig in FUCHS-Devisen betrachtete Währungen, auf deren mittelfristigen Anstieg zum Euro sich eine Spekulation lohnen kann.

Von den G7-Währungen weist der Japanische Yen mit 48,1% die deutlichste Unterbewertung zum Euro auf. Hier interveniert aber die Zentralbank regelmäßig, daher Vorsicht mit Spekulationen. Zum Vergleich: der US-Dollar ist „nur“ um 3% unterbewertet, gemessen am Bruttosozialprodukt (GDP) allerdings um 13,3%.

Viele asiatische Währungen sind unterbewertet

Auffällig ist, dass viele große asiatische Volkswirtschaften eine starke Unterbewertung aufweisen. Hintergrund dürften die möglichen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Taiwans und China und mögliche für das Land und die Region enormen wirtschaftlichen Folgen sein. Zum Kreis der Unterbewerteten gehören die Indonesische Rupiah (58,6% unterbewertet), Indische Rupie (-55,9 %), Südafrikanischer Rand (-53,9%), Malaysischer Ringgit (-52,6 %), Philippinischer Peso (-51,3%), der Hong Kong-Dollar (-49,9%), Vietnamesischer Dong (-48,7 %), Thailändischer Baht (-35,5%) sowie die Pakistanische Rupie (-35,1%) und der Südkoreanischer Won (-30,0%).

Interessant kann aufgrund des radikalen wirtschaftlichen Umbaus des Landes durch Präsident Milei eine Spekulation auf den Argentinischen Peso sein, der zum Euro 34,6% unterbewertet ist. Auch die Türkische Lira bietet nach dem Wechsel an der Zentralbankspitze Überraschungspotenzial – allerdings in beide Richtungen. Die Lira ist zum Euro gemessen am Big Mac um 32,4% unterbewertet. Spekulationen könnten sich außerdem lohnen auf den Brasilianischen Real (-18,0 %), die Tschechische Krone (-21,4%), den Ungarischen Forint (-32,2 %). Weitere G20-Währungen mit zweistelliger Unterbewertung sind Neuseeland-Dollar (-14,7%) und Australischer-Dollar (-13,5 %).

Der deutsche Außenhandel spürt die Folgen

Die Folgen sieht man im deutschen Außenhandel. Die Auftragszahlen für wichtige Branchen dümpeln seit Monaten auf Tiefständen, die Nachfrage ist schwach. Im wenig schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Oktober bis Dezember 2023 verbuchte der deutsche Maschinen-und Anlagebau ein Minus im Auftragseingang von real 9% zum Vorjahr. Die Euro-Länder bestellten in diesem Zeitraum 4% weniger Maschinen und Anlagen, die Nicht-Euro-Länder verringerten ihre Bestellungen um 7%. 

Von erheblichem „Auftragsmangel“ schreibt auch das Münchner ifo-Institut in seinem neusten Bericht: Der Auftragsmangel in der Industrie werde „immer mehr zu einer Belastung für die deutsche Konjunktur“. Im Januar berichteten 36,9% der Industriefirmen von fehlenden Aufträgen. Vor einem Jahr hatte der Anteil nur bei 20,9% gelegen. Im Dienstleistungssektor stieg der Anteil zuletzt von 29,3 auf 32,1%. Positiver Effekt: Ein „teurer“ Euro dämpft die Einkaufslust von Drittstaaten und zwingt die (deutsche) Wirtschaft zu mehr Wettbewerbsorientierung.

Sondereffekte treiben den CHF-Kurs in die Höhe.

Unter Sondereffekten „leidet“ der Schweizer Franken. Als „sicherer Hafen“ in Europa fließen ihm Anlagegelder als vielen Teilen (nicht nur) Europas zu. Er ist daher die teuerste Währung der Welt.

Der Big-Mac-Index

Im Juli 2022 wurde der Big-Mac-Index aktualisiert. Seitdem wird ein von McDonalds bereitgestellter Preis für die gesamten Vereinigten Staaten verwendet (zuvor wurde der Preis aus vier großen US-Städten gemittelt). Und anstatt die Kaufkraftparitätsberechnung des IWF zu verwenden, passt der Economist das BIP pro Person um die Differenz der Big-Mac-Preise jedes Landes an.

Und so rechnet der Economist: Ein Big Mac kostet in Großbritannien 4,49 Pfund und im Euroraum 5,39 Euro. Der implizierte Wechselkurs beträgt 0,83. Die Differenz zwischen diesem und dem tatsächlichen Wechselkurs von 0,86 lässt darauf schließen, dass das britische Pfund um 2,7 % unterbewertet ist.

Fazit: Der Euro ist ein Abbild der Wirtschaft des Euroraums und international überbewertet. Andere Volkswirtschaften haben deutliches Aufholpotenzial. Die Überbewertung dämpft die wirtschaftliche Erholung zusätzlich zu den kräftig gestiegenen Zinsen. Auch das wird die EZB im Blick haben, wenn sie die nächsten Zinsschritte tut. Hinweis: An das jeweilige Bruttoinlandsprodukt angepasst sieht die Situation nur geringfügig anders aus.

Empfehlung: Bevor Sie eine Spekulation eingehen, machen Sie sich mit der aktuellen Lage und der Zentralbankpolitik vertraut. Deren Eingriffe können Aufwertungen zunichte machen. Aufwertungen dämpfen immer auch die inländische Konjunktur, denn sie wirken wie Zinserhöhungen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bayerische Vermögen in der Ausschreibung

Die Bayerische Vermögen lässt zu viele Fragen offen

Thumb Stiftungsvermögen 2024. © Collage: verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envator elements
Die Bayerische Vermögen GmbH gibt sich selbstbewusst. “Wir schauen immer ganz genau hin. Deswegen sind wir in der Analyse und Bewertung von Finanzinstrumenten auch seit vielen Jahren ganz vorne dabei“, heißt es auf der Website. „Unsere Unabhängigkeit und Stärke geben uns den nötigen Spielraum, um den Markt aktiv mitzugestalten. Dabei bleiben wir bodenständig, kritisch und immer in Ihrer Reichweite.“ Der Leser ist gespannt, wie das Unternehmen die Wünsche der Stiftung Fliege umsetzt.
  • Fuchs trifft Pferdchen, Der Geldtipp-Podcast, Teil 34

Unsere internationalen Aktien fürs Leben

Geldtipp-Podcast. ©SpringerNature
Nach den deutschen Dauerläufern stellen Pferdchen und Fuchs in der 34. Folge des Geldtipp-Podcasts die internationalen Aktien vor, die langfristig in ein ausgewogenes Depot gehören. Sie diskutieren, wie sich die Auswahlkriterien für ausländische und für heimische Titel unterscheiden.
  • Was sind die Fuchsbriefe? - In 2 Minuten erklärt

Fuchsbriefe Scribblevideo mehr als 213.000 Mal gesehen

© Verlag FUCHSBRIEFE
Hammer: Unser Scribble-Erklärvideo zum Fuchsbrief wurde inzwischen mehr als 200.000-mal angeschaut – genau waren es am 29. Februar 213.318 Abrufe. Hochgeladen hatten wir den gezeichneten Film vor 8 Monaten. Somit ergeben sich 26665 Abrufe pro Monat oder 889 pro Tag. Darauf sind wir stolz! Der Film wurde gezeichnet vom Team um Carsten Müller und dauert 02:21 Minuten. Worum geht es?
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bloom Energy

Wird Bloom zum Übernahme-Kandidaten?

Bloom hat die Börse enttäuscht. Mehrere schlechte Nachrichten waren ein unbekömmlicher Cocktail - und die Aktie ist versumpft. Der Ausblick auf 2024 und die Perspektiven stimmen aber dennoch und die Aktie dürfte den Durchhänger bald vergessen machen.
  • Fuchs plus
  • Von der Wasserstoff-Vision zur Realität

Gewaltige neue Wasserstoffmärkte entstehen

Viele Fachkonferenzen, die wir in den vergangenen Wochen besucht haben, zeigen: Es entstehen weltweit gewaltige neue Wasserstoffmärkte mit hohem und langfristigem Wachstumspotenzial. Und wir haben den Eindruck, dass viele die positive Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung unterschätzen.
  • Fuchs plus
  • Konjunkturelle Wende treibt den Peso an

Erholung des Chilenischen Peso voraus

In Chile verändert sich die Konjunktur-Perspektive. Die Aussichten verbessern sich - und eine Konjunkturerholung in China könnte auch Chile nochmal einen Extra-Schwung geben. Anleger können schon frühzeitig darauf setzen.
Zum Seitenanfang