Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2987
Rechter Haken gegen die Grünen

Boris Rhein wirft den Hut um die Kanzlerkandidatur in den Ring

FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber. © Foto: Verlag FUCHSBRIEFE
Boris Rhein wirft den Hut in den Ring. Der bei der Hessenwahl erfolgreiche CDU-Ministerpräsident positioniert sich rechtzeitig vor der Parlamentswahl 2025 als Herausforderer von Parteichef Friedrich Merz. Noch hat die Union ihren Kanzlerkandidaten für die Parlamentswahl 2025 nicht bestimmt. Dass sie dem jetzigen Parteivorsitzen schon qua Amt den Vortritt lässt, ist unwahrscheinlich, kommentiert FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber.

Die CDU fremdelt in weiten Teilen mit ihrem Vorsitzenden und umgekehrt. Sie wird dankbar sein, nicht noch einmal einen Aushilfs-Lokführer wie zuletzt Armin Laschet in Führerhäuschen ihres Wahlkampfzuges setzen zu müssen. Denn es bietet sich eine erfolgversprechende Alternative. Und die heißt nicht – so viel vorausgeschickt – Markus Söder. Der bayerische Dauer-Wendehals ist schon im eigenen Reich zu umstritten bei Wählern und Parteifreunden , als dass er sich für höhere Weihen empfehlen würde. Seine Zeit auf der bundespolitischen Bühne ist vorbei, bevor sie richtig begonnen hat.

Merkels Schatten ist lang

Merkel ist nach wie vor präsent in der CDU. Und Merz hat keinen Weg gefunden, die merkelschen Parteigänger an seiner Seite zu halten und zugleich die abtrünnigen Ex-CDU, jetzt vielfach AfD-Wähler, zurückzugewinnen. Merz versucht es mit Sprüchen in Talkshows und in seiner MerzMail, die selten gelingen. „Wir stehen vor einer Katastrophe“, zitiert er in MerzMail#175 Berliner Erzieher, die in einer Zeitung bewerten, was sie in ihrem Alltag von jugendlichen Migranten hören – ohne zu erwähnen, dass es seine Partei war, die die „Katastrophe“ maßgeblich herbeigeführt hat. So kurz ist das Gedächtnis der meisten Wähler nun auch wieder nicht. Sich mit der Aussage entschuldigen zu wollen „wir“ hätten „das Ausmaß des Fremdenhasses und vor allem des Antisemitismus in Deutschland lange unterschätzt“, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Zumal das entscheidende Wörtchen „importiert“ fehlt. Merz bietet weder Fisch noch Fleisch, sondern eine lauwarme Suppe.

Boris Rhein hat es leichter. Er kann als Ministerpräsident handeln, und das tut er. Mit seiner Entscheidung, die Grünen – mutmaßlich wegen derer unnachgiebigen Haltung in der inzwischen wahlentscheidenden Migrationspolitik – nicht mehr in die Regierung zu holen, hat er Entschlusskraft bewiesen. Damit positioniert er sich zugleich gegen den kraftlosen, mit mehr Glück als Verstand ins Amt gestolperte SPD-Kanzler Olaf Scholz, der die untragbare Innenministerin Nancy Faeser, ebenfalls SPD, immer noch nicht vor die Tür gesetzt hat. Wir erinnern uns: Merkel machte 2012 mit Norbert Röttgen (CDU) kurzen Prozess, als dieser nach seiner vergeigten NRW-Kandidatur mit ähnlich miserablem Ausgang wie Faeser in Hessen für die SPD zurück auf seinen Posten als Umweltminister wollte. Faeser wie Röttgen machten Wahlkampf mit Hintertürchen und verloren.

Zwei Jahre Zeit, sich bekannt zu machen

Rhein kann sich nun noch zwei Jahre lang von den Medien aufbauen lassen, um seine bundesweite Bekanntheit zu stärken. Menschlich kommt er besser rüber als der oftmals verbissen wirkende Friedrich Merz. Vor allem hat er es in der grün-rot gefärbten deutschen Presselandschaft deutlich leichter als Merz – ein nicht zu unterschätzender taktischer Vorteil. Laschet hat die sicher geglaubte Kanzlerschaft auch deshalb verloren, weil er mit den Medien nicht umzugehen wusste. Rhein kommt aus einem bedeutenden Flächenland, aus der Mitte Deutschlands und lässt sich dort auch politisch verorten.

Tatsächlich bietet sich Boris Rhein mit der in Hessen auf 15,1 % geschrumpften SPD industriepolitisch ein besserer Partner als mit den Grünen. Die sind zwar beim Geldausgeben sehr pragmatisch, aber in Energiefragen grundsätzlich ideologisch – siehe Atom- und Kohleausstieg. Somit hat Boris Rhein nicht nur den Hut in den Ring um die Kanzlerkandidatur geworfen. Er hat gleich eine kurze Rechte aufs Kinn des bereits taumelnden politischen Gegners, der Grünen gesetzt, mit denen er bisher Arm in Arm lief. Chuzpe, die man braucht, um in der Politik erfolgreich zu sein. Nun blickt er im „Stare Down“ seinem politischen Kontrahenten in den eigenen Reihen, Merz, tief und offensichtlich unerschrocken in die Augen.

Friedrich Merz ist wie Wolfgang Schäuble der geborene Ewige Zweite in der Kanzlerfrage. Nicht umsonst brauchte er drei Anläufe, bis ihn die CDU endlich als Vorsitzenden genommen hat. Aber Merz könnte sich wie Schäuble noch einmal als Finanzminister beweisen. Da wäre er deutlich besser aufgehoben, und er hätte faktisch nicht weniger zu sagen, meint Ihr Ralf Vielhaber
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Angebot an Rohdiamanten schrumpft massiv

Seltene Solitäre haben Preis-Potenzial

Das neue Angebot an Rohdiamanten schrumpft massiv. Auf der jüngsten Auktion an Schleifereien hat De Beers 80% weniger Steine gekauft. Die Schleifereien kaufen keine neue Ware ein, sondern versuchen, ihre Lager zu räumen. FUCHSBRIEFE wissen aber, dass diese Angebotsverknappung nicht zu steigenden Diamantpreisen führen wird.
  • Fuchs plus
  • Deutsches Weininstitut kürt Weingastronomien

Deutsche Weine an besonderen Locations

Weinflaschen mit Korken. © MmeEmil / Getty Images / iStock
Gerade zum Jahresausklang beginnt die Suchen nach guten Locations für Weihnachtsfeiern oder Neujahrsfeste. Wer ganz besonders gute Weingastronomien sucht, kann sich jetzt an den vom Deutschen Weininstitut gekürten Siegern orientieren. FUCHSBRIEFE stellt die Gewinner vor.
  • TOPS 2024: Wer bewahrt das Familienvermögen?

Jetzt noch anmelden für den 20. Private Banking Gipfel

© FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, Verlag Fuchsbriefe
Am 20.11. präsentiert die FUCHS | RICHER Prüfinstanz die Ergebnisse ihres aktuellen Vermögensmanager-Ratings "TOPS 2024: Wer bewahrt das Familienvermögen?" Jetzt für den online-Stream anmelden und die Ergebnisse live mitverfolgen!
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Neue Phase des Ukraine-Krieges

Selenskyj auf dem Rückzug

Wolodymyr Selenskyj. © www.president.gov.ua
Der Ukraine-Krieg ist in eine neue Phase eingetreten. Militärisch hat die Ukraine von "Rückeroberung" auf "Verteidigung" umgeschaltet. Zugleich hat aber der innenpolitische Wind in der Ukraine gedreht und es wird immer mehr und immer offener Kritik an Wolodymyr Selenskyj laut. Der Druck, mit Moskau über Frieden zu verhandeln, steigt. Angeblich gäbe es schon Geheimgespräche.
  • Fuchs plus
  • Weihnachtsgeschenk der Ampel für die Pharmabranche

Medizinische Forschung soll gestärkt werden

Symbolbild Medizin. © Grycaj / stock.adobe.com
Mit einem neuen Gesetz wollen Ampelregierung und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Deutschland als Forschungsstandort stärken. Die Pläne zeigen zwar, dass der Minister wenig von Ökonomie versteht. Für die forschenden Unternehmen sind sie dennoch sinnvoll.
  • Fuchs plus
  • Sieben Milliarden Menschen wollen besser leben

COP28 zeigt großes Klimaschutz-Missverständnis

Stefan Ziermann, Chefredakteur Verlag Fuchsbriefe
Der Klimagipfel COP28 läuft noch bis zum 12. Dezember – und ich habe wieder den Eindruck, dass es der globale Klimaschutz unter einem großen Missverständnis leidet. Jedenfalls aus Sicht derjenigen, die ihn zum alles ausstechenden Ziel erklärt haben. Eigentlich könnte COP28 damit ein Weckruf auch für die deutsche Politik sein, die scheinbar alles dem Klimaschutz unterordnet, meint FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Stefan Ziermann.
Zum Seitenanfang