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Diversifikation ist Trumpf

Nur wenige deutsche Aktien sind langfristig erfolgreich

Blick in den Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. © 2023 Gruppe Deutsche Börse
Dass deutsche Aktionäre am ehesten zu deutschen Aktien greifen, liegt auf der Hand. Schließlich ist das der Markt, den sie am besten kennen. In den vergangenen zwanzig Jahren ist dieses Vorgehen aber vielen Anlegern teuer zu stehen gekommen.

Auch im Jahr 2023 ist in der Vermögensanlage - insbesondere am Aktienmarkt - Diversifikation gefragt. Der Fachbegriff beschreibt in der Finanzbranche die Streuung der Kapitalmarktrisiken über viele Vermögenswerte, Anlageklassen, Regionen oder Branchen. Salopp ausgedrückt: Anleger sollten nicht alles auf eine (oder wenige) Karten setzen.

Viele deutsche Anleger begehen aber genau diesen Fehler. Sie sind „home biased“, d.h. sie invetsieren vor allem in Aktien der Heimatbörse. So investierten die deutschen Aktionäre zwischen 2016 und 2021 48% Ihres Kapitals in deutsche Werte, und das obwohl ein internationales Aktiendepot in diesem Zeitraum eine dreimal so hohe Rendite erwirtschaftet hat, so eine Erhebung des digitalen Vermögensverwalters Whitebox.

Nur wenige Anlage-Perlen

Die überragende Mehrheit der börsengelisteten deutschen Unternehmen hat Anlegern in den vergangenen zwanzig Jahren einen Wertverlust beschert. Das ist das Ergebnis einer Studie des Flossbach von Storch Research Instituts (FvS). Seit 2003 wurde demzufolge für Anleger (durch Dividenden, Aktienrückkäufe und Wertzuwächse) ein Wert von 1,7 Bio. Euro geschaffen. Fast die Hälfte dieser Wertschöpfung ist auf 12 Unternehmen zurückzuführen, die gesamte Wertschöpfung auf 118 Unternehmen. Dem gegenüber stehen annähernd 900 Verlusttitel (88%).

Aufschlussreich ist, wie sich die Wertschöpfung deutscher Aktien zusammensetzt. 52,2% der von FvS errechneten 1,7 Bio. Euro stammen aus Dividenden. 40,9% erklären sich aus dem Wertzuwachs der Papiere, 7,0% aus Aktienrückkäufen. Die höchste Wertschöpfung bescherte in den vergangenen zwanzig Jahren Siemens (125,9 Mrd. Euro), gefolgt von SAP (116 Mrd. Euro) und der Allianz (94,9 Mrd. Euro). Auf den hinteren Plätzen finden sich Unternehmen wie die Deutsche Bank (-24,8 Mrd. Euro), Commerzbank (-15,0 Mrd. Euro) oder die Auto1 Group (-9,5 Mrd. Euro).

Stockpicking eröffnet Chancen

FUCHSBRIEFE leiten daraus folgende Erkenntnisse für Anleger ab:

  1. Am deutschen Aktienmarkt holen sich Anleger mit breiten Investments (z.B. per ETF auf den DAX) viele „Wertvernichter“ ins Depot.
  2. Für ein starkes Wachstum braucht es eine internationale Mischung.
  3. Deutsche Qualitätsaktien können einem Aktienportfolio eine gute Substanz verschaffen. Die Merkmale solcher Aktien sind unseres Erachtens krisenfeste Geschäftsmodelle, solide Bilanzen und verlässliche und kontinuierlich steigende Dividenden. Das sind für uns Werte wie die Allianz, die Deutsche Telekom, die Deutsche Post, die Deutsche Börse oder RWE.

Aus der Testerfahrung der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz wissen wir, dass gerade kleine regionale Vermögensverwalter ebenfalls oft der „home bias“ verfallen. Sollten auch Sie von einem Vermögensverwalter gemanagte Depots besitzen, haben Sie ruhig Mut ihn mit den Studienergebnissen zu konfrontieren und Ihr Depot daraufhin checken.

Fazit: Gehen Sie selektiv am deutschen Aktienmarkt vor und achten Sie auf Qualität und stabile Ausschüttungen.
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