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Welche Partei hängt von welcher Altersgruppe ab?

"Volkspartei" AfD, Rentnerparteien Union und SPD, Jugendpartei Die Linke

Kugelschreiber mit den Logos verschiedener Parteien. Copyright: Picture Alliance
In der Demografie gibt es den Ausdruck dependency ratio: Sie sagt an, wieviele Rentner auf einen Menschen im erwerbsfähigen Alter kommen. Im Parteiengeschehen gibt es ebenfalls eine "Abhängigkeits-Quote" der Parteien von der Altersstruktur ihrer Wähler. Und da zeigt sich Erschreckendes …

Die AfD ist nach der Ausgewogenheit der Altersstruktur ihrer Wähler die einzige Volkspartei im Bundestag. Bei den anderen Parteien ergeben sich zum Teil starke Abhängigkeiten von Altersgruppen für das jeweilige Wahlergebnis.

CDU/CSU und SPD sind keine Volksparteien mehr, sondern eindeutig Rentner-Parteien. Die Linke ist strukturell die jugendlichste Partei, gefolgt von der FDP und den Grünen.

Wahlen pro domo

Dieses Bild erhält man, wenn man die Wählerpräferenzen (gemäß Forschungsgruppe Wahlen) in Beziehung setzt zum jeweils erreichten Wahlergebnis. Demnach hat die Union ihren verbleibenden Wahlerfolg zu 39% den Ü-60-Wählern zu danken, die SPD zu 36%. Auch hieran sieht man, wie wenig sich beide Parteien noch unterscheiden. Die Linke wiederum stützt sich zu 38% auf die Wähler unter 30, die FDP zu 37%, die Grünen zu 34%.

Es zeigt sich eindeutig, wie sehr die Wähler auf dene eigenen Vorteil achten. Von CDU/CSU und SPD erhoffen sich die Alten eine Renten- und Pflege-Garantie. Von Linken, Grünen und FDP die Jungen Digitalisierung und somit Startup-Mentalität und Weltenrettung. Die einen möchten, dass ihnen die alten Volksparteien den Urlaub, die Pflege, das Weinchen am Abend garantieren. Die anderen wollen zukunftsfähige Jobs in einer lebenswerten Umwelt. Und offenbar gibt es keine Partei, die alle Präferenzen noch ausgewogen "unter einen Hut" bringt.

Unausgewogene Bevölkerungsstruktur

Bedeutend ist dies auch, weil sich die Generationen auf die Gesamtbevölkerung sehr ungleich verteilen und das Missverhältnis in Zukunft weiter deutlich zunimmt. Laut Statistischem Bundesamt waren 2020 von den 83,2 Millionen Menschen in Deutschland 8,4 Millionen zwischen 15 und 24 Jahre alt.

Die ab Mitte der 1990er-Jahre geborenen, mitunter als “Generation Z” bezeichneten Menschen, haben einen Anteil von 10,1% an der Gesamtbevölkerung. Das ist ein Tiefststand. Zum Vergleich: 1983 lebten hierzulande 13,1 Millionen 15- bis 24-Jährige, 4,6 Millionen mehr als 2020. Das sind die Rentner von morgen. Darauf werden sich folglich die Rentner-Parteien Union und SPD künftig noch stärker stützen und deren Interessen vertreten. Besonders "alt" sehen Brandenburg (7,9% junge Menschen), Sachsen-Anhalt (8,1%) und Mecklenburg-Vorpommern (8,2%) aus.

Generationelle "Stellvertreterkriege" über die Parteien?

Für die Parteien gilt naturgemäß: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Das kann in einer Ampel wie in einer Jamaica-Koalition zu einem Interessenausgleich zwischen Jung und Alt führen. Aber auch zu „Stellvertreterkriegen“ der Generationen über die sie vertretenden Parteien. Diese werden jedenfalls sehr genau darauf achten (müssen), ihr zentrales Wählerklientel nicht zu verprellen.

Fazit: Hier kommt noch einiges insbesondere auf die voraussichtlich regierende SPD zu. Denn sie hat den Rentnern die größten Versprechungen gemacht und wir daran gemessen werden. Für FDP und Grüne geht es darum, ihre „jungen Stützen“ zu stärken.

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