Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1331
Europa-Wahl: Sozialdemokraten schwach, Konservative stark

Einfluss der Rechten wird größer

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zwischen zwei EU-Fahnen. © European Union
Während es für die europäischen Sozialdemokraten bei den Europawahlen auf Stimmenverluste hinausläuft, arbeiten sich die Konservativen aus ihrem Umfragetief empor. FUCHSBRIEFE analysieren die Auswirkungen auf die Zeit nach der Europawahl 2024.

Bei den kommenden Europa-Wahlen können die Konservativen besser taktieren und der Einfluss der Rechten wird größer. Ein halbes Jahr vor den Wahlen zum EU-Parlament schwächeln die Sozialdemokraten, die Konservativen sind dagegen im Aufwind. Laut Umfragen würde die sozialdemokratische Fraktion (S&D) heute nur 137 von 720 Sitzen (19%) erhalten. Das sind nochmal vier weniger als 2019, als sie auch schon ein schwaches Ergebnis erzielte.

Dass sich die Sozialdemokraten noch berappeln, ist unwahrscheinlich. Ihr Hoffnungsträger für die Wahl 2024, Antónia Costa aus Portugal, ist im Zuge einer Korruptionsaffäre zurückgetreten. Mit dem Rauswurf der slowakischen, pro-russischen Smer aus ihrer Parteienfamilie verliert sie weitere Sitze. Die Sozialdemokraten schwächen sich somit selbst. 

Große Koalition wird fortgesetzt

Die europäischen Konservativen profitieren davon. Sie würden heute zwar auch nur auf das Ergebnis der EU-Wahl 2019 kommen. Die „Ewige Große Koalition“ müsste insgesamt mit Sitzplatzverlusten rechnen, hätte aber weiterhin eine Mehrheit.

Die Konservativen fahren zweigleisig. Sie bemühen sich darum, den Eindruck zu widerlegen, dass sie eine Koalition mit Rechtsaußen anstreben. So warb Manfred Weber (CSU) nach einer CSU-Vorstandssitzung am Montag (13.11.) darum „proeuropäische Mehrheit zu finden und sicherzustellen.“ Dass die Wiederwahl Ursula von der Leyens von den Rechtsaußen-Stimmen abhängt (FB vom 03.08.2023), ist angesichts besserer Umfragewerte als im Sommer inzwischen unwahrscheinlich.

Von der Leyen kann flexibel regieren

Für von der Leyen ergeben sich daraus politische Spielräume. Sie kann argumentieren, dass ihr Amt nicht von den Stimmen der Rechten abhängt. Zugleich kann sie mit ihnen aber partiell zusammenarbeiten, etwa in Fragen der Migration. Auf der Arbeitsebene (in den Ausschüssen) wird das zunehmend wahrscheinlich.

Fazit: Die große Koalition in Europa wird fortgesetzt. Der rechte Rand wird stärker und mehr Einfluss bekommen. Das wird über die Mitarbeit in den Ausschüssen geschehen.

Hinweis: Bei der gestern (22.11.) abgehaltenen Wahl in den Niederlanden wurde entgegen den zuvor anders lautenden Prognosen (FB vom 16.11.2023) die rechtspopulistische PVV von Geert Wilders stärkste Kraft. Das Ergebnis reiht sich in den europäischen Trend zur "Rechts-Verschiebung" ein.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Brückeneinsturz von Baltimore

Hafen von Baltimore wieder geöffnet

Verschwommenes Bild vom Hafen in Baltimore und Bild von einem Sperrschild verlaufen ineinander © Adobe Firefly, KI-generiertes Bild
Der Hafen von Baltimore ist wieder rund um die Uhr geöffnet. Auch größere Schiffe können den wichtigen Umschlagplatz an der Ostküste der USA nun wieder anlaufen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Credo Vermögensmanagement GmbH

CREDO baut Nähe zum Kunden auf

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Eule, Segelboot, Keimling und Füllhalter – mit diesen Bildmotiven begrüßt CREDO auf der Website seine Gäste. Die Eule beobachtet genau, das Segelboot manövriert durch stürmische Zeiten, der Keimling steht für gesundes Wachstum und der Füllhalter soll Unabhängigkeit symbolisieren. Nicht schlecht gelöst. CREDO bedeutet laut Website „Ich glaube". Glauben und Vertrauen seien die wertvollsten Güter, der Ursprung des Unternehmens liege in kirchlichen Mandaten. Das passt perfekt zur Stiftung Fliege.
  • Einblick in den «Trusted Wealth Manager 2024»

Wie Oberbanscheidt & Cie. Transparenz und Kundenvertrauen in Vermögensverwaltung fördert

Grafik envato elements, Redaktion Fuchsbriefe
Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Kleve zeigt sich im neuesten «Trusted Wealth Manager» offen für Transparenz und Kundenkommunikation. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft, Teile des Selbstauskunftsfragebogens zu beantworten, als Ergänzung zum laufenden Monitoring der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, was die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Kunden bildet.
Neueste Artikel
  • Editorial

Trauer um Sven Jösting

FUCHSBRIEFE trauern um Sven Jösting. Unser Wasserstoff-Experte und Aktien-Analyst ist unerwartet verstorben.
  • Fuchs plus
  • PPAs boomen

Vervierfachung der Strom-Direktabnahmeverträge

Urban Area © urbans78 / stock.adobe.com
Die Zahl der Strom-Direktabnahmeverträge (PPA) von Betreibern von Wind- und Solarparks hat sich im vorigen Jahr vervierfacht. Der Markt, der lange bei Werten um 1 GW im Jahr dümpelte, kommt damit in Schwung. Für Großunternehmen wird es in wenigen Jahren wohl zum Standard bei der Energiebeschaffung gehören, KMU werden folgen.
  • Fuchs plus
  • Anlagechancen im Inselreich Philippinen

Zinssenkungen werden Peso-Turbo

Hafen von Manila © Joseph Oropel / stock.adobe.com
Die Philippinen sind ein riesiger Markt, in Depots deutsche Anleger aber kaum vertreten. Dabei bieten eine gute Peso-Perspektive und attraktiv bewertete Unternehmen Anleger einige Chancen.
Zum Seitenanfang