Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2923
Deutschland verspielt seine Position

Südeuropa holt wirtschaftlich auf

Spanische Flagge. © Hans Ringhofer / picturedesk.com / picture alliance
Während Deutschland eine sehr hohe und zähe Inflation aufweist, kommen aus den Südländern der EU ziemlich gute Wirtschaftsnachrichten. Ihre Inflation ist niedriger und sie erreichen weiterhin recht ordentliche Wachstumsraten. Deutschland verliert auch in Europa derzeit massiv an Wettbewerbsfähigkeit.

Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren verschlechtern. Der Aufholprozess der einstigen Eurokrisenländer (von 2010 bis 2015) ist keine kurze Moment-Aufnahme. Besonders Spanien (Inflationsrate 2,3%, BIP-Wachstum 1,9%) weist starke Zahlen auf. Sie sind weit besser als der Durchschnitt der EU (6,4% Inflation, 1,1% Wachstum 2023, Prognose: 1,6% Wachstum 2024). Auch Portugal (Inflation 3,1%, BIP-Wachstum 2,4%) und Griechenland (Inflation 1,8%, BIP-Wachstum 2,4%) präsentieren starke Zahlen. Sogar die hochverschuldeten Länder Italien und Frankreich können derzeit bessere Zahlen liefern als Deutschland.

Die Entwicklung könnte sich als Trend verfestigen

Dieser Negativ-Trend für Deutschland dürfte sich verstetigen. Denn die Faktoren, die bisher für Deutschland gesprochen haben, arbeiten gerade gegen die Wirtschaft des Landes. Vor allem die Energiepreise haben die grundlegende Situation gekippt, so dass viele Industrien mehr negative, als positive Standortfaktoren für Deutschland ausmachen. 

Besonders Spanien, aber auch Frankreich, Griechenland und Portugal haben gute Chancen, dauerhaft günstige Energiepreise zu erreichen. Denn sie verfügen über viel Sonne und lange Küstenlinien, die günstige Windkraft ermöglichen. Spanien und Frankreich investieren stetig größere Mittel in die Erneuerbaren Energien.  

Geringere Arbeitskosten und verfügbare Arbeitskräfte

Auch die Arbeitskosten sind in den Südländern nach der Eurokrise langsamer gestiegen als in Deutschland. Die noch bessere Ausbildung in Deutschland wird durch den akuteren Fachkräftemangel bedroht. Die noch immer höhere Arbeitslosigkeit (Spanien 12,7%; Griechenland 10,8%; Italien 7,6%, Frankreich 7%, Portugal 6,4%) machen Investitionen dort vergleichsweise attraktiver als in Deutschland. Selbst die Bürokratie ist in den Südländern inzwischen weniger drückend. Denn viele Länder haben viele Verfahren vereinfacht.

Fazit: Einerseits haben die Südländer in den vergangenen Jahren viele Reformen durchgeführt, andererseits hat sich Deutschland mit seiner jüngsten Politik (Energiewende und Russland-Sanktionen) einer wichtigen Basis seines geschäftlichen Erfolgs und Wohlstandes beraubt. Je länger dieser Weg beschritten wird, desto mehr Vorsprung verliert unser Land.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Anlageidee der Bankhaus Neelmeyer AG

Persönliche Betreuung als Stärke: Der Auftritt des Bankhauses Neelmeyer

Illustriert mit MS Copilot
Eine 44-jährige Erbin mit 5,2 Millionen Euro Vermögen sucht nach einem Schicksalsschlag Stabilität, Orientierung und einen langfristigen Partner für ihr Vermögen. Im TOPS-Test 2027 erlebt sie beim Bankhaus Neelmeyer eine außergewöhnlich persönliche Betreuung, hohe Fachkompetenz und viel Verständnis für ihre Lebenssituation. Die Beratung überzeugt. Der Anlagevorschlag greift viele Bedürfnisse auf, lässt bei Transparenz, Szenarioanalysen und Individualisierung jedoch wichtige Chancen ungenutzt.
  • Fuchs plus
  • In aller Kürze

Abkühlung im 3. Quartal

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet für das 3. Quartal mit einem deutlichen Dämpfer beim Wachstum.
Zum Seitenanfang