Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
3385
Vom Autobauer zum Mobilitätsanbieter

Volkswagen schaltet konsequent um

Volkswagen schaltet konsequent auf E-Mobilität um. Copyright Pixabay
VW gehört nach wie vor zu den größten Autokonzernen der Welt. Damit das auch so bleibt, hat der Konzern konsequent auf E-Mobilität umgeschaltet. Die Strategie ist jetzt klar, sogar in den USA beginnt schon die Neuausrichtung. Außerdem diversifiziert das Unternehmen seine Aktivitäten neu.

Der Volkswagen-Konzern zählt zu den offiziellen Sponsoren des UEFA-Nationalteams und nutzt die EM dazu, das eigene Image aufzupolieren und die Neuausrichtung des Konzerns zu promoten. An der Bande in den EM-Stadien bekennen sich die Wolfsburger mit dem Slogan „Way to Zero“ zum Pariser Klimaabkommen. Das erklärte Ziel: Bis 2050 will VW ein bilanziell CO2-neutrales Unternehmen werden.

Passend dazu stellte VW jetzt seine Pläne für den Ausstieg aus dem Verbrenner-Geschäft vor. Demnach will der aktuell zweitgrößte Automobilhersteller (gemessen am Fahrzeugabsatz) in Europa ab 2033 bis 2035 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkaufen. Konzerntochter AUDI hat derweil ambitioniertere Pläne und will bereits in fünf Jahren das letzte Neumodell mit Verbrennungsmotor verkaufen. Je nach Kundennachfrage dürfte bei AUDI dann spätestens 2033 Schluss mit Diesel und Benziner sein.

Neuausrichtung auf E-Mobilität in den USA

In den USA will Volkswagen seine E-Strategie völlig neu ausrichten. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg  geschieht das als Reaktion auf die jüngsten Maßnahmen der Biden-Administration. Die strebt eine breite Dekarbonisierung des Transportsektors an. So errichten die Wolfsburger am Werk in Chattanooga (Tennessee) eine Produktionsstätte für E-Fahrzeuge, voran für den ID.4.

Dem Bloomberg-Bericht zufolge will Volkswagen nun weitaus mehr E-Autos in den USA produzieren und verkaufen, als bislang erwartet. Die US-Regierung schafft mit dem geplanten Infrastrukturprogramm einen entsprechenden Rahmen. Rund 174 Milliarden Dollar will Biden in die Förderung der Elektromobilität investieren.

Wandel vom Autobauer zum Mobilitätsanbieter

Neben dem Ausbau der E-Mobilität versuchen die Wolfsburger ihr Geschäft auch auf anderen Ebenen zu diversifizieren. In der vergangenen Woche gab Volkswagen ein Übernahmeangebot für den französischen Autovermieter Europcar ab. Demnach streben die Wolfsburger gemeinsam mit den Finanzinvestoren Attestor und Pon Holdings eine Mehrheit an Europcar an. Ein erstes Kaufgebot (Volumen 2,2 Milliarden Euro) hat Europcar jedoch zurückgewiesen.

Der Autovermieter gehörte vor 15 Jahren bereits schon einmal zum Volkswagenkonzern. Damals hatten die Wolfsburger Europcar an den französischen Finanzinvestor Eurazeo für 3,3 Milliarden Euro verkauft, um sich stärker auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Eine Integration in den VW-Konzern wäre aus heutiger Sicht interessant, da sich die Automobilkonzerne vom reinen Fahrzeughersteller zum Mobilitätsanbieter wandeln (wollen).

Aktie ist fundamental günstig

An der Aller ist somit einiges in Bewegung. Binnen Jahresfrist kann die VW-Aktie ein dickes Plus von rund 60% aufweisen. Dennoch ist die Aktie mit einem für 2022 geschätzten KGV von rund 7 aus fundamentaler Sicht günstig bewertet. Eine Dividendenrendite von rund 4% kommt als Sahnehäubchen obendrauf. Der aktuelle Kursrücksetzer bietet mittel- und langfristig orientierten Anlegern eine willkommene Einstiegsgelegenheit.

Empfehlung: kaufen Kursziel: 282,40 EUR, Stop-Loss: unter 190 EUR (SK Xetra)

Hier FUCHS KAPITALANLAGEN abonnieren

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Hauptstadtnotiz

Neue Hilfen für die Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine bei seinem Besuch erneut eine Milliardenhilfe zugesagt. In der EU ist Deutschland mit Abstand der größte Unterstützer.
  • Fuchs plus
  • Bund hält an Commerzbank fest

Bund: CoBa-Aktie soll in Frankfurt bleiben

Die Bundesregierung ist Großaktionär der Commerzbank. Im Übernahmekampf drängt sie darauf, dass das Institut weiter an der Börse in Frankfurt notiert bleibt.
  • Fuchs plus
  • Autoindustrie

Toyota hängt VW ab

Der VW-Konzern hat sich lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Renen mit Toyota als größter Autobauer der Welt geliefert. Doch während die Japaner nun schon seit sechs Jahren den Wolfburgern davonfahren, taumelt Europas größter Autobauer von einer Krise in die nächste. Das hat Gründe.
Zum Seitenanfang