Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1815
Börseneinschätzung vom 13. Juni 2019

Auf zu den Jahreshochs?

Die Börsen sind süchtig nach Notenbank-Treibstoff. Noch sprudelt dieser und unterstützt DAX und Dow Jones-Index. Doch immer mehr Indikatoren verdüstern das Gesamtbild.

Die Aktienmärkte klettern erstaunlich stark in die Höhe. Inzwischen sind die Jahreshochs wieder in greifbare Nähe gerückt. Für den DAX liegt es bei 11.430 Punkten. Beim Dow sind es gut 26.700 Zähler.

Erstaunlich ist, dass dennoch insbesondere an der US-Börse akute Skepsis herrscht. Der Angst und Gier -Indikator notiert bei 34 Punkten im Angstbereich. 50 Zähler sind neutral, 100 markieren große Gier.

Dass an der US-Börse eher Sorgen dominieren, obwohl die Fed die Erwartung sinkender Zinsen entfacht hat, ist überraschend. Die nächste Überraschung ist, dass die Kurse dennoch wie an der Schnur gezogen steil steigen. Das deutet darauf hin, dass einige Pessimisten auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Sie hatten auf fallende Kurse gesetzt und müssen jetzt in steigenden Notierungen kaufen, um ihre Short-Positionen aufzulösen.

Bemerkenswerte Formationen

Erstaunlich ist auch, dass die Dynamik von Auf- und Abwärtsbewegungen gerade nicht nach dem üblichen Muster verläuft. Normalerweise verlaufen Aufwärstsbewegungen relativ langsam und kontinuierlich und über längere Zeiten.

Abwärtsbewegungen sind dagegen steil und zunehmend dynamisch. Grund: Fallende Kursen steigern ihren Dynamik im Zeitverlauf, weil immer mehr Anleger „noch schnell" Gewinne mitnehmen oder zügig noch größere Verluste verhindern wollen. Das führt in der Regel zu einer Beschleunigung nach unten.

Die jüngste Abwärtsbewegung seit dem Jahreshoch verlief in relativ ruhigen Bahnen. Von Panik keine Spur. Dagegen ist die Aufwärtsbewegung ausgehend von den wichtigen charttechnischen Unterstützungen extrem steil und ohne Korrektur verlaufen. Im Dow ging es binnen fünf Tagen von 24.400 auf über 26.000 Punkte. Das hat schon fast Züge von „Kaufpanik".

Süchtig nach Treibstoff

Diese seltene Konstellation ist ein weiterer Beleg für die Abhängigkeit der Börse vom „Notenbank-Treibstoff". Konjunkturell analysierende Pessimisten werden derzeit von liquiditätsgetriebenen Anlegern und technisch orientierten Trendfolgesystemen „überfahren".

Die Pessimisten dürften mittelfristig aber recht behalten. Der Ölpreis gibt weiter nach – der aktuelle Peak ist auf den Öltankeranschlag im Persischen Golf zurückzuführen (singuläres Ereignis). Die Gewinnwarnung des Rohstoffhändlers Aurubis signalisiert dagegen ein schwaches Rohstoffgeschäft weltweit. Das ist ein weiteres konjunkturelles Warnsignal!

Positive Impulse dürften vom G-20-Treffen Ende des Monats ausgehen (Fb vom 6.6.). Dort werden die Regierungschefs um politische Botschaften hinsichtlich einer Lösung des Zollstreits und mit Blick auf einen offenen Welthandel bemüht sein. Das dürfte den Märkten kurzfristig Rückenwind geben.

Fazit: Die Börsen drängen aufgrund der Markttechnik nach oben und die Jahreshochs testen. Dort angekommen wird die Entscheidung getroffen, ob es weiter hoch oder eine Etage tiefer geht. Wir raten weiter zu Geduld und Zurückhaltung. Neue Käufe nur bei tief gefallenen Engeln.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Brückeneinsturz von Baltimore

Hafen von Baltimore wieder geöffnet

Verschwommenes Bild vom Hafen in Baltimore und Bild von einem Sperrschild verlaufen ineinander © Adobe Firefly, KI-generiertes Bild
Der Hafen von Baltimore ist wieder rund um die Uhr geöffnet. Auch größere Schiffe können den wichtigen Umschlagplatz an der Ostküste der USA nun wieder anlaufen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Partners VermögensManagement AG

Vorschlag der Partners wird als zu leicht befunden

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Die Partners VermögensManagement AG führt sich bei der Stiftung Fliege mit einem ungewöhnlich ausführlichen und persönlich gehaltenen Anschreiben ein, das ein echtes Interesse an dem Mandat erkennen lässt. Der Vermögensverwalter geht bereits hier auf das bestehende Portfolio und den Veränderungsbedarf ein, erläutert Erfahrungen bei Stiftungsmanagement und nachhaltiger Vermögensanlage und garantiert die geforderte Ausschüttung für den Stiftungszweck. Ein toller Auftakt, der auf mehr hoffen lässt
  • Einblick in den «Trusted Wealth Manager 2024»

Wie Oberbanscheidt & Cie. Transparenz und Kundenvertrauen in Vermögensverwaltung fördert

Grafik envato elements, Redaktion Fuchsbriefe
Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Kleve zeigt sich im neuesten «Trusted Wealth Manager» offen für Transparenz und Kundenkommunikation. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft, Teile des Selbstauskunftsfragebogens zu beantworten, als Ergänzung zum laufenden Monitoring der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, was die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Kunden bildet.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • EY: Viele deutsche Unternehmer sind optimistisch

Mittelständler richten sich in der Krise neu aus

Personen stehen in einer modernen Fabrik © Daniel Ingold / Westend61 / picture alliance
Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Krise, aber die große Mehrzahl der deutschen Geschäftsführer ist optimistisch. Der Grund für diesen Optimismus: Die Krise zwingt die Unternehmen zu Rationalisierungen, Strategie-Anpassungen und Investitionen. Das ist das Fundament für den nächsten Aufschwung.
  • Fuchs plus
  • Accor-Chef ist "glückselig" im Sportsommer

Accor-Aktie schwingt sich auf

Hotel © MayR / stock.adobe.com
Hotelketten werden von der EM profitieren. Für Accor spricht insbesondere, dass sich das Geschäft der Gruppe überaus stark entwickelt. Jetzt expandiert das Unternehmen noch mit einer neuen Marke.
  • Fuchs plus
  • Chip-Produktion kann ferngesteuert deaktiviert werden

„Killer Switch“ für ASML-Maschinen

Manager mit Tablet checkt Aufträge vor einer Lagerhalle © TMLsPhotoG / stock.adobe.com
Je mehr sich der Konflikt um Taiwan zuspitzt, desto mehr macht sich die Sorge darüber breit, was mit der Halbleiterproduktion auf der Insel Taiwan passiert, wenn es zu einem Krieg zwischen China und Taiwan kommen sollte. Schließlich werden auf Taiwan die überwiegende Mehrheit der fortschrittlichsten Halbleiter der Welt hergestellt. Jetzt bestätigte der wichtigste Lieferant von Chipmaschinen, dass er einen Killer-Switch für die ferngesteuerte Abschaltung installiert hat.
Zum Seitenanfang