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Börseneinschätzung vom 06. Juni 2019

Fed verhindert Absturz

Die Bullen haben nochmal einen Anstoß bekommen. Die Bären werden hartnäckiger. Copyright: Pixabay
Die Märkte feiern das billige Geld. Doch der Schein trügt; die Bullen und Bären kämpfen miteinander. Jüngst verhinderte die Fed erst einen Kursrutsch. Anleger sollten sich nicht in die Irre leiten lassen und ihr Portfolio mit Sicherheit diversifizieren. Eine Assetklasse rückt wieder verstärkt in den Fokus.

Die US-Notenbank hat den akuten Absturz der Aktienmärkte verhindert. Der Hinweis auf mögliche Zinssenkungen durch die Fed hat die Börsen an charttechnisch extrem wichtigen Marken zur Umkehr gedreht. Sowohl Dow und DAX haben an wichtigen technischen Unterstützungen nach oben gedreht (FK vom 29.5.).

An den Märkten wird gerade die Aussicht auf neues billiges Geld gefeiert. Alles, was zinssensitiv ist, reagiert entsprechend. Die Aktienbörsen steigen steil an. Auch der Euro ist kräftig angesprungen. Treiber ist, dass der Dollar seine Perspektive für den aktuellen Zinsvorsprung verliert und dieser sogar wieder sinken dürfte.

Gold und Silber ziehen an

Auch die Notierungen der Edelmetalle sind angesprungen. Erstens laufen ihre Preise gegensätzlich zum Greenback. Schwächelt der, sind Gold und Silber eine Anlagealternative. Zweitens werden die unverzinsten Anlagen Gold und Silber relativ attraktiver, wenn die Zinsen sinken. Drittens bieten Gold und Silber eine Absicherung, wenn es an den Börsen kräftig abwärts gehen sollte.

Kritisch sind die Signale von konjunktursensitiven Indikatoren. So geben die Ölpreise weiter nach. Hier wird insbesondere eine global sinkende Nachfrage bei zugleich konstantem Angebot eingepreist. Das Angebot könnte aber sogar noch zulegen. Das passiert dann, wenn die Ölförderländer wieder in die Spirale aus sinkenden Erlösen (wegen sinkender Preise) und hohen Ausgaben für ihre Sozialhaushalte rutschen. Ein steiler Sturz nach unten wie in den Jahren 2015/2016 ist dann nicht ausgeschlossen.

Irreleitende Zins-Signale

Bei den US-Anleihen hat sich der Zinsabstand zwischen kurzen und langen Laufzeiten zwar wieder vergrößert. Das als Entspannungssignal zu lesen, halten wir aber für einen Trugschluss. Denn die Spreadausweitung geht auf stark gefallene Kurzfristzinsen zurück. Die sanken binnen Tagen um 40 Basispunkte von 2,20% auf 1,80% (Fed-Zinssenkungen eingepreist). Am konjunktursensitiven langen Ende ging es ebenfalls kräftig abwärts, nur nicht ganz so stark von 2,40% auf 2,10%.

Zum Aufatmen ist es also eindeutig zu früh. Der Terminmarkt preist für die kommenden 12 Monate immerhin drei Zinsschritte der Fed nach unten ein. Das ist ein klares Rezessions-Szenario und kann nicht spurlos an den Aktienmärkten vorbeigehen. Für dieses Konjunkturszenario sind die Aktienbewertungen fundamental vielfach zu hoch. Richten Sie Ihr Augenmerk daher klar auf den Umsatz und die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Zyklische Werte sind riskanter als nicht zyklische.

Die Konjunktur kann sich zwar berappeln. Aber das dürfte angesichts der Risiken (Handelsstreit, Iran, Italien) dauern. Viel schneller dürfte die Anpassung der Erwartungen an die Realität über die Märkte laufen, indem die Aktienkurse kräftig sinken.

Fazit: Die Märkte feiern das billige Geld. Fundamentale Value-Anleger lassen Sie sich davon nicht in die Irre führen. Die Märkte haben deutlich mehr Fallhöhe als Potenzial nach oben. Investieren Sie nur neu in Werte, die wenig konjunktursensitiv sind und langfristig gute Dividenden bieten. Sichern Sie Positionen ab, diversifizieren Sie in Gold und Silber.

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