Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1876
Vogelgrippe in Frankreich

Ausnahmen bei Geflügel- und Ei-Produkten

Hühner in einer Geflügel-Farm. © Ruslan Sidorov / Getty Images / iStock
Die französischen Geflügelbetriebe werden in diesem Jahr in Europa wieder am härtesten von der Vogelgrippe getroffen. Um die Versorgung sicherzustellen, werden nun Ausnahmen erlaubt. Wo Ente draufsteht, kann auch Huhn enthalten sein. Das kann für deutsche Importeure problematisch werden.

Vorsicht bei französischen Geflügel- und Eiprodukten! Im Zuge der vor allem in Frankreich grassierenden Vogelgrippe erlauben die französischen Behörden den verarbeitenden Betrieben die Rezepturen bestimmter Produkte zu ändern. Um die französischen Betriebe aber nicht noch weiter zu belasten, dürfen diese ihre bereits produzierten Verpackungen mit den dann falschen Zutatenangaben in Frankreich für drei Monate weiter verwenden.

Wo Ente draufsteht, kann auch Huhn enthalten sein. Konkret ist es z.B. möglich, wenn das Entenfett für Pastete knapp ist, Hähnchenfett zu verwenden. Das muss die französische Kontrollbehörde zwar im Einzelfall genehmigen. Konsumenten werden auf der Verpackung aber im Zweifelsfall nicht darüber informiert. Betroffen sind 4.500 verschiedene Produkte, neben Fleisch unter anderem auch Nudeln, Saucen oder Desserts. Da diese Produkte in Frankreich rechtmäßig hergestellt werden, dürfen sie gemäß EU-Recht auch nach Deutschland eingeführt werden.

Produkte dürfen nach Deutschland eingeführt werden

In Deutschland gilt die Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht allerdings nicht. Das bestätigt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gegenüber FUCHSBRIEFE. Für die Richtigkeit der Informationen auf einem Lebensmittel und die Einhaltung der einschlägigen rechtlichen Vorschriften ist der Lebensmittelunternehmer verantwortlich, unter dessen Namen das Produkt vermarktet wird (also der Hersteller), so das BMEL.

Das hat Folgen: Verkauft ein Lebensmitteleinzelhändler falsch gekennzeichnete Produkte (die nicht zu seiner Eigenmarke gehören), trägt die Verantwortung der französische Betrieb. Den Aufwand einer Rückrufaktion und den Imageschaden, der immer auch beim Einzelhändler selbst entsteht, möchte wohl aber niemand riskieren. Wenn Sie mit betroffenen französischen Betrieben zusammenarbeiten, verlangen Sie, dass die Rezeptur richtig angegeben wird. Das geht z.B. einfach per Sticker, der über die alte Rezeptur geklebt wird.

Impfstoff-Hoffnungen

Gegenwärtig werden zwei Impfstoffstudien an Gänsen und Enten durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie sollen bis zum Jahresende vorliegen. Frankreich wird in diesem Jahr in Europa am härtesten von der Vogelgrippe getroffen.

Frankreichs Geflügel- und Ei-Importe nach Deutschland

Im Jahr 2021 wurden ca. 5.000 Tonnen Eier und 45.700 Tonnen Geflügel aus Frankreich nach Deutschland importiert. Damit ist Frankreich nach Polen und den Niederlanden Deutschlands drittwichtigster Geflügelpartner. Besonders an den in nicht allzu ferner Zukunft anstehenden Weihnachtsfeiertagen, erfreuen sich französische Gänse und Enten großer Beliebtheit. Deutschland selbst produziert pro Jahr etwa 1,5 Mio. Tonnen Geflügel.

Fazit: Um Ärger zu vermeiden, sollten Sie sich bei Ihren französischen Partnern erkundigen, ob Handlungsbedarf besteht.

Hinweis: Prüfen Sie auch, ob von der Lebensmittelkontrollbehörde der Sie betreffenden Bundesländer entsprechende Beschränkungen erlassen wurden. Das gilt selbstverständlich auch für Produkte aus anderen von der Vogelgrippe betroffenen Regionen wie Ungarn oder Polen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Brückeneinsturz von Baltimore

Hafen von Baltimore wieder geöffnet

Verschwommenes Bild vom Hafen in Baltimore und Bild von einem Sperrschild verlaufen ineinander © Adobe Firefly, KI-generiertes Bild
Der Hafen von Baltimore ist wieder rund um die Uhr geöffnet. Auch größere Schiffe können den wichtigen Umschlagplatz an der Ostküste der USA nun wieder anlaufen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Credo Vermögensmanagement GmbH

CREDO baut Nähe zum Kunden auf

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Eule, Segelboot, Keimling und Füllhalter – mit diesen Bildmotiven begrüßt CREDO auf der Website seine Gäste. Die Eule beobachtet genau, das Segelboot manövriert durch stürmische Zeiten, der Keimling steht für gesundes Wachstum und der Füllhalter soll Unabhängigkeit symbolisieren. Nicht schlecht gelöst. CREDO bedeutet laut Website „Ich glaube". Glauben und Vertrauen seien die wertvollsten Güter, der Ursprung des Unternehmens liege in kirchlichen Mandaten. Das passt perfekt zur Stiftung Fliege.
  • Einblick in den «Trusted Wealth Manager 2024»

Wie Oberbanscheidt & Cie. Transparenz und Kundenvertrauen in Vermögensverwaltung fördert

Grafik envato elements, Redaktion Fuchsbriefe
Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Kleve zeigt sich im neuesten «Trusted Wealth Manager» offen für Transparenz und Kundenkommunikation. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft, Teile des Selbstauskunftsfragebogens zu beantworten, als Ergänzung zum laufenden Monitoring der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, was die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Kunden bildet.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Europäische Geldpolitik entgleist

EZB wird bald Inflation importieren

Europäische Zentralbank © Michael Zegers / imageBROKER / picture alliance
Die EZB steuert unter Christine Lagarde einen riskanten Glaubwürdigkeitskurs. Im nächsten Monat wird die Europäische Zentralbank die Leitzinsen senken. So wurde es durch Aussagen mehrerer EZB-Ratsmitglieder angekündigt. Das läuft aber konträr zum inzwischen sanft einsetzenden Aufschwung. Die EZB beschwört damit auch die Geister, die sie noch gar nicht losgeworden ist.
  • Fuchs plus
  • Werden Diamanten zu einem Massenprodukt?

Unruhe am Diamantenmarkt

Diamanten könnten zu einem Massenprodukt werden. Diese Entwicklung zeichnet sich beim Blick auf die Entwicklungen am Diamantmarkt ab. Jetzt hat sogar De Beers den Preis für seine Schmuck-Kollektion aus künstlichen Diamanten um 40% gesenkt. Viele Händler nehmen die synthetischen Steine ins Sortiment und hoffen auf ein Mengen-Geschäft.
  • Fuchs plus
  • Profiteur der geopolitischen Spannungen mit China

Japan erlebt ein Wirtschafts-Revival

Japan ist wieder zu einem Anziehungspunkt für Unternehmen, Milliardäre, Touristen und Anleger geworden. Das Land der aufgehenden Sonne erlebt nach mehr als 30 Jahren Stagnation einen Wirtschafts-Frühling. Das liegt auch daran, dass es erhebliche Umschichtungen von China nach Japan gibt.
Zum Seitenanfang