Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
3222
Reich der Mitte poliert Image in Ostafrika auf

China macht Zugeständnisse

Blick über Kairo © Ahmed Elsayed / stock.adobe.com
Der Einfluss Chinas auf dem afrikanischen Kontinent wächst, wurde aber zuletzt durch immer wieder auftretende Spannungen gestört. Bei seiner ersten Auslandsreise des Jahres bemühte sich Außenminister Qin Gang darum, das chinesische Image aufzupolieren.

Chinas Außenminister Qin Gang bemüht sich in Afrika um Image-Politur. Die braucht das Land, um die afrikanischen Partner "bei der Stange" halten. Denn immer mehr afrikanische Staaten stellen die Seidenstraßen-Kooperation mit dem Reich der Mitte in Frage. Das Risiko, in eine chinesische Schuldenfalle zu tappen verschreckt die Regierungen immer öfter (FB vom 19.12.2022).

Ärger in Ostafrika

Vor allem in Ostafrika rumort es. Jüngstes Beispiel ist Uganda. Die Regierung in Kampala hat einen Bauvertrag mit der China Harbor Engineering Company gekündigt. Grund für das Zerwürfnis sei, dass die chinesischen Behörden seit zwei Jahren nicht auf den Finanzierungsantrag des Landes reagiert haben. Bei dem Bauvorhaben geht es um ein Eisenbahnprojekt, das die Länder Uganda, Kenia, Ruanda und den Südsudan miteinander verbinden soll (2,3 Mrd. US-Dollar). An die Stelle der Chinesen soll nun das türkische Unternehmen Yapi Merkezi treten. Das baut bereits Bahninfrastruktur bei Ugandas südlichem Nachbarn Tansania.

Auch Kenia wackelt für China. Der neue Präsident William Ruto will zwar weiter gute Beziehungen zu China unterhalten, orientiert sich gleichzeitig aber stärker in Richtung USA. Die Unternehmen Meta, Google, General Electric und Microsoft sind bereits in Kenia präsent. Nun eröffnet auch der Pharma-Konzern Moderna ein Werk in dem Land. Zudem sind neue Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten geplant.

Umschuldungen und neue Versprechen

Das westafrikanische Ghana beantrage jüngst eine Umstrukturierung seiner Schulden im Rahmen des G20 unterstützten Common Framework. Das Vorgehen zielt darauf ab, auch Nicht-Mitglieder des Pariser Clubs (z.B. China) in Gespräche über Schuldenerleichterungen einzubeziehen. Das gleiche Verfahren haben auch Äthiopien, Sambia und der Tschad bereits eingeleitet.

China reagiert auf den Gegendruck aus Afrika mit einigen neuen Versprechen. So sollen die Zusammenarbeit intensiviert und Verfahren beschleunigt werden. Vor allem Ägypten gewinnt als Schnittstelle zwischen der arabischen und der afrikanischen Welt an strategischer Relevanz. Beim Bau der neuen ägyptischen Hauptstadt ist China der größte Förderer. 

Finanzielle Zugeständnisse

Das Reich der Mitte macht auch finanzielle Zugeständnisse. Dem hochverschuldeten Äthiopien soll Qin Gang einen Schuldenerlass (in unbekannter Höhe) versprochen haben. Außerdem sollen Stipendien-Programme, die während der Covid-Pandemie zu erliegen kamen, wieder aufgenommen werden. Zudem machte Qin der afrikanischen Gemeinschaft das Versprechen, dass sich China dafür einsetzen werde, dass Afrika international mehr Gewicht bekommen solle.

Fazit: Der Kampf zwischen den USA, Europa und China um Einfluss in Afrika nimmt zu. China spürt insbesondere in Ostafrika Gegenwind und kommt seinen Partnern mit Zugeständnissen entgegen.
Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht in KW 29 für PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

FUCHS-Performanceprojekte: Risikodisziplin bleibt der entscheidende Erfolgsfaktor

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Vier Projekte, hunderte Anlageentscheidungen und völlig unterschiedliche Strategien. Dennoch zeigt die aktuelle Auswertung der FUCHS-Performance-Projekte ein erstaunlich einheitliches Bild. Nicht die aggressivsten Portfolios stehen vorne, sondern die Manager mit der konsequentesten Risikokontrolle. Während einzelne Häuser spektakuläre Vermögensstände erreichen, überzeugen andere durch außergewöhnliche Stabilität. Lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 29: Vermögensverwalter im Belastungstest

BTV, Berliner Sparkasse, Deka und LLB vor der Benchmark

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Benchmarkdepot setzt auch in Projekt 9 (Stiftungsportfolio) hohe Maßstäbe. Dennoch gelingt vier Vermögensverwaltern der Sprung über die Referenzmarke. Während die Bank für Tirol und Vorarlberg das Feld beim Vermögensstand anführt, überzeugen Berliner Sparkasse, Deka Vermögensmanagement und die Liechtensteinische Landesbank mit konstant starken Ergebnissen. Die aktuellen Zahlen zeigen, wer Risiken kontrolliert und warum die Mehrheit der Teilnehmer hinter der Benchmark zurückbleibt.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VIII: Sieben schlagen die Benchmark

Genève Invest, Hansen & Heinrich und FV Frankfurter Vermögen vorne

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das Benchmarkdepot gilt in Projekt 8 als Messlatte für aktives Fondsmanagement. Dennoch haben sieben Vermögensverwalter den Referenzwert inzwischen übertroffen. Während Genève Invest den größten Vermögensvorsprung erzielt, überzeugt FRÜH & PARTNER mit einer außergewöhnlichen Kombination aus Rendite und Risikokontrolle. Viele bekannte Namen bleiben dagegen hinter dem Maßstab zurück. Die aktuellen Zahlen zeigen, wer echten Mehrwert schafft und wer Anlegern aktuell wenig Mehrertrag bietet.
Zum Seitenanfang