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Zahlreiche Wechselwirkungen auf Güter- und Finanzmärkten aufgrund von Handelsbeschränkungen

BIZ warnt vor dem „perfekten Sturm“

Agustín Carstens, General Manager bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), hat in Jackson Hole auf die zahlreichen Wechselwirkungen auf Güter- und Finanzmärkten als Folge von wachsenden Handelsbeschränkungen hingewiesen. Und er zieht ein bedrohliches Fazit.

Der zunehmende Protektionismus weltweit könnte zu einem „perfekten Sturm" in der Weltwirtschaft führen. Nämlich dann, wenn sich negative Auswirkungen in der Realwirtschaft und auf den Finanzmärkten verbinden. Darauf weist Agustín Carstens, General Manager bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), hin. Er hat am Wochenende beim Treffen der Notenbanker in Jackson Hole gesprochen. Er unterstreicht damit unsere Ausführungen im FB vom 30.7.

Protektionismus stößt eine Spirale des Wohlstandsverlustes an. Zwar schützen höhere Handelshemmnisse einige einheimische Industrien vor dem Importwettbewerb. Doch die daraus resultierenden Lohnzuwächse werden durch verringerte Exportchancen und teurere Vorprodukte für die Industrie überkompensiert.

Die Industrieländer sind somit über ihre Aktienmärkte verwundbar. Denn wenn Zulieferungen teurer werden, reagieren die Kurse der heimischen Konzerne ebenfalls unmittelbar.

Die Kriege der Zukunft - Risiko von Währungskriegen steigt

Das Risiko von Währungskriegen steigt. Schwellenländerwährungen reagieren sofort und stark auf Nachrichten über Handelsbarrieren. Der Mexikanische Peso ist dafür ein gutes Beispiel. Er schwingt quasi 1:1 mit der Nachrichtenlage zur Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA. Fälschlich entsteht der Eindruck von Währungsmanipulation zugunsten des Exportsektors.

Währungskriege sind mehr als Abwertungsläufe. Länder sperren die Finanzmärkte für ausländische Investoren. Sie bauen gezielt ausländische Investitionen ab und politisieren die Kapitalströme.

Zinsen machen den US-Dollar attraktiver

Auch der Kreditsektor reagiert äußerst sensibel auf Handelsbeschränkungen. Nichtbanken außerhalb der Vereinigten Staaten haben während der Zeit des billigen Geldes Kredite über 11,5 Billionen Dollar vergeben. Hier wirken sich die steigenden US-Zinsen schnell aus.

Handelsbeschränkungen lassen den Dollarkurs steigen. Zunächst steigen die Preise in den USA. Nach den Preisen steigen die Zinsen. Mit steigenden Zinsen wird der Dollar attraktiver.

Trumps Protektionismus belastet

Ein stärkerer Greenback macht die Kreditnehmer risikoreicher. Folge: Kreditgeber schränken die Kreditversorgung ein. Das wirkt sich negativ auf Investitionen und Beschäftigung vor allem in den Schwellenländern aus. Die globalen Wertschöpfungsketten werden untergraben.

Festzuhalten ist aber auch: US-Präsident Donald Trump setzt nur eine bereits begonnene Entwicklung fort. Eine Beschleunigung speziell durch die Trump-Administration ist in den Daten der BIZ noch nicht zu erkennen. Seit Beginn der Beobachtung 2010 haben die G-20 allein rund 1.200 neue nichttarifäre Handelshemmnisse eingeführt. Seit 2014 ist gleichzeitig der Abbau von Zollschranken eingeschlafen.

Fazit: Der dramatische Rückgang der Handelsfinanzierung Ende 2008 spielte eine Schlüsselrolle bei der Globalisierung der Finanzkrise. Dieser Effekt könnte auch jetzt wieder einsetzen.

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