Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
796
Chinas Hartnäckigkeit wird gefährlich für Trumps Wiederwahl

Der Preis des Handelskriegs

Die US-Wirtschaft liefert trübe Signale. Noch steht sie blendend da, aber der Höhepunkt ist überschritten. Der Handelskrieg lastet auf der Konjunktur. Und er wird gefährlich für die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten.

Die jüngsten US-Daten haben eher enttäuscht als positiv überrascht. Vor allem die verarbeitende Industrie kämpft mit den Belastungen durch den Handelskrieg. Der ISM-Index lag mit 49,1 Punkten nicht nur deutlich unter den Erwartungen (Konsens 51,3) sondern auch überraschend deutlich unter der Expansionsschwelle. Der Markit-Index blieb mit 50,3 Punkten noch knapp darüber, signalisiert aber auch kaum mehr als Stagnation. Die Probleme kommen vom Export her, der auf ein 10-Jahres-Tief gefallen ist. Gleichzeitig zog das bilaterale Defizit per Juli gegenüber China weiter an auf 32,8 Mrd. Dollar nach 30 Mrd. Dollar im Vormonat.

Bedenklich ist, dass die Bauausgaben bröckeln. Sie liegen mittlerweile 2,7% unter dem Vorjahresniveau. Der vom Handelskonflikt ausgehende Druck wird die US-Währungshüter zu weiteren Zinssenkungen oder anderen Lockerungen zwingen. Präsident Donald Trump bekommt insoweit seinen Willen und hat sich dennoch verzockt: Peking kann sehr viel mehr ökonomischen Druck einfach aussitzen als der auf eine zweite Amtszeit hinarbeitende POTUS. Zudem ist das Vergeltungspotenzial der Chinesen beachtlich, wie die Schwäche der US-Industrie zeigt. China zielt mit seinen Maßnahmen ziemlich gut auf die „Battleground States" wie Wisconsin und Michigan, wie eine Analyse der Chicago-Fed zeigt. Diese Staaten muss Trump aber ebenso wie Pennsylvania erneut gewinnen, um das Weiße Haus zu halten.

Fazit: Trumps Chancen verschlechtern sich mit jedem Schwächesignal der Wirtschaft. Die Chinesen werden auch aus geopolitischen Gründen keinesfalls nachgeben und stattdessen darauf pokern, ob vielleicht ein umgänglicherer Präsident ins Weiße Haus einzieht. Der Handelskrieg wird sich hinziehen und der Dollar ebenso wie die US-Wirtschaft langfristig geschwächt. Kurzfristig profitiert er als „sicherer Hafen". Kurz laufende Dollar-Anleihen solider Emerging Markets bleiben attraktiv (z. B. Saudi-Arabien mit Laufzeit Oktober 2021, Rendite 2%, ISIN XS 150 867 533 4).

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Problematische Statik des Finanzgebäudes

Rezessionsnachricht drückt den Yen nur kurz

Die erneute Rezession setzt den Yen kurzfristig unter Druck. Doch dieser Druck dürfte bald verfliegen. Die japanischen Währungshüter haben noch weniger Raum für Lockerungen als die Kollegen in den USA oder in der Eurozone.
  • Im Fokus: Unternehmen mit Staatsbeteiligung

Top oder Flop?

Welche Unternehmen mit Staatsbeteiligung sind lukrativ? Copyright: Pixabay
Das Ringen um einen Staatseinstieg bei Lufthansa geht weiter. Doch welche Perspektive haben eigentlich Unternehmen, von denen der Staat einen wesentlichen Anteil hält? Und: Sind diese Aktien ein gutes Investment?
  • Fuchs plus
  • Industriemetall Palladium

Unter Schock

Die Rohstoffmärkte sind bis auf wenige Ausnahmen (Gold) kräftig vom Corona-Fieber geschüttelt. Dau gehört auch Palladium, das vor allem an der Autoindustrie hängt. Eine bis vor Kurzem noch undenkbare Situation steht bevor.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft, Stiftungsmanagement 2020: Qualifikation

Ein noch recht junger Stiftungsfonds

Die Hansen & Heinrich AG weckt die Erwartungen des Stiftungskunden, indem sie gut auf die gemachten Vorgaben eingeht. Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Die Hansen & Heinrich AG weckt die Erwartungen des Stiftungskunden, indem sie gut auf die gemachten Vorgaben eingeht. Diesen wird sie in der Präsentation aber nur teilweise gerecht.
  • Fuchs plus
  • Silber nur mühsam aus dem Kurstal

Preiswertes Silber

Aufgeschichtete Silberbarren. Copyright: Pixabay
Gold ist Krisenwährung. Silber nicht so ganz. Es fungiert auch als wichtiges Industriemetall. Dennoch wird es von Anlegern gern ins Portfolio genommen. Denn im "Falle des Falles" lässt es sich leichter "versilbern" als Gold. Derzeit befindet sich der Kurs in einer besonderen Situation.
  • Fuchs plus
  • Politik schafft neue Unsicherheiten

Der Ölpreis stößt vorläufig an die Decke

Das lief ja gerade wie geschmiert: Nachdem die Abnahme von Öl zeitweise Geld eingebracht hatte (wenn auch nur sehr kurz am Spotmarkt), ging es nun kräftig aufwärts. Doch neben der anziehenden Konjunktur bestimmen plötzlich wieder ganz andere Faktoren die Perspektiven.
Zum Seitenanfang