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Zins- und Wechselkursprognosen für Mai 2020

Große Unsicherheiten bei den Bankvolkswirten

Unsicherheit kann lähmen. Das zeigt sich auch in den Prognosetableaus wichtiger Banken für den Ausblick bei Zinsen und Wechselkursen. Klare Einigkeit besteht immerhin in einem Aspekt.

Nach den deutlichen Revisionen Anfang April, halten die Bankvolkswirte bei ihren Devisen- und Zinsausblicken zunächst Kurs. Pictet Wealth Management erwartet, dass sich in den kommenden Monaten defensive Währungen attraktiver entwickeln als zyklische.

Tendenziell fällt die Erwartung eines schwächer werdenden US-Dollar ins Auge. Einmal hat sich seine Rolle als sicherer Hafen abgeschwächt. CIBC sieht den Dollar zusätzlich in Bezug auf den Leistungsbilanzsaldo des Landes als überbewertet an. Auch die Ausweitung der Zinsspanne von US- zu deutschen Anleihen (UST-Bund-Spreads) um rund 100 Basispunkte seit Jahresbeginn hat die Anziehungskraft des Greenback effektiv verringert, so die Bank.

Dollar-Optimismus der HSBC schwächt sich ab

Vor allem die bisher sehr Dollar-optimistische HSBC taxt die US-Währung auf 12 Monate herunter. Sie geht von 1,10 auf 1,14 EUR|USD. Die Bilanzausweitung der Fed erweise sich zunehmend als Belastungsfaktor für den Greenback. Auf 3 Monate sieht sie weiterhin den Dollar bei 1,10. Die Bandbreite der Erwartungen reicht auf 3 Monate für EUR|Dollar von 1,05 (Pictet) bis zu 1,13 (CIBC), auf 12 Monate von 1,06 (LBBW) bis zu 1,16 (Commerzbank und Pictet).

Der Euro kann von der Dollarschwäche nur geringfügig profitieren. Die innereuropäischen Unstimmigkeiten über eine gemeinsame fiskalpolitische Antwort auf den Virusausbruch würden die strukturelle Schwäche der EU unterstreichen. Das könne sowohl kurz- als auch langfristig negative Folgen für die Einheitswährung haben, meint Pictet. Eine Ansicht, die mehr oder minder von allen hier zu Wort kommenden Volkswirten geteilt wird. CIBC ist allerdings davon überzeugt, dass der Euro hält.

Weiter ein starker Yen

Stark eingeschätzt wird insbesondere der japanische Yen. Er soll nach Auffassung vieler Volkswirte von seiner erheblichen fundamentalen Unterbewertung, den weltweit niedrigen Zinsen und seinem beschränkten Einsatz als Finanzierungswährung angesichts des schwachen globalen Risikoappetits profitieren. Pictet Wealth Management sieht Nippons Währung auf 3 Monate folglich bei 106 zum Dollar (vorher 109). Die kanadische Bank CIBC taxt sogar auf 104 USD|JPY. LBBW wiederum hält auf 3 Monate an 112 USD|JPY fest.

In einem Jahr soll nach Auffassung der Kanadier der Yen zum Dollar bei 100 stehen – die ehrgeizigste Erwartung in unserem Tableau. Begründung: Japans externer Nettoüberschuss impliziere, dass der JPY gestärkt werden muss. Die LBBW dagegen sieht Dollar-Yen in einem Jahr weiterhin bei 116.

Unbewegliche Zinsen

Bei den Zinsen herrscht Einigkeit, „dass die Notenbanken alles tun werden, um die Zinsen für lange Zeit sehr niedrig zu halten“ (Berenberg). Deutlich Unterschiede zeigen sich bei den Erwartungen für die zehnjährigen Bundesanleihen auf 3 Monate. Berenberg geht (unverändert) von -0,40% aus, LBBW von -0,75%. Bei den Treasuries ist der Abstand noch etwas größer. Auf drei Monate taxt LBBW auf 0,60%, Berenberg auf 1,0%. Auf Sicht von 12 Monaten liegt Berenberg bei -0,10%, die LBBW bei -0,45% für Bundesanleihen, für die US-Anleihen liegen die Erwartungen enger beieinander: 1,10% taxt Berenberg, 1,0% die LBBW.

Fazit: Allgemein liegt die Betonung auf der hohen Unsicherheit der Prognosen. Die Volkswirte halten sich genau deshalb auch mit Anpassungen zurück. Niemand scheint derzeit in der Lage zu sein, ein verlässliches Bild zu zeichnen und dieses auch in Zahlen zu übersetzen.

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