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Das größte Risiko ist der Präsident

Hat die Türkische Lira ihr Tief erreicht?

Recep Tayyip Erdogan. (c) picture alliance / AA | Turkish Presidency/ Murat Cetinmuhurdar/ Handout
Angesichts des Lira-Absturzes, der Wirtschaftskrise, der hohen Inflation und des unberechenbaren Präsidenten, trauen sich gerade nur wenige Anleger an türkische Werte heran. FUCHS-Devisen erkennt dennoch Chancen, auf die risikofreudige Anleger setzen können.
Risikofreudige Anleger spekulieren auf eine Trendwende der Türkischen Lira. Die deutet sich im Chartbild bei EUR|TRY und bei USD|TRY zwar noch nicht an. Zum Euro werte die Lira in diesem Jahr um 24% ab (187% seit 01.01.2020) und zum US-Dollar um 38% (195% seit 01.01.2020). Zumindest zum US-Dollar flacht die Abwertungsdynamik der Lira seit August aber merklich ab.

Notenbanker wollen Politik entgegen der präsidialen Agenda durchsetzen

Die mittelfristige Turnaround-Spekulation kommt angesichts eines erkennbaren Umdenkens der türkischen Geldhüter auf. Die verkündeten auf ihrer jüngsten Sitzung, dass die vorgenommene Zinssenkung vorerst die letzte sein würde. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte die Notenbank zuletzt trotz einer Inflation von aktuell 85% dazu gedrängt, die Zinsen immer weiter zu senken. Bei Widerstand gegen seine Vorgaben tauschte er kurzerhand das Führungspersonal der Notenbank aus.

Präsident Erdogan bleibt weiterhin der größte Unsicherheitsfaktor dieser Turnaround-Spekulation der Lira. Er muss sich im kommenden Juni wieder zur Wahl stellen. Ob die Notenbank ihren Zinssenkungsstopp durchhalten kann, ist angesichts dessen ungewiss. Zudem rechnen Beobachter mit großzügigen Lohnerhöhungen, vor allem im unteren Lohnsektor.

Hoffnungen auf baldigen Inflationspeak

Der angekündigte Zinssenkungsstopp fällt mit der Hoffnung auf sinkende Verbraucherpreise zusammen. Der IWF sieht die durchschnittliche türkische Inflation in diesem Jahr bei 73%, im kommende Jahr bei "nur" 51%. 2024 soll sie auf unter 20% fallen. Zwar steigen die Erzeugerpreise als Vorläufer für de Verbraucherpreise weiter. Da die Inflationsrate aber auf Jahresbasis berechnet wird, ist davon auszugehen, dass die krassen Steigerungsraten ein Ende finden.

Anlagechancen in der Türkei

Mit TRY-Anleihen haben Anleger die Chance auf sehr hohe Renditen bei entsprechendem Währungsrisiko. Wer die nach wie vor unbestreitbar hohen Risiken fürchtet, greift zu Anleihen mit kurzer Laufzeit. Bei der TRY-Anleihe der Europäischen Investitionsbank (z.B. ISIN: XS 186 048 725 2, Restlaufzeit 8 Monate, Kurs 91,31%, Kupon 16%) können Anleger eine stolze Rendite von 32% erwarten.

Wer zu länger laufenden Anleihen greift, profitiert vom mittelfristig erwartbar einsetzenden Turnaround der Türkischen Lira. Hier bietet sich ebenfalls eine Anleihe der Europäischen Investitionsbank an (ISIN: XS 248 581 468 0, Restlaufzeit 4,5 Jahre, Kurs 97,91%). Die Rendite liegt bei 30,44% p.a.

Fazit: Türkei-Investments sind nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Wer die Risiken aushalten kann, holt sich die hochverzinsten Anleihen als kleine Spekulation in sein Portfolio. Die Lira wird allmählich ihren Boden gefunden haben. Das könnte auch für Direktinvestments in Immobilien genutzt werden, wenn sich Anleger gute Expertise für den Markt und konkrete Objekte beschaffen.
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