Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2148
Stress auf südeuropäischen Immobilienmärkten

Deutschland steht der Zins-Schock noch bevor

Lupe auf einer Wohnimmobilie. © MarioGuti / Getty Images / iStock
Die steigenden Zinsen haben die südeuropäischen und nordischen Immobilienmärkte massiv unter Druck gesetzt. Der hohe Anteil variabel verzinster Hypotheken hat zu einem scharfen Zins- und Kostenanstieg geführt. Die Zinspause der EZB sorgt jetzt dafür, dass der Druck nicht weiter steigt. FUCHSBRIEFE wissen aber: In Deutschland steht der Zins-Schock am Immobilienmarkt noch bevor.

Die angekündigte Zinspause der Europäischen Zentralbank (EZB) führt zu einem Aufatmen bei Immobilieneigentümern in Südeuropa. Denn die Kreditkonditionen für ausstehende Immobiliendarlehen haben sich dort in den vergangenen Monaten erheblich verteuert. Das ist für viele Schuldner ein Problem, denn in Spanien, Portugal und auch bei unseren nördlichen Nachbarn werden viele Immobilien mit flexiblen Zinssätzen finanziert.

EZB-Zinspause bremst Druck-Anstieg

Die Zinspause der EZB bremst den Anstieg des Drucks im Kessel. Zumindest werden die Kreditkonditionen nicht wie im vorigen Jahr weiter steil ansteigen. In Spanien sind die Zinsen für Immobilien im Juli bereits auf 3,33% gestiegen (+150%). Vor einem Jahr haben Eigentümer noch 1,35% für ihren Kredit bezahlt. Wer damals eine Rate von 600 Euro hatte, muss jetzt gut 1.500 Euro dafür bezahlen. In Portugal betrug der Anstieg 248%, in Finnland sogar 257%.

Dieser Zins-Galopp ist für viele Schuldner ein Problem. Denn die Gehälter sind bei weitem nicht in diesem Tempo gestiegen. Darum müssen bei Betroffenen derzeit große Teile der verfügbaren Einkommen für die Zahlung der Immobilienkredite aufgewendet werden. Das bekommt auf der anderen Seite der private Konsum zu spüren, der durch die hohe Inflation der vergangenen Jahre ohnehin schon unter Druck steht.

Zins-Stress auf südeuropäischen Immobilienmärkten

In Portugal sind immerhin 70% aller Immobilien-Darlehen variabel finanziert, in Spanien sind es 20%. Positiv ist lediglich, dass in beiden Ländern insgesamt weniger Eigentümer verschuldet sind als in Deutschland. So stehen in Spanien insgesamt etwa 500 Mrd. Euro an Hypotheken aus, in Deutschland sind des 1,6 Mrd. Euro.

In Deutschland ist dieses Problem des Zinsanstiegs derzeit noch etwas kleiner, aber die Uhr tickt. Denn hierzulande werden die meisten Immobilien-Darlehen mit langen Zinsbindungen vereinbart. Die vor 5 Jahren noch weit verbreitete Zinsbindung von 10 Jahren hat sich bereits sukzessive in den Bereich von 12 bis 15 Jahren verschoben.

Deutscher Immobilienmarkt wird Nachzügler

Denn der Zeitpunkt rückt näher, dass diejenigen Immobilienkäufer umschulden müssen, die 2014 und 2015 zu Niedrigzinsen ihre Investitionen finanziert haben. Damals kosteten Kredite um 1%. Wer jetzt umschulden muss, zahlt etwa 3,5%. Zwar bestätigen die Banken, dass auch die Tilgungsraten im Zinstief angehoben wurden. Aber selbst Tilgungen von 3% p.a. gleichen bei Umschuldungen den aktuellen Zinsanstieg noch nicht aus. Es wird in Deutschland absehbar etliche und im Zeitverlauf immer mehr Fälle geben, in denen sich die Kreditrate verdoppelt oder verdreifacht.

Fazit: Die Immobilienmärkte in Nord- und Südeuropa stehen seit einem Jahr unter Stress. Die EZB sorgt jetzt dafür, dass der Druck zumindest nicht weiter steigt. Vorsicht ist in Deutschland geboten, wo das Problem in den kommenden beiden Jahren mit zeitlicher Verzögerung und in der Breite ankommen wird.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Brückeneinsturz von Baltimore

Hafen von Baltimore wieder geöffnet

Verschwommenes Bild vom Hafen in Baltimore und Bild von einem Sperrschild verlaufen ineinander © Adobe Firefly, KI-generiertes Bild
Der Hafen von Baltimore ist wieder rund um die Uhr geöffnet. Auch größere Schiffe können den wichtigen Umschlagplatz an der Ostküste der USA nun wieder anlaufen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Partners VermögensManagement AG

Vorschlag der Partners wird als zu leicht befunden

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Die Partners VermögensManagement AG führt sich bei der Stiftung Fliege mit einem ungewöhnlich ausführlichen und persönlich gehaltenen Anschreiben ein, das ein echtes Interesse an dem Mandat erkennen lässt. Der Vermögensverwalter geht bereits hier auf das bestehende Portfolio und den Veränderungsbedarf ein, erläutert Erfahrungen bei Stiftungsmanagement und nachhaltiger Vermögensanlage und garantiert die geforderte Ausschüttung für den Stiftungszweck. Ein toller Auftakt, der auf mehr hoffen lässt
  • Einblick in den «Trusted Wealth Manager 2024»

Wie Oberbanscheidt & Cie. Transparenz und Kundenvertrauen in Vermögensverwaltung fördert

Grafik envato elements, Redaktion Fuchsbriefe
Die Oberbanscheidt & Cie. Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Kleve zeigt sich im neuesten «Trusted Wealth Manager» offen für Transparenz und Kundenkommunikation. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft, Teile des Selbstauskunftsfragebogens zu beantworten, als Ergänzung zum laufenden Monitoring der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz, was die Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung zu seinen Kunden bildet.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Reform der Ausbildung zum Berufskraftfahrer

Maßnahmen gegen Lkw-Fahrermangel

LKW fährt auf einer Autobahn bei Dämmerung © Tomasz Warszewski / stock.adobe.com
Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer wurde vereinfacht. Das macht die Ausbildung schneller, einfacher und für viele leichter. Mittelfristig dürfte sich das positiv auswirken.
  • Fuchs plus
  • Sixt: Hoffen auf EM-Vermietungs-Boom

Sixt-Aktie ist fundamental aussichtsreich

Sixt © Stefan Kiefer / imageBROKER / picture alliance
Wenn zur EM hunderttausende Touristen und Fans in Deutschland unterwegs sind, wird das auch der Autovermieter Sixt spüren. Das Unternehmen erwartet nun nach dem holprigen Jahresstart einen kräftigen Schub.
  • Fuchs plus
  • Gefährlicher Nvidia-Nonsens

EZB geht mit Zinsschritt voran - in die falsche Richtung

NVIDIA Endeavor Building Logo © 2023 NVIDIA Corporation
Die Europäische Zentralbank wird in der nächsten Woche mit einer Zinssenkung vor der US-Notenbank Fed vorangehen. Das wird ein Novum sein - allerdings nur, weil die EZB vor der Fed die Zinsen senkt. Kein Novum ist, dass die EZB wieder die falsche Zinspolitik mache und in die falsche Richtung läuft. Damit wird sie Inflation importieren und die Aktienmärkte in Bewegung setzen.
Zum Seitenanfang