Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
2067
Anforderungen und Konditionen bei Krediten steigen

In die Zange genommen

Anforderungen und Konditionen bei Krediten steigen. Copyright: Pixabay
Unternehmen geraten bei der Finanzierung zunehmend in die Zange. Einerseits steigen die Kreditkonditionen an. Andererseits straffen die Banken die Zügel bei der Kreditvergabe. Und außerdem fordern immer mehr Geldinstitute immer früher Strafzinsen ein. Unternehmen haben Handlungsbedarf – und wir halten eine gute Option bereit.

Die Zinsen haben inzwischen deutlich gedreht und ziehen kräftig an. Die Europäische Zentralbank hält die Leitzinsen zwar weiter bei null und kauft am langen Ende Anleihen. Dennoch steigen die Kreditkonditionen – wie hier schon prognostiziert – kontinuierlich an. Die zehnjährigen Renditen in Deutschland liegen inzwischen immerhin bei -0,2% (-0,53% im Vorjahr). Die Inflation in Deutschland hat die Marke von 2% erreicht. Noch im Dezember hatte sie bei -0,3% gelegen.

Mittelständische Unternehmen bekommen den Gezeitenwechsel doppelt negativ zu spüren. So ziehen die Kreditkonditionen kräftig an. Der Corporate-Credit-Index zeigt einen durchschnittlichen Zins von inzwischen 1,57% für eine Zinsbindung von 5 Jahren an. Das ist ein 113-Wochen-Hoch, so Barkow Consulting. Ende Januar bekamen KMU einen vergleichbaren Kredit für 1,4%. Die Aufwärtsdynamik der Zinsen nimmt dabei spürbar zu. Im Wochenvergleich ging es immerhin um 0,08% nach oben. Auf Jahressicht liegt der Anstieg bei 0,28%.

Kredite teurer, Banken restriktiver

Daneben berichten viele Mittelständler, dass die Banken bei Kreditverhandlungen weiterhin sehr restriktiv sind. Seit März wird die Kredithürde für KMU von den Banken sukzessive höher gezogen. Immerhin 22,5% aller Unternehmen berichten von harten Restriktionen. In den von der Pandemie besonders gebeutelten Branchen (z. B. Tourismus 27%, Einzelhandel 28,9%, Gastronomie 29%) ist die Hürde sogar noch höher, so das ifo-Institut. Demgegenüber kommen Großunternehmen erneut deutlich leichter an frische Kredite.

Bestätigt wird das durch die neueste Untersuchung der EZB im Euro-Währungsraum. Laut aktuellem Bank lending Survey straffen viele Kreditinstitute im Euroraum ihre Vergabekriterien, insbesondere für kleinere Unternehmen. Kritisch ist das nur deswegen nicht, weil auch die Finanzierungsanfragen dieser Unternehmen leicht rückläufig sind. Das liegt wiederum daran, dass viele KMU angesichts der aktuellen Corona-Unsicherheiten nicht wissen, ob sie investieren oder besser Liquidität aufbauen sollen.

Liquiditätshaltung wird immer teurer

Aufbau von Liquidität und Kassenhaltung werden aber auch immer teurer. Einerseits zieht die Inflationsrate an. Auf der anderen Seite geben inzwischen deutlich mehr Banken die EZB-Strafzinsen (0,4%) an ihre Kunden weiter. Parallel dazu ziehen die Geldhäuser die Kapitalgrenzen, ab denen die Strafzinsen eingefordert werden, kontinuierlich nach unten.

Fazit: Das Finanzierungsumfeld verschlechtert sich für KMU deutlich. Die Konditionen werden weiter steigen. Parallel dazu kommen Unternehmen auf der Cash-Seite unter Druck. Die Wahrscheinlichkeit steigt, hier zusätzliche Kosten tragen zu müssen.

Hinweis: Angesichts dieser Ausgangslage in Kombination mit diversen Vorprodukten, bei denen schon Mangel herrscht oder Mangel absehbar ist (Kies, Holz, Silikon, PVC usw.) könnte es sinnvoll sein, in den Warenbestand und Lageraufbau zu investieren und dort Liquidität zu parken. Das dürfte drei positive Effekte haben: 1. der Cashbestand ist gebunden, 2. Sie sichern Einkauf und Produktion ab und 3. Sie sparen voraussichtlich gegenüber dem Wareneinkauf in einigen Wochen oder Monaten.

Hier: FUCHSBRIEFE abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Weichai wächst bei Wasserstoff

Überzeugendes Wachstum

Weichai wächst bei Wasserstoff. Copyright: Weichai Power
Obwohl es in China konjunkturell gerade "ruckelt", entwickelt sich Weichai weiter sehr gut. Das Unternehmen aus dem Reich der Mitte hat gerade sehr gute Zahlen abgeliefert. Insbesondere die Wasserstoff-Aktivitäten ziehen weiter kräftig an.
  • Fuchs plus
  • BW-Bank, TOPS 2022, Beratungsgespräch und Vorauswahl

BW-Bank gibt passende Antworten auf viele Fragen

Wie schlägt sich die BW-Bank im Markttest TOPS 2022? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
"Die Finanzwelt hat eine turbulente Zeit hinter sich – von den Kursschwankungen am Aktienmarkt im Frühjahr 2020 bis hin zum frischen Wind durch Digitalisierung und nachhaltige Geldanlagen. Wie geht es 2021 weiter?“ Diese Frage, die der Kunde auf der Website der BW-Bank liest, treibt ihn selbst um. Wie soll er sein Vermögen ohne Verluste durch weitere Turbulenzen bringen? Expertise für institutionelle Anleger hat die Bank als führender Stiftungsmanager. Doch hilft ihm das auch als Privatkunde?
  • Fuchs plus
  • Ein Korb voll nachhaltiger Titel in einem ETF

57 Energiewende-Aktien in einem Produkt

Ein Korb voll nachhaltiger Titel in einem ETF. Copyright: Picture Alliance
Nicht jeder Anleger setzt bei seiner Vermögensanlage auf Einzeltitel. Wer das Thema "Energiewende" aber dennoch in seinem Portfolio bespielen will, greift am besten zu einem ETF. Wir haben das passende Produkt!
Neueste Artikel
  • Inflation und Nachhaltigkeit - Vom Gezeitenwechsel profitieren

Am 15. Oktober erscheinen die Anlagechancen 2022

Zwei große Trends werden das Anlagejahr 2022 prägen: die anziehende Inflation und der Anlagetrend Nachhaltigkeit. Beide Impulsgeber verändern die Märkte grundlegend und langfristig. Die FUCHS-Anlagechancen 2022 betrachten beide Themen kombiniert.
  • Fuchs plus
  • Ballard puzzled sich systematisch ein Partnernetz zusammen

Immer neue Kooperationen bei Ballard Power

Immer neue Kooperationen bei Ballard Power. Copyright: Picture Alliance
Ballard geht kontinuierlich seinen Weg und baut sein Netzwerk an Partnerschaften aus. Insbesondere seine gute Stellung in China ist vielversprechend - zumal der Markt für Wasserstoff-Fahrzeuge dort besonders dynamische Wachstumsperspektiven hat.
  • Fuchs plus
  • Weichai wächst bei Wasserstoff

Überzeugendes Wachstum

Weichai wächst bei Wasserstoff. Copyright: Weichai Power
Obwohl es in China konjunkturell gerade "ruckelt", entwickelt sich Weichai weiter sehr gut. Das Unternehmen aus dem Reich der Mitte hat gerade sehr gute Zahlen abgeliefert. Insbesondere die Wasserstoff-Aktivitäten ziehen weiter kräftig an.
Zum Seitenanfang