Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
3901
Versagen der EZB bleibt ohne politische Folgen

EZB muss in die Abschwächung hinein straffen

Fuchs Herausgeber Ralf Vielhaber. (c) Verlag
Die europäische Zentralbank (EZB) hat mit ihrer Zinspolitik versagt. Der Grund dafür ist politischer, nicht geldpolitischer Natur. Darum tragen die "Währungshüter" einen großen Teil der Verantwortung daran, dass in Europa massiv Wohlstand umverteilt wird. Ein Kommentar von FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber

Die Europäische Zentralbank (EZB) muss ihre Zinswende voll in die wirtschaftliche Abschwächung hinein umsetzen. Sie wird – wenn auch viel zu langsam – die Leitzinsen weiter anheben. Geldpolitik und Wirtschaft laufen nun zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt in unterschiedliche Richtungen. 

OECD und Weltbank malen gerade für Europa eine konjunkturelle Perspektive in düsteren Farben. Im Januar dieses Jahres hatte die Weltbank ein Plus von 4,1% für die Weltwirtschaft erwartet. Das hat sie in Folge des Krieges jetzt auf 2,9% gesenkt. Die OECD taxt ähnlich auf 3,0% in diesem und dem kommenden Jahr. Euro-Europa muss sich mit einem Wachstumsrückgang von 4,62% (Dezember-Projektion) auf jetzt 2,62% zurechtfinden. Im September erwarten wir einen Schritt von 50 Basispunkten. Aber auch das wird die Inflation noch nicht bremsen. 

Zu viel Rücksicht auf die Politik

Die EZB hat viel zu lange Rücksicht auf die Haushalte wichtiger Mitgliedsländer genommen. Darum hat sie die inflationären (absehbaren) Tatsachen fast schon geleugnet. Sie hat aus politischen, nicht aus geldpolitischen Gründen, gehandelt. Damit wird sie ihrem auf Stabilität gerichteten Mandat nicht gerecht. Eine EZB-Chefin wie Christine Lagarde allerdings ficht das nicht an. Sie ist für acht Jahre inthronisiert und kann zusammen mit ihren von den Länderregierungen ausgewählten Kompagnons im Direktorium die Geschicke von Europas Geld und damit auch Wohlstand und Wohlstandsumverteilung weiterbestimmen, bis ihre Amtszeit Ende 2027 ausläuft.

Das hat Folgen für den Wohlstand, die bei einem beherzteren und weniger von politischem Kalkül getragenen Eingreifen vermeidbar gewesen wären. Aber Europas Geldpolitik ist endgültig in die Fänge von Politikern geraten, die das „Mindset“ der EZB umgekrempelt haben. Die Folgen spürt nicht nur der Euro, dessen Schwäche die Inflation deutlich verstärkt. Die EZB hat mit ihrer Politik auch für Umverteilung zwischen den Ländern und innerhalb der sozialen Schichten der Länder gesorgt.

Fazit: Wenn ein Unternehmen schlecht geführt wird und gravierende Fehlentscheidungen trifft, wird über den Verbleib des Konzernchefs und vielleicht sogar des Aufsichtsrats diskutiert. Nicht so bei staatlichen oder suprastaatlichen Institutionen wie der EZB. Dort muss man schon selbst den Hut nehmen, wenn einem die Sache nicht (mehr gefällt) – leider ist das von Frau Lagarde nicht zu erwarten, bedauert Ihr Ralf Vielhaber.
Neueste Artikel
  • Gesamtschau und Wochenbericht in KW 32 für PP V, PP VII, PP VIII und PP IX

FUCHS Performance-Projekte: Die Gewinner setzen auf Stabilität

Illustriert mit Microsoft Copilot
Die KW 32 zeichnet ein bemerkenswert konsistentes Bild über alle vier FUCHS Performance-Projekte hinweg. Genève Invest, die Fürst Fugger Privatbank und die Liechtensteinische Landesbank setzen die stärksten Akzente der Woche, während das Benchmarkdepot in Projekt 5 seine Führungsrolle verteidigt. Auffällig ist dabei nicht nur die Rendite. Viele Wochengewinner notieren gleichzeitig auf Höchstständen und weisen kaum aktuelle Rückschläge auf. Lesen Sie hier.
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt IX in KW 32: Gewinner ohne Aktionismus

Liechtensteinische Landesbank führt das Wochenranking an

Illustriert mit Microsoft Copilot
Die Wochenwertung im Performance-Projekt 9 entwickelt eine eigene Dynamik. Die Liechtensteinische Landesbank erzielt den höchsten Vermögenszuwachs und setzt sich an die Spitze der Wochengewinner. Dahinter folgen DRH Vermögensverwaltung und die Bank für Tirol und Vorarlberg mit ebenfalls beeindruckenden Ergebnissen. Gleichzeitig bleibt das Benchmarkdepot ohne eine einzige dokumentierte Transaktion. Entsteht die beste Performance derzeit durch aktives Handeln oder durch Positionierung?
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt VIII: Wer liefert Rendite ohne Rückschläge?

Genève Invest führt das Wochenranking an, die Verfolger erhöhen den Druck

Illustriert mit Microsoft Copilot
Genève Invest steht im Mittelpunkt dieser Woche. Mit dem höchsten Vermögenszuwachs des Feldes setzt das Haus ein deutliches Zeichen und untermauert zugleich seine führende Position beim Gesamtvermögen. Dahinter rücken die Zürcher Kantonalbank Österreich, Hauck Aufhäuser Lampe und die Landes-Hypothekenbank Steiermark mit bemerkenswerten Wertsteigerungen nach vorn. Doch die spannendere Frage lautet: Entsteht Erfolg derzeit durch mehr Risiko oder durch konsequente Stabilität im Depotmanagement?
Zum Seitenanfang