Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
2424
Fachkräftemangel verschärft sich immer weiter

Revolution für die Steuerverwaltung?

© rogerphoto / Stock.adobe.com
Die Steuerverwaltung hat ein Demografieproblem. Viele Beamte werden in den kommenden Jahren aus dem Dienst ausscheiden. Schon jetzt versinken die Ämter in Bergen von Steuererklärungen. Der Vorsitzende der Steuergewerkschaft fordert darum eine Revolution. Kann er sie auch entfachen?
Die Steuerverwaltung wird sich verändern müssen. Der Fachkräftemangel in der Verwaltung und bei den Steuerberatern (FB vom 13.02.2023) wird es immer schwerer machen, die hohen Bearbeitungszahlen zu halten. Das zeigt sich unter dem Brennglas bei der Grundsteuer. Um die Steuerverwaltung zu entlasten, wurde Verantwortung auf die Bürgerinnen und Bürger übertragen. Nun ist von "Wäschekörben unbearbeiteter Erklärungen" die Rede. 3 Mio. Einsprüche seien zudem inzwischen bei der Verwaltung eingegangen.

Vereinfachung und Digitalisierung als Auswege

Ein "Weiter so" kann es darum bei der Finanzverwaltung nicht geben. Das meint Florian Köbler, Bundesvorsitzender der deutschen Steuergewerkschaft. Die Verwaltung müsse sich vom Anspruch lösen "perfektionistische Einzelfallgerechtigkeit zu gewährleisten." Stattdessen müsste eine Vereinfachung durch "höhere Pauschalen oder ein Quellensteuerabzug für Renteneinkünfte eingeführt werden, um die Anzahl der Steuererklärungen drastisch zu reduzieren."

Neben der Vereinfachung müsse auch der Einsatz Künstlicher Intelligenz fortentwickelt werden. Schon heute werden wenig komplexe Steuererklärungen nach einer raschen Plausibilitätsprüfung durchgewunken. Derartige Anwendungen müssten in Zukunft noch stärker als "Co-Pilot" unterstützen, so Köbler.

Die Politik kennt das Problem, traut sich aber nicht an den großen Aufschlag

Die Politik hat die Notwendigkeit zur Vereinfachung bislang nur auf dem Papier erkannt. So ist im Ampel-Koalitionsvertrag von einer spürbaren Verringerung der Steuerbürokratie zwar die Rede. Passiert ist bislang aber defacto nichts. Fachpolitiker verweisen im Gespräch stets auf die Potenziale der Digitalisierung. Das Flaggschiff-Projekt ELSTER ist ein nicht zu leugnender Erfolg. 2021 wurden über 41 Mio. Steuererklärungen elektronisch abgegeben. Seit diesem Jahr gibt es die ELSTER-App. An eine "Revolution" wie sie Köbler fordert, traut sich allerdings niemand.

Fazit: In der deutschen Politik wagt bislang niemand die Steuer-Revolution. Dem Anschein nach wird sie das Thema weiter köcheln lassen, bis sie schließlich nicht um eine Reform drumherum kommt.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
  • Fuchs plus
  • Dekarbonisierung: Andere Standorte attraktiver als Deutschland

Skandinavien bei Dekarbonisierung weit vorn

Obwohl die deutsche Regierung die ganze Wirtschaft auf Klimaneutralität trimmen will - wie die EU - bietet Deutschland keine guten Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierungsstrategie. Das zeigt eine Umfrage von EY unter Unternehmen. Andere Standorte sind attraktiver.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: KANA Stiftungs- und Vermögensberatung GmbH mit quantagon

KANA geht zusammen mit quantagon nicht hinreichend in die Tiefe

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Die eigentlich angefragte KANA Stiftungs- und Vermögensberatung GmbH reicht ein Angebot der mit ihr kooperierenden quantagon financial advisors GmbH ein. KANA, ist zu erfahren, könne ergänzend umfassende Beratungsdienstleistungen für Stiftungen anbieten. an. Die Bandbreite der Themen reiche von der Formulierung der Anlagerichtlinie inklusive individueller Regelungen über die Unterstützung der Stiftungsbuchhaltung bis zur Beratung im Umgang mit der Stiftungsaufsicht. Was hat quantagon zu bieten?
  • Fuchs plus
  • Chart der Woche vom 18.04.24

BASF an Kursunterstützung kaufen

Wirkstofflösungen in kleinen Röhrchen © BASF SE 2023
BASF bietet charttechnisch orientierten Anlegern ein interessantes Bild. Im Jahr 2023 verlief die Aktie seitwärts zwischen klaren Kursmarken. Die obere Barriere hat die Aktie gerade überwunden. Der aktuelle Rücksetzer schafft eine Trading-Möglichkeit.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Industriemetall-Aktien

Metall-Sanktionen bieten Anlegern Chancen

Kupferrohre © magann / stock.adobe.com
In die Preise für die Industriemetalle kommt kräftig Bewegung. Auslöser sind neue Sanktionen durch die USA und Großbritannien gegen russische Industriemetalle. Daraus ergeben sich für Anleger einige Opportunitäten.
Zum Seitenanfang