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Börseneinschätzung vom 19. September 2019

Herbststurm voraus

Nach der EZB hat nun auch die Fed de Zinsen gesenkt. Powell deutete in seiner Ankündig auch bereits an, dass die nächsten Monate ungemütlich werden könnten. Das Vertrauen der Marktteilnehmer in die stützende Kraft der Notenbanken ist offenbar groß. Selbst die jüngsten Ereignisse im Iran gehen an den Börsen scheinbar spurlos vorbei.

Die US-Notenbank Fed hat erwartungsgemäß geliefert. Sie hat die Leizinsen um 25 Basispunkte auf das Zielband von 1,75% bis 2% gesenkt. Damit hat die Fed nun schon die zweite „präventive" Zinssenkung in diesem Jahr vollzogen. Laut Fed-Chef Jerome Powell will die Notenbank die US-Wirtschaft stärken, bevor sie überhaupt in eine Rezession rutscht.

Damit hat die Fed nach der Europäischen Zentralbank nun ebenfalls die Geldpolitik wieder gelockert. Die Fed hielt aber einige Überraschungen bereit. Sie betonte erneut, dass der Arbeitsmarkt robust und die Nachfrage durch die Verbraucher sehr stark sei. Sie erhöhte ihre Prognose für das US-BIP-Wachstum von 2,1% auf 2,2% für dieses Jahr. Angesichts der Exportaufträge von US-Unternehmen, die auf ein 10-Jahrestief gefallen sind, ist das erstaunlich. Außerdem scheuen die US-Unternehmen Investitionen, weil sie eine negative Entwicklung ihrer Geschäfte erwarten.

Powell weiß, dass die kommende Zeit ungemütlich wird

Vielleicht deutete Powell darum an, dass die Fed „erhebliche Mittel habe, um auf einen Abschwung oder Probleme massiv reagieren" zu können. Eventuell ahnt die Fed, dass die nächsten Monate eher ungemütlich werden. Das überraschende Liquiditätsproblem im US-Bankensektor, könnte ein zaghafter Vorbote gewesen sein. Immerhin fehlten über Nacht 53,5 Mrd. US-Dollar und die Fed musste als Kapitalgeber einschreiten, nachdem die entsprechenden Übernacht-Zinsen von 2,5% auf fast 10% hochgeschossen waren. Der Liquiditätsengpass mag heute plausibel erklärbar sein, wir halten ihn dennoch für ein Warnsignal.

Auch die Bank von Japan (BoJ) hat neue geldpolitische Lockerungen angedeutet. Sollten sich die Risiken in der Weltwirtschaft verstärken, wolle die BoJ handeln, heißt es aus Tokio von Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda. Im Gespräch war auch für Japan eine erneute Leizinssenkung. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Geldhüter in Nippon ihre Wertpapierkäufe (Aktien und Anleihen) forcieren.

Kaum ein Marktteilnehmer glaubt scheinbar an eine Eskalation im Iran

Die Notenbanken liefern milliardenschwere Rückendeckung. Und das Vertrauen in die starken Hände ist offenbar groß. Nicht einmal der Drohnenanschlag auf die Ölförderanlagen in Saudi-Arabien und das eskalierende „diplomatische" Säbelrasseln in Richtung Iran lässt die Börsen zucken. Vor einigen Jahren wären die Aktienmärkte über Nacht in dieser Situation sicher mal um 5% gefallen. Beim Ölpreis hat der Angriff zwar Wirkung gezeigt (+7%). Die war aber von kurzer Dauer. Angesichts etlicher Länder, die ihre Förderung ausweiten können und wollen und angesichts der sich global abkühlenden Konjunktur, steht offenbar keine Ölknappheit bevor.

Es geht zwar noch nicht abwärts. Beachtlich finden wir aber, dass die Aufwärtsdynamik trotz der globalen Notenbank-Unterstützung nachlässt. Die Skepsis und Vorsicht der Anleger wächst offenbar allmählich – angesichts der fast erreichten Allzeithochs ist das nachvollziehbar.

Fazit: Wir erwarten eine Korrektur von mindestens 5% in Richtung der langfristigen Aufwärtstrends. Realisieren Sie Teilgewinne. Die Börse wird die fundamentale Lage und Risiken nicht dauerhaft ignorieren.

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